Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Landschaftssteckbrief

78100 Westhavelländisches Ländchen


Landschaftstyp:

2.8 Andere waldreiche Landschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

207 km²



Beschreibung:

Die Landschaft des Westhavelländischen Ländchens liegt zwischen der Havelniederung und dem Havelländischen Luch. Genau genommen handelt es sich um drei Diluvialinseln, das Rhinower Ländchen, das Friesacker Ländchen und das Nennhausener Ländchen, denen markante Endmoränen aufgesetzt sind, so dass sie mit Höhen bis zu 96 m deutlich aus den ca. 30 m hoch gelegenen Niederungen aufragen. Auf den sandigen Böden, z. T. auch den Dünensanden befinden sich meist Kiefernforste, auf etwas reicheren Böden ist Ackerbau möglich. Zwischen den einzelnen Moränenkomplexen liegen Niederungsgebiete mit Fließgewässern und Gräben, die nach der Rodung der Erlenbruchwälder heute überwiegend Grünland tragen, aber durch Melioration auch großflächig beackert werden. Vor der Eindeichung der Elbe waren sie Überflutungsflächen und regelmäßig mit Sedimenten überschlickt, heute werden die Niederungen noch gelegentlich bei Frühjahrshochwässern überschwemmt. Sie sind Lebensraum zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten. Herauszuheben ist das Vorkommen der Großtrappe, die hier eines ihrer letzten Refugien im mitteleuropäischen Raum hat.
Die Hauptnutzungstypen sind die Forst- und Ackerwirtschaft, die Niederungen werden großflächig auch mit Grünländern bewirtschaftet.
Größere Teile der Landschaft gehören zum EU-Vogelschutzgebiet (SPA) "Niederung der Unteren Havel". Neben dem Großtrappenschongebiet gibt es im Westhavelländischen Ländchen drei Naturschutzgebiete, die zugleich FFH- oder SPA-Gebiete sind. Am Gollenberg befinden sich wertvolle Trockenrasen- und Heidestandorte an einer steilen Moränenabbruchkante, die insbesondere Schmetterlinge, Kleinvögel und Kriechtiere beherbergen. Der Görner See weist Verlandungsgesellschaften, ausgedehnte Röhrichte, Erlenbruchstandorte sowie Feuchtwiesen und offene Moorgesellschaften auf und ist Lebensraum für Seeadler, Kranich, Rohrdommel und zahlreiche Wat- und Wasservögel. Naturnahe Auenlandschaften und Erlenbrüche sind im NSG "Unteres Rhinluch" geschützt, welches aber nur zu einem geringen Teil in dieser Landschaft liegt.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 3,85 %
Vogelschutzgebiete 22,61 %
Naturschutzgebiete 1,4 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 24,09 %


Abgrenzung der Landschaft 'Westhavelländisches Ländchen' (78100)

Abgrenzung der Landschaft "Westhavelländisches Ländchen" (78100)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
Diesen Steckbrief kommentieren

zurück zur Übersicht

Letzte Änderung: 01.03.2012

 Artikel drucken