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Eriogaster catax (Linnaeus, 1758)


Heckenwollafter

Nachtfalterart aus der Familie der Glucken (Flügelspannweite bis 45 mm)

EU-Code: 1074, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 1 (2011)


Verbreitung

Die Art ist in großen Teilen Europas verbreitet. In Deutschland kommt sie in Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen vor, wobei die derzeit größten Vorkommen in Bayern liegen. Lebensräume sind sonnenexponierte und windgeschützte Schlehen-Weißdorngebüsche an Waldrändern oder in sehr lichten, strukturreichen Laubmischwäldern (v. a. Mittel- und Niederwäldern).


Fortpflanzung/Biologie

Die Weibchen legen die Eier im Herbst in großen Gelegen an die Äste niedrigwüchsiger Schlehen und bedecken sie mit der Afterwolle. Mitte bis Ende April schlüpfen die Raupen und nach einer langen sommerlichen Puppenphase schlüpfen im September/Anfang Oktober ca. 80 % der Falter. Diese nehmen keine Nahrung mehr auf und leben maximal zwei Wochen.


Gefährdung

Gefährdungsursachen sind Aufgabe der Mittel- und Niederwaldwirtschaft, Entwässerung oder Grundwasserabsenkung in Wäldern, Räumung von Unterholz, Insektizidausbringung in Wäldern, Aufforstung mit standortfremden Gehölzen, zunehmende Verbuschung in offenen Hecken- und Gebüschlandschaften und die Entfernung von Feldgehölzen und Hecken.


Schutz

Höchste Priorität hat die Sicherung der noch verbliebenen Vorkommen durch den Schutz ihrer Lebensräume. Dazu zählen die Mittel- und Niederwaldbewirtschaftung ohne großflächigen Umtrieb, der Verzicht auf Insektizideinsatz und der Erhalt von Heckenlandschaften. Gegebenenfalls kommt an geeigneten Stellen eine Wiederansiedlung der Art in Frage.


Literaturhinweis

verändert nach:
Drews, M. und Wachlin, V. (2003): Eriogaster catax (Linnaeus, 1758). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Biewald, G., Hauke, U., Ludwig, G., Pretscher, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 1: Pflanzen und Wirbellose. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(1): 459-464.

Letzte Änderung: 12.06.2019

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