Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Cucujus cinnaberinus (Scopoli, 1763)


Scharlachkäfer

bis 15 mm langer Plattkäfer

EU-Code: 1086, Anh. II, IV

Rote Liste Status (D) 1


Verbreitung

Die palaearktische Art ist in Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas sowie in Asien verbreitet. In Deutschland sind aktuelle Funde nur noch aus Südostbayern bekannt. Morsche Laubbäume in Tal- und Hanglagen verschiedener Bach- und Flussläufe dienen der Art als Lebensraum.


Fortpflanzung/Biologie

Viele Larven sind am Ende des ersten Sommers fast ausgewachsen und verpuppen sich im Juli des folgenden Jahres. Wenige Wochen später schlüpfen die Käfer, die unter der Borke ihres Brutbaumes überwintern. Geeignete Bäume bieten feuchte und morsche Rindenbereiche, die aber noch relativ fest am Stamm sitzen.


Gefährdung

Eine Gefährdung ist v. a. im Verlust geeigneter Brutbäume zu sehen. Die von den Larven benötigten Strukturen werden in bewirtschafteten Wäldern häufig entfernt. Im Rahmen von Durchforstungen wird den unrentablen Alt- und Totholzstrukturen oft kein Raum gewährt.


Schutz

Alle Vorkommen müssen unter Schutz gestellt und erhalten werden. Weiterhin sollten die entsprechenden Auwaldstandorte und die laubholzreichen Bergmischwälder erhalten und entwickelt werden. Eine Extensivierung der Forstwirtschaft in der Nähe besiedelter Vorkommen ist erforderlich, um einen Austausch zwischen den vorhandenen Populationen zu ermöglichen.


Literaturhinweis

verändert nach:
Wurst, C.; Klausnitzer, B. und Bussler, H. (2003): Cucujus cinnaberinus (Scopoli, 1763). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 371-377.

Letzte Änderung: 04.04.2008

 Artikel drucken