Bundesamt für Naturschutz

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Nachhaltige Nutzung und naturverträglicher Konsum

Nachhaltige Nutzung von Natur und Landschaft

Fischer in Myanmar (© Jochen Bochert)
Auf der Abbildung sieht man zwei Fischer auf einem kleinen Boot mit Fischernetzen.

Die naturverträgliche und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen vereint die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse mit dem Schutz von Biodiversität und Ökosystemen. Das Themenspektrum umfasst neben naturverträglicher Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei unter anderem auch die Entwicklung nachhaltiger Tourismuskonzepten für Schutzgebiete, die Stärkung traditioneller naturverträglicher Landnutzungsmodelle sowie die Entwicklung von innovativen neuen Bewirtschaftungsformen. Das BfN fördert weltweit Projekte zur nachhaltigen Nutzung von Natur und Landschaft, insbesondere im Rahmen des UNESCO-Programms „Mensch und Biosphäre“ (MAB).

Zum UNESCO MAB Programm


Naturverträglicher Konsum im internationalen Kontext

Der Ernährungssektor ist ein Konsumfeld mit großen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt (© Simone Wulf)
Auf der Abbildung sieht maneinen Marktstand mit tropischen Früchten.

Vorherrschende Konsummuster in Ländern wie Deutschland haben weltweit schwerwiegende Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Der nicht nachhaltige An- oder Abbau von Rohstoffen sowie Produktion, Transport und Entsorgung von Konsumgütern sind nicht nur mit einem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch, Treibhausgas- und Schadstoffemissionen verbunden, sie haben auch gravierende Folgen für die biologische Vielfalt. Seltene Lebensräume werden für neue Produktionsflächen zerstört, Wasser und Böden verschmutzt und Ökosysteme in ihren wichtigen Funktionen gestört. Das BfN setzt sich daher aktiv für die Förderung eines naturverträglicheren Konsums ein.

Hintergrund und Handlungsempfehlungen

Die KonsumWende-Studie
Titelbild der Studie „Sustainable Consumption for Biodiversity and Ecosystem Services – the cases of cotton, soy and lithium”

Die Auswirkungen des deutschen Konsums auf die biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen in den Herkunftsländern wurden im Rahmen des vom BfN geförderten Projekts „KonsumWende“ (2017-2019) anhand der drei Fallbeispiele Soja, Baumwolle und Lithium untersucht sowie Handlungsempfehlungen entwickelt. Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass sich das Konsumverhalten in Ländern wie Deutschland schnell und grundlegend verändern muss. In vielen Fällen lassen sich die gravierenden Auswirkungen des Konsums am effizientesten durch eine Reduktion der Konsummenge im Sinne des Suffizienz-Prinzips verringern. Maßnahmenvorschläge umfassen beispielsweise einen verringerten Fleischverzehr im Ernährungssektor, eine Abkehr von der „Fast Fashion“ Kultur in der Textilbranche sowie weniger motorisierten Individualverkehr.

Zum Projekt „KonsumWende“

Zur deutschen Zusammenfassung der Studie

Engagement auf allen Ebenen erforderlich

Für das Gelingen der Konsumwende  sind insbesondere Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft gefragt, um bessere Rahmenbedingungen für nachhaltigere Kaufentscheidungen zu schaffen. Zudem kann der Bund durch die Berücksichtigung von Biodiversitätskriterien in der öffentlichen Beschaffung eine wichtige Vorbildfunktion einnehmen.

Mehr zu Biodiversitätskriterien in der Beschaffung

Information, Kommunikation und internationale Kooperation

Vorherrschende Konsummuster müssen sich grundlegend verändern (© Greg Reese/Pixabay.com)
Auf der Abbildung sieht man einen Spatz, der auf einem Einkaufswagen sitzt.

Das BfN setzt sich auf internationaler Ebene für die Aktivierung von Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zur Förderung des naturverträglichen Konsums ein. Im laufenden Vorhaben  „Gemeinsam für naturverträglichen Konsum“ (2019-2022) liegt daher der Schwerpunkt auf Information, Kommunikation und internationaler Kooperation. Hierfür wurde innerhalb des One Planet Networks  eine internationale „Arbeitsgruppe zur Kommunikation für biologische Vielfalt“ gegründet, welche die Naturschutz-Perspektive verstärkt in internationale Prozesse zum Thema nachhaltiger Konsum einbringen soll. Ein Online-Toolkit mit unterstützenden Materialien zu Information und Kommunikation für naturverträglichen Konsum wird im Rahmen des Projektes erarbeitet.

Zum Projekt „Gemeinsam für naturverträglichen Konsum“


Letzte Änderung: 16.03.2021

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