Castor fiber, Linnaeus 1758

Biber

großes, im Wasser lebendes Nagetier

EU-Code: 1337, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: V (2009) 


Verbreitung

Der Biber hatte Mitte des 20. Jhd. nur in drei Gebieten überdauert: Rhonedelta, Mittelelbe und Südnorwegen. Mittlerweile ist die Art durch Wiederansiedlungen wieder weiter verbreitet. In Deutschland befindet der Biber sich weiterhin in Ausbreitung. Die Art ist ein Charaktertier großer Flussauen, in denen sie bevorzugt Weichholzaue und Altarme besiedelt.


Fortpflanzung/Biologie

Der Biber wird mit 2-3 Jahren geschlechtsreif. Die Paarung erfolgt zwischen Januar und März im bzw. unter Wasser. Nach 105-107 Tagen Tragzeit werden Ende Mai/Anfang Juni 1-6 Junge geboren. Die Jungensterblichkeit beträgt im ersten Lebensjahr 25-50%.


Gefährdung

Die Hauptgefährdung für den Biber war die direkte Verfolgung durch den Menschen. Später kam die großräumige Zerstörung des Lebensraums hinzu (Gewässerausbau, Zerstörung der Durchgängigkeit der Fließgewässer, Zunahme der Hochwasserereignisse). Gegenwärtig geht von der Zersplitterung der Landschaft eine besondere Gefahr (Verunfallung auf der Straße) aus.


Schutz

Der Straßenneu- oder -ausbau sollte in ufernahen Bereichen und Feuchtgebieten, die vom Biber besiedelt sind oder besiedelt werden könnten, unterbleiben. Bei der Gewässerunterhaltung sind die Belange des Bibers zu beachten. Bei Schifffahrtsstraßen und Kanälen sind Trittsteinbiotope notwendig.


Literaturhinweis

verändert nach:
Dolch, D. und Heidecke, D. (2004): Castor fiber Linnaeus, 1758. In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 370-378.


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