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Canis lupus, Linnaeus 1758

Wolf

in Rudeln lebendes, hundeartiges Säugetier

EU-Code: 1352*, Anh. II, IV, V

Rote Liste Deutschland: 1 (2009)   


Verbreitung

Die Art ist ursprünglich in der gesamten Paläarktis (außer Nordafrika), arabischen Halbinsel, großen Teilen des indischen Subkontinents und Nordamerika verbreitet. Heute ist sie in großen Teilen dieses Areals ausgestorben. In Deutschland breitet sich die Art wieder aus, wobei zunächst Teile der kontinentalen biogeographischen Region wiederbesiedelt wurden (Einwanderung von östlichen/südöstlichen Nachbarstaaten ausgehend), inzwischen aber auch wieder Vorkommen in der atlantischen Region nachgewiesen werden. In der Monitoringperiode 2017/2018 wurden insgesamt 75 Rudel, 33 Paare und drei territoriale Einzeltiere in Deutschland bestätigt (Quelle: DBBW, laufend aktualisierte Zahlen auf www.dbb-wolf.de).


Fortpflanzung/Biologie

Der Wolf ist mit zehn Monaten geschlechtsreif. Die Fortpflanzung erfolgt jedoch in der Regel nach dem 22. Lebensmonat. Die Weibchen sind 62 bis 63 Tage trächtig und säugen ihre Jungen ca. sechs Wochen. In der Regel hat jedes Rudel einen Wurf, manchmal werden auch zwei bis drei Würfe in einem Rudel gleichzeitig aufgezogen. Alle Rudelmitglieder beteiligen sich an der Jungenfürsorge.


Gefährdung

Hauptfeind des Wolfes ist der Mensch, insbesondere durch Bejagung, aber auch durch die Zersiedlung der Landschaft und den Straßenverkehr.


Schutz

Eine breite Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung ist der Schlüsselfaktor für die Erhaltung der Art, damit Abschüsse vermieden und auftretende Verluste beim Weidevieh hingenommen und entschädigt werden. Zuwanderungsmöglichkeiten insbesondere von Polen her müssen erhalten werden. Wolfsmanagement mit umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit ist unumgänglich.


Literaturhinweis

verändert nach:
Kluth, G. und Boye, P. (2004): Canis lupus Linnaeus, 1758. In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 358-365.

Letzte Änderung: 07.06.2019

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