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Erstellung von Vollzugshilfen

Erkennungshilfe „CITESwoodID“ App für CITES-geschützte Hölzer

© Thünen-Institut für Holzforschung
Das Bild zeigt die Oberfläche eines Smartphones mit der CITESwoodID App.

Der internationale Handel mit Tropenholz hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Um den Handel zu regulieren, unterliegen inzwischen über 200 Baumarten dem Schutz durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES). Auch Deutschland ist ein wichtiges Importland für Tropenholz. Für einen wirksamen und praktikablen CITES-Vollzug und auch, um illegalen Handel mit geschützten Baumarten einzudämmen, ist es notwendig, die relevanten CITES-gelisteten Hölzer identifizieren bzw. sie von ähnlich aussehenden Hölzern unterscheiden zu können.

Um den CITES-Vollzugsbehörden wie zum Beispiel dem Zoll holzspezifische Kenntnisse zu vermitteln und geeignete handhabbare Erkennungshilfen anzubieten wurde bereits 2005 vom Thünen-Institut im Auftrag und nach Vorgaben des BfN als wissenschaftlicher CITES-Behörde die Software "CITESwoodID" zur Erkennung von CITES-geschützten Holzarten entwickelt. Die CITESwoodID bot erstmals die Möglichkeit, Handelshölzer, die den Schutzbestimmungen von CITES unterliegen, zu erkennen, von nicht geschützten Arten abzugrenzen und zu bestimmen.

Durch technische und fachliche Anpassungen in den vergangenen Jahren wurden die Inhalte der Software regelmäßig aktualisiert. 2020 wurde die CITESwoodID im Auftrag des BfN vom Thünen-Institut weiterentwickelt und das Nutzerspektrum erheblich vergrößert. Nun sind die Inhalte auch als mobile Applikation (App) zum Download auf Mobiltelefonen, Tablets, Laptops, sowie Desktop-PCs unter den Betriebssystemen iOS, Android und Windows verfügbar. Die App ist in allen drei CITES-Sprachen (Englisch, Französisch und Spanisch) sowie in Deutsch verfügbar.

Die seit 2017 unter CITES-Schutz stehenden Palisander-Arten der Gattung Dalbergia und auch weitere, so genannte Rosenhölzer der Gattungen Guibourtia und Pterocarpus sind inzwischen in der Datenbank der CITESwoodID aufgenommen. Mittlerweile enthält die Datenbank 46 CITES-geschützte Arten (z.B. Ebenholz, Mahagoni, Palisander) sowie 34 Handelshölzer, die aufgrund eines sehr ähnlichen Aussehens und/oder ähnlicher struktureller Merkmale mit CITES-Hölzern verwechselt werden können.


© BfN
Das Bild zeigt die Oberfläche eines Smartphones mit der Anwendung CITESwoodID.

Die CITESwoodID App basiert auf einem direkten Bildvergleich makroskopischer Strukturmerkmale, also solcher Merkmale, die mit bloßem Auge oder einer bis zu 10-fachen Vergrößerungslupe sichtbar sind. Die zu bestimmende Holzprobe kann mit den hochauflösenden fotografischen Abbildungen und textlichen Beschreibungen, die in der CITESwoodID zu den einzelnen Arten hinterlegt sind, verglichen werden. Diese Abbildungen und Beschreibungen sowie ein bebildertes Glossar können unabhängig von der Bestimmungsfunktion aufgerufen werden.


Die Nutzer*innen werden anhand eines interaktiven multivariaten Bestimmungsschlüssels durch die Bestimmung geleitet, indem die App an erster Stelle solche Merkmale zur Unterscheidung vorschlägt, die einerseits makroskopisch besonders gut erkennbar sind, andererseits je nach Merkmalsauswahl bereits viele Arte ausschließen können. Die Nutzer*innen können aber auch aus einer Liste diese Merkmale auswählen, die für sie gerade besonders gut zu erkennen sind.    

