Bundesamt für Naturschutz

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Qualität der Parameter

Angaben zu Fluchtdistanzen

Die Problematik der Fluchtdistanzen ergeben sich im wesentlichen aus den Streubereichen, die bei den einzelnen Arten auftreten können. Die Differenzen bei den Angaben zu den Fluchtdistanzen der einzelnen Arten sind zum einen Folge der subjektiven Einschätzung, die im wesentlichen aus eigenen Beobachtungen ohne konkrete Messungen resultiert. Die angegebenen Werte sind häufig ein Nebenprodukt der ornithologischen Feldarbeit. Zum anderen sind die unterschiedlichen Angaben darauf zurückzuführen, dass verschiedene Situationen und Gegebenheiten bei der Erfassung von Fluchtdistanzen berücksichtigt werden.


Aussagen über den Fortpflanzungserfolg

Ähnlich verhält es sich mit den verschiedenen Methoden und Parametern, die für Aussagen über den Fortpflanzungserfolg herangezogen werden.

Die Auswirkungen von Störungen beispielsweise auf den Bruterfolg können erfasst werden durch:

  • einen Vergleich von zwei oder mehr Stichproben von Nestern, die in unterschiedlichem Maß Störungen ausgesetzt waren, oder
  • einen Vergleich zweier oder mehrerer Gebiete, die in unterschiedlichem Maße Störungen ausgesetzt waren, oder
  • einen Vergleich von Stichproben aus verschiedenen Jahren mit unterschiedlicher Störungsintensität (Messung der Häufigkeit menschlicher Aktivitäten bei erfolglosen und erfolgreichen Nestern)
  • (KELLER 1995; siehe Publikationen)

Die unterschiedlichen Aussagen über den Bruterfolg sind jedoch nicht nur auf die unterschiedlichen Erfassungsmethoden zurückzuführen, sondern auch auf die verschiedenen Parameter, die bei der Erfassung berücksichtigt wurden

  • Erfassung des generellen Fortpflanzungserfolges (Anzahl der Jungen/ Brutpaar),
  • Bestimmung des Schlüpferfolges und des Aufzuchterfolges sowie
  • nur einen der beiden Parameter.

Die Bandbreite der möglichen Parameter sowie der unterschiedlichen Meßmethoden lassen Keller folgendes schlussfolgern:

"Die Variabilität der Art und Intensität der untersuchten Störungen erlaubt keine generelle Aussage über das Ausmaß der Verminderung des Bruterfolgs"

(KELLER 1995, 7; siehe Publikationen)


Angaben zur Herzschlagrate

Brütende Austernfischer reagieren auf sehr unterschiedliche Reize mit vergleichbarer Herzschlagrate (s. HÜPPOP, HAGEN, 1990; siehe Publikationen). Dabei wirkt eine Störung durch eine Person, die einen Weg in der Nähe des Nestes begeht (ohne diesen in Richtung Nest zu verlassen) in ähnlicher Art wie der sich nähernde Partner. Da Herzschlagraten-Änderungen aufgrund der Annäherung des Partners kaum als Störung zu werten sind, stellt sich die Frage, ob die Reaktion zu unspezifisch ist bzw. ob die Herzschlagänderung erst ab einem bestimmten erhöhten oder zu niedrigen Wert aussagekräftig ist.

Letzte Änderung: 02.01.2006

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