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Gortyna borelii lunata Freyer, 1837


Haarstrangwurzeleule

Nachtfalter aus der Familie der Eulen

EU-Code: 4035, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 1 (2011)


Verbreitung

Die Haarstrangwurzel-Eule ist in Europa v. a. im Süden und Osten verbreitet. In Deutschland gibt es aktuell nur noch vereinzelte Vorkommen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Lebensräume der Art sind v. a. Halbtrockenrasen und Blutstorchschnabelsäume mit reichem Vorkommen des Arznei-Haarstrangs.


Fortpflanzung/Biologie

Das Weibchen legt die Eier an die unteren Stängelteile des Arznei-Haarstrangs und Gräser in der näheren Umgebung. Ein Gelege kann bis zu 200 Eier umfassen. Im folgenden Sommer schlüpfen die Raupen, die zuerst im Stängel, später in der Wurzel der Pflanze fressen. Die Falter fliegen von Ende August bis Anfang Oktober.


Gefährdung

Die Art ist durch eine zu intensive landwirtschaftliche Nutzung ihrer Lebensräume bedroht, die zu einem Rückgang oder zum Verschwinden des Arznei-Haarstrangs als Raupen-Futterpflanze führen. Auch das Brachfallen der Flächen als Folge der Nutzungsaufgabe stellt eine Gefährdung dar.


Schutz

Vordringlich ist die Sicherung der noch verbliebenen Vorkommen durch den Schutz ihrer Lebensräume. Dazu zählt der Erhalt von Grünland und Säumen mit ausreichendem Vorkommen des Arznei-Haarstrangs. Sinnvoll ist eine extensive Grünlandnutzung durch abschnittsweise Mahd nach der Samenreife des Arznei-Haarstrangs, um ein Brachfallen der Flächen zu vermeiden.


Literaturhinweis

verändert nach:
Biewald, G. (2005): Gortyna borelii lunata Freyer, 1838. In: Petersen, B. und Ellwanger, G. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 3: Arten der EU-Osterweiterung. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(3): 128-138.

Letzte Änderung: 11.06.2019

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