Die makroskopische Holzartenbestimmung auf der Basis der CITESwoodID bietet in der Praxis oft die einzige praktikable und schnell durchführbare Möglichkeit, Holzarten ohne die Hinzuziehung von Experten zu unterscheiden oder annäherungsweise zu bestimmen. Daher stellt die CITESwoodID eine schnelle und sichere Möglichkeit dar, die Einfuhr und Ausfuhr von falsch deklariertem Holz aufzudecken und einzudämmen. Zumindest kann sie die Entscheidung unterstützen, ob ein Verdachtsfall vorliegt und Experten hinzugezogen werden sollten, denn der makroskopischen Untersuchung sind Grenzen gesetzt. Weiterführende Holzbestimmungen sind an eine mikroskopische Untersuchung gebunden, die aber nur von erfahrenen Holzanatomen durchgeführt werden sollte.


© Hofbauer
Das Bild zeigt TeilnehmerInnen eines Holzlehrgangs beim Thünen-Institut für Holzforschung am Bildschirm.

Die CITESwoodID richtet sich vornehmlich an Zoll- und Naturschutzbehörden aber auch an Betriebe und Beschäftigte der Holzwirtschaft. Weiterhin ermöglicht sie Verbraucher*innen sowie Bürger*innen und öffentlichen Institutionen, die Bestimmung CITES-gelisteter Holzarten und sensibilisiert für Artenschutzaspekte im Holzbereich.

Die CITESwoodID ist derzeit eine der innovativsten und praktikabelsten Erkennungshilfen geschützter Tropenholzarten. Sie hat sich seit ihrer Einführung als unverzichtbares Instrument im praktischen Vollzug der Holzartenerkennung etabliert und wird regelmäßig auf nationalen und internationalen Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen vorgestellt und angewendet. Das BfN führt gemeinsam mit dem TI für Holzforschung regelmäßig entsprechende Schulungen durch. Mittlerweile wird die Software in vielen Staaten bei der Kontrolle der Ein- und Ausfuhr von CITES-geschützten Holzarten eingesetzt.

Momentan wird die CITESwoodID zum Download über die App Stores von iOS und Android angeboten. Die Version für Windows erscheint in Kürze.

Hier finden Sie die Links zum Download der iOS- und Android-Versionen.

Ansprechpartnerin: Susanne Kandert


"Visuelle Bestimmungshilfe für die Waranarten der Welt (Gattung Varanus)"

Varanus nebulosus © Axtmann
Varanus nebulosus © Axtmann

Deutschland und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union zählen weltweit zu den Haupteinführern lebender Reptilien, sowie ihrer Teile und Produkte. Tausende Warane und Waranhäute werden jährlich für den Heimtiermarkt und für die Lederindustrie auch nach Deutschland eingeführt.

Leider lassen sich die 82 wissenschaftlich beschriebenen Arten der urtümlichen Echsen oftmals nur sehr schwer voneinander unterscheiden. Kleinere, seltene oder auffällig gefärbte Waran-Arten sind auf dem internationalen Heimtiermarkt besonders stark gefragt. Innerhalb der vergangenen Jahre wurden eine Reihe neuer Arten entdeckt, die sich vor allem anhand von genetischen Merkmalen unterscheiden. Die steigende Anzahl von neu beschriebenen Waranen stellt die Artenschutzbehörden und den Zoll weltweit zunehmend vor die Schwierigkeit der Artidentifizierung, die für den Schutz der einzelnen Arten und z.B. bei Beschlagnahmungen jedoch ganz entscheidend ist.

Deshalb beauftragte das BfN die Experten Dr. Mark Auliya und Dr. André Koch des ZFMK damit, erstmals eine umfassende visuelle Bestimmungshilfe für die bislang bekannten Waran-Arten der Welt zu erstellen. Die Bestimmungshilfe unterstützt nun die Arbeit der nationalen Artenschutzbehörden und des Zolls. Neben den relevanten Informationen zur Artbestimmung beinhaltet die Handreichung Informationen über die Verbreitung, den Schutzstatus und die Reproduktionseigenschaften der einzelnen Arten, welche u.a. relevant für die Plausibilitätsprüfung der Zucht gehandelter Arten sind oder auch für Wissenschaftler, zoologische Einrichtungen oder interessierte Privatleute von Bedeutung sein können.

Download: Visuelle Bestimmungshilfe für die Waranarten der Welt (Gattung Varanus)

Kontakt: info@bfn.de

Letzte Änderung: 11.11.2020

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