Bundesamt für Naturschutz

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Freiwilliges Engagement


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Unter dem Motto "Engagement macht stark!" präsentieren sich seit vielen Jahren Initiativen, Vereine, Verbände, staatliche Institutionen und Unternehmen bei der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Der Einsatz von rund 31 Millionen freiwillig Enga­gierten in unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen wird damit gewürdigt. Mit dieser regelmäßigen Aktionswoche soll die öffentliche Aufmerksamkeit für Freiwilligenarbeit verstärkt werden. Auch etliche Aktivitäten des Naturschutzes stützen sich auf die Arbeit von freiwillig Engagierten. 

Erdfest

ERDFEST bedeutet auch in Berührung kommen: Tätig werden für eine feste Mensch-Natur-Beziehung (Foto: Eddie Kopp/Unsplash).
Das Bild zeigt Hände, die in der Erde gearbeitet haben. ERDFEST als Initiative bedeutet auch in Berührung kommen: Tätig werden für eine feste Mensch-Natur-Beziehung.

Vom 22. - 24. Juni fand im Sommer 2018 das erste „ERDFEST“ statt. Im Rahmen des zentralen Veranstaltungszeitraums hatten Interessierte die Möglichkeit, nach eigenen Vorstellungen Aktionen zum Thema Erde, Naturschutz und Mensch-Natur-Beziehung zu planen und durchzuführen. Fast 80 Initiativträger*innen  luden mit kreativen Mitmach-Aktionen dazu ein, dem lebendigen Sein mit der Natur neu auf die Spur zu kommen. ERDFEST wird im nächsten Jahr wieder stattfinden: Ob Vorträge, künstlerische und kulturelle Events, Naturschutz-Aktionen oder Workshops zur Landwirtschaft – willkommen sind alle Beiträge, die Impulse für naturverträglichere Formen des Lebens und Wirtschaftens darstellen. Akteure können so Teil einer wachsenden Gemeinschaft werden, ihr selbst gestaltetes »ERDFEST« auf der Webplattform www.erdfest.org sichtbar werden zu lassen und von der Öffentlichkeitsarbeit des ERDFEST-Kernteams zu profitieren: ERDFEST wird durch die renommierte Nachhaltigkeitsforscherin Dr. Hildegard Kurt und den bekannten Autor, Biologen und Philosophen Dr. Andreas Weber des und.Institutes für Kunst, Kultur und Zukunftsfähigkeit e. V. in Berlin koordiniert. Ziel des vom Bundesamt für Naturschutz und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderten ERDFEST ist die Stärkung des Naturbewusstseins und der Aufbau einer tieferen Naturverbundenheit in der Bevölkerung, kurz einer neuen Naturschutzkultur: Im Zentrum der Kommunikationsarbeit stehen die emotionalen und ästhetischen Aspekte einer persönlichen Naturbeziehung, die nach Analysen als wichtige, noch weiter auszubauende Komponenten der Naturschutzkommunikation gelten müssen. Aus psychologischer Sicht bedarf es neben rein kognitivem Naturschutzwissen dringend emotionaler Bezüge zur Natur, um eine tatsächliche Stärkung nachhaltigkeitsorientierter Lebensstile zu ermöglichen. ERDFEST will deshalb ein Gegenüber zum bisher überwiegend ökologisch und ökonomisch geprägten, kognitiv-rationalen Naturschutz-Diskurs anbieten. Die Arbeiten an ERDFEST wurden im September 2017 gestartet, und trotz dieses kurzen Zeitraumes konnte schon eine beachtliche Zahl an starken Partnerschaften geschlossen werden: Organisationen wie die Deutsche Gesellschaft des Club of Rome, die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung, das World Future Council, die Ökumenische Initiative Eine Welt, der Demeter Verband und die Schweisfurth-Stiftung tragen zu einem weiten Beziehungsnetz bei, das eine umfassende Wirksamkeit verspricht. Erfahren Sie hier noch mehr über ERDFEST.

Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Ökologisches Jahr

Freiwillig geleistete Arbeit von Naturschutzverbänden und Einzelnen hat eine große Bedeutung für die Erfolge des Naturschutzes in Deutschland. Der Stellen-wert ehrenamtlicher Engagements ist groß und hat in den letzten Jahren noch zugenommen. Auch das Freiwillige Ökologische Jahr und der Bundesfreiwilligendienst stellen wichtige Standbeine des Naturschutzes in Deutschland dar.

Internationaler Freiwilligendienst "naturweit"

Welterbe und Biosphärenreservat Ngongoro-Krater/Tansania (Bildautor: B. Engels)
Eingangsschild der Welterbestätte  und des Biosphärenreservats Ngongoro-Krater in Tansania

Seit dem  1. Oktober 2018 können sich Freiwillige für "naturweit" bewerben, den neuen internationalen Freiwilligendienst der Deutschen UNESCO-Kommission und des Auswärtigen Amts in UNESCO-Welterbestätten, Biosphärenreservaten und Geoparks weltweit.

Vom Mount Elgon in Uganda bis zu den Palast-Grotten in Uruguay gibt naturweit jungen Menschen ab sofort eine tolle Möglichkeit, sich für das Naturerbe zu engagieren. Die Deutsche UNESCO-Kommission und das Auswärtige Amt erweitern das Freiwilligenprogramm kulturweit um die Programmlinie naturweit. Einsatzorte sind die UNESCO-Weltnaturerbestätten, Geoparks und Biospärenreservate weltweit. Dadurch können die Freiwilligen ihr Verständnis für die enge Beziehung zwischen Mensch und Umwelt vertiefen. Vom 1. bis zum 31. Oktober können sich junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren bewerben.

Informationen

Bewerbung

Freiwilligenengagement in Schutzgebieten

In den Jahren 2006-2009 wurde seitens des BfN die Etablierung eines bundesweiten Freiwilligenprogramms in Großschutzgebieten mit internationaler Ausweitung durch EUROPARC Deutschland e.V. gefördert (Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks).

Hauptziel war es, nach dem Vorbild des Programms "Volunteers-In-Parks" der US-amerikanischen Großschutzgebiete ein bundesweites Freiwilligenprogramm in deutschen Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten zu etablieren. Nach Beendigung der Förderung ist das BfN in dem Projekt weiterhin in beratender Funktion tätig.

Ungehindert engagiert: Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser

Mit dem Projekt "Ungehindert engagiert: Menschen mit geistiger Behinderung entdecken, erleben und erhalten den Lebensraum Wasser" will der Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate), EUROPARC Deutschland, neue Wege beschreiten. In Kooperation mit Einrichtungen der Lebenshilfe und der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sollen zielgruppengerechte Lern- und praktische Einsatzmöglichkeiten rund um das Thema Schutz von Wasserlebensräumen geschaffen werden. Im Rahmen des Projektes sind verschiedene Maßnahmenpakete geplant. Sie umfassen das Erstellen von Lernmaterialien, spezielle Trainings und Freiwilligeneinsätze für Menschen mit geistiger Behinderung.

Im Sinne der Inklusion zielt das Projekt auch darauf, dass sich bei den praktischen Einsätzen Menschen ohne Behinderungen gemeinsam mit den Menschen mit geistiger Behinderung engagieren. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit sollen Multiplikations- und Nachahmungseffekte erreicht werden.

Das Projekt wurde 2013 mit dem Deutschen Naturschutzpreis ausgezeichnet.

Workshop - Qualifizierung und Qualitätssicherung

In einem durch das BfN geförderten F+E-Vorhaben wurde im Dialog mit ehrenamtlich Aktiven ein Programm zur Qualifizierung und Qualitätssicherung im ehrenamtlichen Engagement entwickelt. Damit soll zum einen die hohe Qualität der Arbeit der Naturschutzverbände gesichert werden, zum anderen kann über Qualifizierungsangebote auch eine Form der Anerkennung für die geleistete Arbeit ausgesprochen werden. Dies kann bei ehrenamtlich Aktiven zusätzliche Motivation wecken. Die Ergebnisse des Vorhabens wurden im BfN-Skript 129 "Steigerung des ehrenamtlichen Engagements in Naturschutzverbänden" veröffentlicht.