Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland


Kartenausschnitt

Bei Naturschutzgroßprojekten handelt es sich um Gebiete mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung, die aufgrund ihrer Naturnähe, Gefährdung, Einmaligkeit und Beispielhaftigkeit geschützt werden sollen.

Dazu werden naturraumbezogen großräumige Projektgebiete abgegrenzt, in denen wiederum Kerngebiete mit höchster Schutzwürdigkeit enthalten sind. Das Projektgebiet des NGP "Lausitzer Seenland" umfasst ca. 27.000 ha und hat hinsichtlich der Naturschutzziele im Kerngebiet flankierende Funktion, z. B. dient es der Abpufferung von schutzwürdigen Bereichen. Weiterhin sollen hier vorrangig Vereinbarungen nach Förderprogrammen des Landes Sachsen zum Einsatz gelangen.


Blick auf das Lausitzer Seenland

Das Kerngebiet hat eine Ausdehnung von ca. 5.760 ha und wurde hinsichtlich seiner Bedeutung zur Umsetzung der Naturschutzziele abgegrenzt. In diesem Bereich werden Maßnahmen mit Mitteln des Bundes, des Freistaates Sachsen sowie des Projektträgers "Lausitzer Seenland" gGmbH umgesetzt (E-Mail-Kontakt). Diese gemeinnützige GmbH wurde als Projektträger von der Deutschen Umwelthilfe, die jedoch heute nicht mehr beteiligt ist, ins Leben gerufen und hat in der ersten Projektphase erfolgreiche Arbeit geleistet. Für die Umsetzungsphase bleibt die "Lausitzer Seenland gGmbH" Projektträger, mit folgenden Gesellschaftern:


Schutzgebiet

Ziel des Projektes ist es, das ökologische Potential der Landschaft zu sichern und gleichzeitig geeignete Wirtschaftsweisen zu etablieren, die einer nachhaltigen wirtschaftlichen wie auch sozialen Stärkung der Region dienen.

Zur Umsetzung von Zielen sollen auch Teile des Kerngebietes erworben (ca. 3.700 ha) und als Schutzgebiet ausgewiesen werden.


Attraktive Landschaft

In der Attraktivität der Landschaft wird ein wesentlicher Impulse gesehen, die naturverträgliche Erholung/ Tourismus zu fördern. Dazu soll die besondere Charakteristik der Bergbaufolglandschaft als Markenzeichen über die Sanierung/ Rekultivierung hinaus erhalten bleiben.





Das Naturschutzgroßprojekt gliedert sich in zwei Förderphasen.

Die erste Phase - die Planungsphase - umfasst die Aufstellung und Abstimmung eines Pflege- und Entwicklungsplanes. Dieser enthält neben der Festsetzung von naturschutzfachlichen Zielen und Maßnahmen eine sozioökonomische Analyse, mittels dieser Synergieeffekte mit Nutzungsansprüchen und Kooperationsmöglichkeiten mit Flächeneigentümern herausgearbeitet werden. Um Konflikte frühzeitig auszuräumen, wurde das planerische Konzept mit einem moderierten Verfahren begleitet.

Das Projekt soll insgesamt einen positiven Beitrag für die ansässige Bevölkerung leisten.

Kühe und Pferde auf der Weide

Bei der Erarbeitung des Pflege- und Entwicklungsplanes stellt die Spezifik der Bergbaufolgelandschaften eine Herausforderung dar. Da sich die Bergbaufolgelandschaft mit ihrem Arten- und Biotopinventar noch in einem Umwandlungs- bzw. Entwicklungsprozess (Sanierung und Flutung von Tagebauhohlformen) befindet, ist in Teilen nur eine Abschätzung mittels Entwicklungsszenarien möglich.

Die zweite Phase - Umsetzungsphase - knüpft mit investiven Maßnahmen (Flächenkauf, biotopersteinrichtende und -lenkende Maßnahmen) daran an.

Die Planungsphase begann am 1. Januar 2003 und wurde am 29. April 2004 abgeschlossen.


Jürgen Trittin, Prof. Hartmut Vogtmann und Steffen Flath beim Besuch des Naturschutzgroßprojektes

Anlässlich des erfolgreichen Starts besuchte Bundesumweltminister Jürgen Trittin im Rahmen seiner Sommerreise zusammen mit Präsidenten des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann und dem Sächsischen Umweltminister Steffen Flath am 8. August 2003 das Naturschutzgroßprojekt "Lausitzer Seenland".

In einem Pressegespräch verdeutlichte Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, dass das Naturschutzgroßprojekt die Regionalentwicklung wirksam unterstützen kann. Eine Chance liegt laut dem Sächsischen Umweltminister Steffen Flath im Tourismus, der sinnvoll mit den Interessen des Naturschutzgroßprojektes "Lausitzer Seenland" verknüpft werden soll.


Luftbild Neuwieser See
Übergabe des Mittelverteilungsschreibens

Der ehemalige Bundesumweltminister Trittin bekräftigte das Naturschutz nicht heisst, einen Zaun um Flächen zu legen. Vielmehr geht es darum den Menschen die Naturschätze näher zu bringen.

Mit Übergabe des Mittelverteilungsschreibens am 8. November 2005 durch Herrn Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium Jochen Flasbarth ist der Startschuss für die zweite Phase des Naturschutzgroßprojekts "Lausitzer Seenland" gefallen.

Bis zum Jahr 2014 sollen entsprechend den Planungen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Waldumbau von nichtheimischen Gehölzen und Monokulturen,
  • Auflichtung von Waldaußen- und Waldinnenrändern,
  • Schaffung von Kleingewässern und Tümpeln,
  • Schaffung von strukturreichen Gräben,
  • Schaffung von Gehölzstrukturen im Offenland,
  • Initiierung von Sandheiden,
  • Initiierung von Feuchtheiden,
  • Entfernung von Landreitgras durch Mahd,
  • Entwicklung von Trockenrasen durch Beweidung und
  • Einrichtung von zwei Aussichtstürmen zur Besucherlenkung.

Daran anknüpfend werden die Projektziele auch nach Ablauf der zweiten Phase fortgeführt. "Das Projekt nutzt den Menschen in dreifacher Hinsicht. Erstens in dem attraktive Landschaften entstehen, zweitens in dem die natürlichen Lebensgrundlagen gesichert werden und drittens, in dem das Projekt zur regionalen Wertschöpfung beiträgt", betonte Flasbarth.

Letzte Änderung: 02.01.2006

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