Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Fließgewässersystem Obere Ahr und Nebenbäche (Ahr 2000)

Lage:

Nordrhein-Westfalen, im Kreis Euskirchen, südlich der Ortschaft Blankenheim


Naturraum:

Kalkeifel


Fläche:

2.450 Hektar Kerngebiet


Projektbeschreibung:

Fließgewässersystem Obere Ahr und Nebenbäche (Ahr 2000) © BfN
Fließgewässersystem Obere Ahr und Nebenbäche (Ahr 2000)

Die obere Ahr und ihre Nebenbäche stellen ein großräumiges, für den Naturraum der Kalkeifel repräsentatives, Fließgewässersystem dar. Projektgebiet ist das Wassereinzugsgebiet der Oberen Ahr in Nordrhein-Westfalen. Innerhalb dieses Gebietes sind die Gewässerläufe, ihre Quellbereiche, Talauen und Talhänge als zusammenhängendes Kerngebiet abgegrenzt. Die Fließgewässer weisen weitgehend naturnahe Strukturen und Dynamik auf. Die enge Nachbarschaft von mageren Kalktriften und Wiesentälern, Feuchtgebieten und Laubwäldern bewirkt eine Vielfalt an Biotopen wie Bruch- und Auenwälder, Röhrichte und Seggenrieder, Feucht- und Nasswiesen, Kalkmagerrasen und Buchenwälder. Seltene, gefährdete Pflanzen und Tiere wie 21 verschiedene Orchideenarten, Randring-Perlmuttfalter, Eisvogel, Bachneunauge und Bartfledermaus besiedeln das Gebiet.

Ziel des Projektes war es, die Obere Ahr und ihre Nebenbäche in ihrem naturnahen Zustand zu erhalten, zu optimieren und dauerhaft zu sichern. Durch gezielte Maßnahmen wurden die eigendynamische Entwicklung der Gewässer in Gang gesetzt, naturferne Bereiche in einen naturnahen Zustand überführt und die ökologische Durchgängigkeit der Fließgewässer wiederhergestellt. Die Lebensräume der historisch gewachsenen Natur- und Kulturlandschaft wurden beispielhaft durch die Einbeziehung naturschutzorientierter, extensiver Wirtschaftsweisen erhalten und weiter entwickelt.

Die Umsetzung der Projektziele und ihre dauerhafte Sicherung erfolgten auf den Flächen im Kerngebiet vorrangig durch Flächenerwerb und biotopersteinrichtende Maßnahmen. Insbesondere wurden folgende biotopersteinrichtende Maßnahmen erfolgreich durchgeführt:

  • Rückbau von Wehranlagen und Umbau weiterer Wanderhindernisse in der Ahr und in den Nebenbächen,
  • Ausweisung von Uferrandstreifen an der Ahr und an den Nebenbächen und Einstellung der Gewässerunterhaltung,
  • Wiederansiedlung des Edelkrebses in einigen Nebenbächen,
  • Umwandlung von standortfremden Fichtenforsten in naturnahen Auwald,
  • Umwandlung nicht standortgerechter, lichter Kiefernforste durch Unterpflanzung mit Rotbuche und Nebenbaumarten,
  • Entbuschen und Erstmahd von Kalkmagerrasen, Borstgrasrasen und Feuchtwiesen,
  • Umwandlung von Acker in extensiv genutztes Grünland.

Das gesamte Kerngebiet wurde als Naturschutzgebiet ausgewiesen und als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet gemeldet.


Förderzeitraum:

1993 bis 2005


Finanzvolumen:

6,6 Mio. Euro


Projektträger:

Kreis Euskirchen
Jülicher Ring 32
53879 Euskirchen

Tel.: (02251) 15-579, Fax: (02251) 15-654

e-Mail


Projektförderer:

BMUB, Land Nordrhein-Westfalen, Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen-Stiftung


Ansprechpartnerin im BfN:

Gabriele Niclas FG II 2.3


Weitere Informationen:

Natur und Landschaft, Jahrgang 69 (1994), Heft 7/8, 343-349 (Bestellhinweise)

...mehr im Internet


Letzte Änderung: 01.01.2015

 Artikel drucken