Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

83001 Spreewald


Landschaftstyp:

3.2 Gewässerlandschaft (gewässerreiche Kulturlandschaft)



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

639 km²



Beschreibung:

Der Spreewald ist eine vom Menschen geprägte und dennoch weitgehend naturnahe Auenlandschaft, die sich südöstlich von Berlin erstreckt. Die Spree weitet sich dort in ein engmaschiges Netz auf und bildet ein einzigartiges Labyrinth aus Wasserläufen mit einem unverwechselbaren Mosaik aus Wiesen, Feldern, Wäldern und Gehöften. Die Landschaft des Spreewaldes kann in die beiden Bereiche Ober- und Unterspreewald untergliedert werden. Der Oberspreewald umfasst den Abschnitt zwischen der Enge bei Striesow-Fehrow und Lübben. Die Spree erfährt bei Eintritt in diesen Raum eine starke Aufweitung in zahlreiche natürliche und künstliche Wasserläufe, um sich dann bei Lübben wieder zu verengen. Dieser Bereich ist der feuchteste und am stärksten von Hochwässern beeinflusste Teil der Niederung. Er ist durch kleinparzellig angelegte Bewirtschaftungsflächen gekennzeichnet, die ihre Untergliederung durch die vielen Wasserläufe der Spree bekommen. Neben den Ackerflächen, die sich größtenteils auf die Randgebiete beschränken, wird das Gebiet von Grünland beherrscht, das in den Überschwemmungsgebieten vorwiegend aus Schlankseggen- und an den Wasserläufen aus Rohrglanzgras besteht. In einigen Bereichen sind auch noch ausgedehnte Flächen des natürlichen Erlenbruchwaldes vorhanden. Die zahllosen, heute z.T. begradigten und durch Schleusen regulierten Wasserläufe werden von Baumreihen gesäumt. Im nördlich gelegenen Unterspreewald ist die Spree nicht mehr so stark verzweigt. Dafür ist dieser Teil des Spreewaldes durch reizvolle Seen, wie den Neuendorfer See gekennzeichnet. Der Unterspreewald besteht aus breiten, dünenbesetzten Talsandflächen und feuchten, vermoorten Niederungen. Neben einigen Resten der natürlichen Waldgesellschaften sind die Talsandflächen mit großen Kiefernwäldern, die sich vor allem im Nordosten von Lübben erstrecken, bestockt. Die Niederungen werden als Grünland genutzt.
Durch Rodungen, wodurch 2/3 der ursprünglichen Waldfläche verlorengingen, wird der Großteil der Fläche heute überwiegend als Grünland und Ackerland genutzt. Charakteristisch für die Spreewald-Landwirtschaft sind dabei die auf höher gelegenen Flächen angelegten sog. Horstäcker. Die vorhandenen Waldflächen unterliegen einer z.T. stark nutzungsorientierten Waldwirtschaft, die zu einer Veränderung des Erscheinungsbildes geführt hat. Kiefernforste bestimmen vor allem im Unterspreewald das Landschaftsbild, der typische Erlenbruchwaldcharakter wurde vielerorts durch Rabattenkulturen abgelöst. Darüberhinaus dient der Spreewald der Erholungsnutzung.
Fast der gesamte Spreewald gehört zum FFH-Gebiet "Spreewald und Lieberoser Endmoräne" und ist auch als Biosphärenreservat ausgewiesen. Hier sind Reste der natürlichen Erlen- und Eschenwälder unter Schutz gestellt. Ebenso die Unterwasservegetation, wie die im Spreewald weit verbreiteten Wasserfedergesellschaften. Bemerkenswert ist die insgesamt sehr reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Neben ca. 63 gefährdeten Pflanzenarten wurden auch 37 gefährdete Brutvogelarten, wie der Ziegenmelker, nachgewiesen. Weiterhin sind auch die Vorkommen der stark gefährdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Arten, wie Ockergelber Wasserschlauch (Utricularia ochroleuca) oder Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) zu nennen. Der hohe Anteil an feuchten Wiesenbiotopen bietet außerdem zahlreichen Wiesenbrütern, wie Uferschnepfen und Bekassinen wertvollen Lebensraum.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 22,55 %
Vogelschutzgebiete 76,05 %
Naturschutzgebiete 18,08 %
Nationalparke 0 %
sonst. Schutzgebiete 18,02 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 76,39 %


Abgrenzung der Landschaft 'Spreewald' (83001)

Abgrenzung der Landschaft "Spreewald" (83001)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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