Bundesamt für Naturschutz

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Myotis emarginatus (E. Geoffroy, 1806)

Wimperfledermaus

mittelgroße, braungraue bis rötliche Fledermaus

EU-Code: 1321, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (2009)


Verbreitung

Die Wimperfledermaus ist von Nordafrika über das südliche Europa und Kleinasien bis nach Israel, die Kaukasusregion und Afghanistan verbreitet. Als mediterranes Faunenelement tritt sie mit reproduzierenden Beständen in Deutschland nur in Süddeutschland auf. Die Quartiere finden sich in Deutschland immer in Gebäuden in Waldnähe.


Fortpflanzung/Biologie

Weibliche Tiere werden mit zwei Jahren trächtig. Zwillingsgeburten wurden noch nicht nachgewiesen. Paarungen finden ab Herbst statt. Die Art hält von November/Dezember bis April/Mai Winterschlaf. Die Wochenstuben werden Mitte April bis Anfang Mai bezogen. Bereits Ende Juli ist die Mehrzahl der Tiere abgewandert.


Gefährdung

Hauptgefährdungsursachen sind die Aufgabe der traditionellen Milchviehwirtschaft (Fortpflanzungsquartiere, Nahrung: Fliegen) und die moderne Forstwirtschaft, durch die Baumquartiere vernichtet werden und die der Art bei Anwendung von Insektiziden die Nahrungsgrundlage entzieht. Ebenfalls problematisch ist u. a. der Einsatz von Holzschutzmitteln in Quartieren.


Schutz

Wochenstubenquartiere in Gebäuden müssen erhalten werden. Besonders bedeutsam sind außerdem ein Fortbestand der traditionellen Michviehwirtschaft sowie die Erhaltung von laubholzreichen Wäldern im Umfeld von wenigstens zehn Kilometer um Wochenstuben. In einem Radius von zehn bis 15 Kilometer um bekannte Quartiere sollten keine größeren Verkehrstrassen gebaut werden.


Literaturhinweis

verändert nach:
Brinkmann, R.; Meinig, H. und Boye, P. (2004): Myotis emarginatus (E. Geoffroy, 1806). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 496-502.

Letzte Änderung: 11.06.2019

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