Bundesamt für Naturschutz

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Landschaften

Zustand der rezenten (heutigen) Flussauen in Deuschland

Der überwiegende Teil der Flussauen in Deutschland ist deutlich bis sehr stark verändert

Nur zehn Prozent der rezenten (heutigen) Flussauen gelten als sehr gering oder gering verändert und damit als naturnah. Je stärker die Veränderung ausgeprägt ist, desto stärker ist auch die Funktionsfähigkeit des Ökosystems wie der natürliche Hochwasserschutz oder der Rückhalt von Treibhausgasen eingeschränkt.


Naturnahe Flussauen mit ihrer Vielfalt an Lebensräumen sind Lebensadern der Landschaft. Nicht nur die Natur, sondern auch die Gesellschaft profitiert von intakten Auen durch einen natürlichen Hochwasserschutz, eine verbesserte Wasserqualität und den Rückhalt von Treibhausgasen. Bei einem Rückgang naturnaher Auen gehen diese Leistungen mehr und mehr verloren.

Bundesweite Erhebung erfasst und bewertet den Zustand der Auen in Deutschland

Im Rahmen eines bundesweiten Auenzustandsberichts wurden 2009 deutschlandweit abschnittsweise die Auen von 79 Flüssen mit einem Einzugsgebiet, das größer als 1.000 Quadratkilometer ist, erfasst und bewertet. Weniger als 1 Prozent sind als „sehr gering verändert“ und 9 Prozent als „gering verändert“ eingestuft. 36 Prozent der Auenabschnitte gelten als „deutlich verändert“, besitzen aber noch „Auencharakter“ und vielfach ein hohes ökologisches Potenzial für eine naturnahe Entwicklung. Das Vorherrschen der Auenzustandsklassen „stark verändert“ und „sehr stark verändert“ mit zusammen 54 Prozent der Auenabschnitte erklärt sich aus der historisch gewachsenen Situation der Auen als Schwerpunkträume der Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie als Folge umfassender wasserwirtschaftlicher und kulturbaulicher Maßnahmen. Diese Ergebnisse verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf, den Flüssen wieder mehr Raum zu geben, insbesondere auch um die national wie international gesteckten Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland zu erreichen.

Ein Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist, dass in den Fließgewässern und Auen bis 2020 eine für Deutschland naturraumtypische Vielfalt gewährleistet ist und der überwiegende Teil der Fließgewässer wieder über mehr natürliche Überflutungsräume verfügt.

Weiterführende Infos

Auenzustand (BfN-Themenseite)

Auenzustandsbericht (BMUB und BfN, 2009)