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Bundesamt für Naturschutz

BfN Schriften 550 - Berücksichtigung von Artenschutzbelangen bei der Errichtung von Kleinwindenergieanlagen

Im Zuge der Energiewende hat sich in Deutschland ein beachtlicher Markt für Kleinwindenergieanlagen etabliert. Eine Vielzahl von Anbietern, unterschiedlichen Systemen sowie technische Weiterentwicklungen der Anlagen versprechen zunehmend höhere Ertragsmöglichkeiten. Gleichzeitig bestehen jedoch noch große Unsicherheiten bei der Genehmigung von Klein-windenergieanlagen, besonders im Hinblick auf die Betroffenheit von Vögeln und Fledermäusen. Empirische Studien zu den Auswirkungen auf diese Artengruppen existieren bislang in Deutschland nicht. Mit dieser Veröffentlichung werden nun erstmals Ergebnisse einer systematischen Felduntersuchung an 14 Anlagen in Schleswig-Holstein vorgelegt.
Autor*in
Kai-Michael Thomsen, Stefanie Hartmann, Hendrik Reers, Horst Schauer-Weisshahn, Bruntje Lüdtke, Heidje Reinhard, Klaus Hochradel, Robert Brinkmann, Anne Evers, Luis Schmidt, Jan Sohler, Fränzi Korner-Nievergelt und Hermann Hötker
Herausgeber*in
Bundesamt für Naturschutz
Publikationsjahr
2020
Heft Nr.
550
Sprache
Deutsch
Seiten
122
ISBN
978-3-89624-288-4
DOI
10.19217/skr550

Beschreibung

Die Verwendung einer Stereo-Infrarotkamera eröffnete die Möglichkeit, das nächtliche Verhalten von Fledermäusen im Nahbereich der Anlagen zu dokumentieren. So konnten die herkömmlichen akustischen Erfassungen mit optischen Aufzeichnungen ergänzt und miteinander verglichen werden. Anhand der nun sichtbaren Flugbahnen ließ sich nicht nur die Flughöhe an den untersuchten Kleinwindenergieanlagen ermitteln, sondern auch ein mögliches Meide- und Ausweichverhalten bei den Tieren feststellen.
Bei der Artengruppe der Vögel zeigte sich ein signifikanter Einfluss von bestimmten Habitatparametern auf die Verhaltensweisen und somit auf das Kollisionsrisiko. Auf dieser Basis wurde eine Formel entwickelt, die es Genehmigungsbehörden und Projektierern ermöglicht, konfliktarme Standorte zu ermitteln.

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