Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog

Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog: Qualifizierte Beratung für mehr biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft

Foto: Torsten Kellermann / unsplash
Foto: Torsten Kellermann / unsplash

Putbus/Insel Vilm, 11. November 2020: Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit seiner Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm (INA) hat vom 4. bis 5. November zu einem Online-Workshop im Rahmen der Tagungsreihe „Naturschutz und Landwirtschaft im Dialog“ eingeladen. Vertreter und Vertreterinnen von Landesbehörden, Verbänden, Ausbildungsstätten und von Beratungseinrichtungen des Umwelt- und Agrarsektors diskutierten gemeinsam über die Qualifizierung und Weiterbildung zur Biodiversitätsberatung in der Landwirtschaft.

In Deutschland gibt es im Rahmen der Agrarumweltförderung zahlreiche Möglichkeiten zur Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft. Um Naturschutzmaßnahmen aber möglichst effektiv umzusetzen und eine bestmögliche Wirkung in der Fläche zu erzielen, benötigen Landwirtinnen und Landwirte eine kompetente Fachberatung an ihrer Seite. Diese kann am besten geleistet werden, wenn vor Ort stabile Beratungsstrukturen existieren und Berater und Beraterinnen sowohl in der Agrarökologie als auch in der landwirtschaftlichen Praxis solide ausgebildet sind und über eine hohe Beratungskompetenz verfügen. Hierdurch wird Vertrauen aufgebaut und eine langfristige und zielgerichtete Beratung und Begleitung der Betriebe gefördert, die zum Erreichen von ökologischen Zielen in der Agrarlandschaft unerlässlich ist. Das BfN hat an dieser Stelle Optimierungsbedarf identifiziert.

Ziel des Online-Workshops war es, den Austausch zwischen Expertinnen und Experten aus Verwaltung und Praxis zu fördern, Qualifizierungsbedarfe in der Biodiversitätsberatung zu identifizieren und daraus Lösungsansätze für die berufliche Weiterbildung von Biodiversitätsberatenden abzuleiten.

Im Ergebnis wird die Entwicklung und Etablierung einer bundesweit einheitlichen, zertifizierten Qualifizierung für Biodiversitätsberatende angestrebt. Trotz des bundeseinheitlichen Ansatzes werden die unterschiedlichen regionalen Voraussetzungen und Bedarfe in der Qualifizierung Beachtung finden. Dazu soll in Kürze eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet werden. Viele auf der Tagung vertretenen Organisationen und Institutionen signalisierten ihr großes Interesse an der Mitarbeit in einer solchen Arbeitsgruppe und der Anwendung bundeseinheitlicher Vorgaben für eine berufsbegleitende Qualifizierung.

Hintergrund

Das BfN engagiert sich seit 2018 in der akademischen Ausbildung mit einem speziellen Kurs an der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm (INA) für Studierende der Agrar- und Umweltwissenschaften. Der Hochschulkurs vermittelt in drei Modulen über einen Zeitraum von 6 Monaten mittels Lehre, Rollenspielen, Gruppenarbeiten, eigenen Betriebsanalysen und ökologischen Erfassungen Grundkenntnisse der Biodiversitätsberatung. Vor diesem Hintergrund plant das BfN, ab 2021 gemeinsam mit interessierten Hochschulen im Rahmen eines Forschungsvorhabens zu eruieren, wie die akademische Ausbildung zum Thema weiter intensiviert werden kann. Darüber hinaus sollen für alle neuen und bereits aktiven Biodiversitätsberater und -beraterinnen die Möglichkeit der Qualifizierung und Weiterbildung (als Berufseinstieg oder berufsbegleitend) geschaffen werden, damit eine solide Ausbildung auch unabhängig vom Angebot einzelner Hochschulen gelingt. Hierfür hat der letztwöchige Online-Workshop wichtige Bedarfe und Folgeschritte identifiziert.

Weitere Informationen zum Hochschulkurs

www.bfn.de/naturschutzakademie/fortbildungen.html