Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

79300 Märkische Schweiz


Landschaftstyp:

2.8 Andere waldreiche Landschaft



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

96 km²



Beschreibung:

Die Märkische Schweiz ist eine abwechslungsreiche Landschaft zwischen Berlin und der Oder. Sie zeichnet sich durch eine Kleinteiligkeit und ein Mosaik aus Hügeln und Schluchten, Bergen und Seen aus. Das Gebiet der Märkischen Schweiz ist ein größtenteils bewaldetes Hügel- und Kesselland. Eine großflächige Landnutzung war hier in vielen Teilen nicht möglich. Dem morphologischen Formentyp nach handelt es sich hierbei um eine Endmoränenlandschaft, die eingesenkt zwischen den Grund- und Endmoränenplatten von Barnim und Lebus liegt und im Norden an das Oderbruch grenzt. Charakteristisch sind mittel- bis steilhängige Hügel auf der einen Seite und ebenfalls steilhängig in die umgebenden Platten eingesenkte Talzüge, Kessel und tiefe Schluchten auf der anderen Seite. Darin eingebettet liegen mehrere Seen. Die Hügel sind überwiegend bewaldet, wobei heute Kiefernforste vorherrschen. Insgesamt bietet die Märkische Schweiz eine Vielfalt an Oberflächenformen und Höhenunterschieden auf kleinem Raum. Feuchte Niederungen wechseln mit Sandterrassen und Hangstandorten, Seen mit Nieder- und Zwischenmooren ab. Dazwischen breiten sich große Waldflächen aus und in Teilen konnte sich ein natürlicher Wald aus Winterlinden, Traubeneichen und Hainbuchen erhalten.
Die armen Sandböden sind größtenteils mit Nadelwald bestockt und werden forstwirtschaftlich genutzt. Daneben unterliegen größere Bereiche am Übergang zu den Platten von Barnim und Lebus auch einer landwirtschaftlichen Nutzung. Darüber hinaus ist die Märkische Schweiz auch ein wichtiges Erholungsgebiet, vor allem für die Bevölkerung aus dem nahe gelegenen Großraum Berlin.
Das verhältnismäßig kleine Gebiet der Märkischen Schweiz ist ein wichtiger Korridor und Freiraum für die Verbindung von Wäldern, Fließgewässern und Trockenrasen zwischen Berlin im Westen und dem Oderbruch im Osten. Darüber hinaus ist es vor allem aus avifaunistischer Sicht von Bedeutung. Zahlreiche Großvogelarten, wie Schwarzstorch, Roter und Schwarzer Milan sowie Kranich kommen hier vor. Das gesamte Gebiet wurde deshalb als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die hohe Artenvielfalt zeigt sich auch in floristischer Hinsicht. Mehr als 800 Farn- und Blütenpflanzen wurden für die Märkische Schweiz nachgewiesen. Diese Vielfalt an Lebensräumen und Arten wurde durch mehrere Naturschutzgebiete gesichert und kommt auch in der Ausweisung großflächiger FFH-Gebiete zum Ausdruck.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 31,37 %
Vogelschutzgebiete 79,5 %
Naturschutzgebiete 15,25 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 0 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 80,84 %


Abgrenzung der Landschaft 'Märkische Schweiz' (79300)

Abgrenzung der Landschaft "Märkische Schweiz" (79300)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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