Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ergebnisse des Arbeitskreises "Felsen"

Der Bund-Länder-Arbeitskreis "FFH-Berichtspflichten Felsen" unter der Leitung von Dr. Eckhard Schröder hat seine Arbeiten abgeschlossen.

Konventionen des Arbeitskreises

Abgrenzung der Vorkommen

Auch beim Fehlen charakteristischer Höherer Pflanzenarten, aber Vorhandensein charakteristischer Moos- und Flechtenarten und ausreichender Naturnähe werden die Vorkommen zum jeweiligen Lebensraumtyp der Halden und Felsen gestellt.
Die Einordnung von Übergangsbeständen (z. B. auf basenreichen, aber nicht kalkreichen Gesteinen oder oberflächlich versauerten Böden auf Kalkgesteinen) erfolgt bundeslandspezifisch nach der Vegetation oder dem Gestein.
Bei der Unterscheidung der Lebensraumtypen 8220 und 8230 wird im Zweifel das Kriterium Bodenbildung mit herangezogen.

Bewertungsbezug

Bei den Fels-Lebensraumtypen sind generell zum Teil Parameter zu bewerten, die einer "Pflege" nicht zugänglich sind (gilt in besonderem Maße für Höhlen). Das bedeutet, dass einzelne Vorkommen ggf. aufgrund ihrer natürlichen Ausstattung in einzelnen Parametern nicht mit "A" bewertet werden können. Dies ist gerechtfertigt, da die Felsen aus Sicht des Schutzes / der Bedeutung für die Vegetation bzw. Flora und Fauna bewertet werden. Eine Bewertung als "Geotop" ist dagegen nicht vorgesehen.

Häufigkeit der Untersuchungen

Bei den Halden und den Felsen wurde eine Kartierung einmal während des Berichtszeitraums (alle 6 Jahre) für ausreichend gehalten. Bei den Höhlen ist zu prüfen, ob weitere Kartierdurchgänge erforderlich sind, da die Bewertung wesentlich auf den Tierarten beruht. Sofern für die Fledermäuse (auch die Anhang IV-Arten) Daten aus einem separaten Monitoring genutzt werden können, dürfte auch für die Höhlen in der Regel eine einmalige Kartierung während des Berichtszeitraumes ausreichend sein.


Die Bewertungsschemata für die Fels-Lebensraumtypen

Die nur in Bayern vorkommenden Lebensraumtypen 8120 "Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe (Thlaspietea rotundifolii)" und 8340 "Permanente Gletscher" wurden nicht behandelt.

Der prioritäre Lebensraumtyp 6110 "Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi)" wurde bereits vom Bund-Länder-Arbeitskreis "FFH-Berichtspflichten Grünland" bearbeitet.


Übersicht Bewertungsschemata
Silikatschutthalden der montanen bis nivalen Stufe
(Androsecetalia alpinae und Galeopsietalia ladani)
8110, pdf-Datei
Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas8150, pdf-Datei
Kalkhaltige Schutthalden der collinen bis montanen Stufe Mitteleuropa8160, pdf-Datei
Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation8210, pdf-Datei
Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation8220, pdf-Datei
Silikatfelsen mit Pioniervegetation des Sedo-Scleranthion oder des Sedo albi-Veronicion dillenii8230, pdf-Datei
Nicht touristisch erschlossene Höhlen8310, pdf-Datei

Die Grenz- und Schwellenwerte zu den einzelnen Parametern für die Zuordnung zu den Bewertungsstufen sind als Empfehlungen zu verstehen, da die endgültige Festlegung in der Verantwortung der Länder liegt. Die Schwellenwerte sollen hinsichtlich der regionalen und naturräumlichen Gegebenheiten bzw. Besonderheiten konkretisiert werden.

Die drei Bewertungskriterien:

  • Habitatstrukturen:
    Die Bewertung der Habitatstrukturen erfolgt abgestimmt auf den jeweiligen Lebensraumtyp (LRT) in der Regel anhand biotischer und abiotischer Merkmale. Dies sind der Artenreichtum und die Ausprägung der wertgebenden Vegetation bzw. der Reichtum unterschiedlicher Geländestrukturen und das Vorhandensein von Sonderstandorten sowie der Dynamik (bei Halden).
    Die Bewertung erfolgt anhand einer Verrechnung (Mittelung) der Unterkriterien, wobei die Ausprägung der Vegetation besonders berücksichtigt werden sollte.
  • Lebensraumtypisches Arteninventar:
    In der Regel wird die Anzahl der lebensraumtypischen Höheren Pflanzen- und der Moos- und Flechtenarten für die Bewertung der Vollständigkeit des lebensraumtypischen Arteninventars herangezogen. Bei Silikat-Schutthalden aus Serpentinit (s. LRT 8150) ist speziell auf das Vorhandensein von Serpentinit-Streifenfarnen (Asplenium adulterinum, Asplenium cuneifolium, Asplenium x poscharskyanum) zu achten. Zusätzlich kann die Anzahl lebensraumtypischer Tierarten als weiteres Unterkriterium in die Bewertung einbezogen werden, sofern Untersuchungen zu geeigneten Artengruppen verfügbar sind.
    Abweichend ist bei der Bewertung der Höhlen (LRT 8310) die Berücksichtigung lebensraumtypischer Tierarten obligatorisch (u. a. Fledermäuse, Spinnen), während auf die Berücksichtigung von Pflanzenarten verzichtet werden kann.
  • Beeinträchtigungen:
    Bei dem Kriterium Beeinträchtigungen werden für die Bewertung die Unterkriterien nicht verrechnet, sondern ausschlaggebend ist das Unterkriterium, welches am schlechtesten bewertet wurde, also die stärkste Beeinträchtigung darstellt.

Letzte Änderung: 02.03.2021

 Artikel drucken