Bundesamt für Naturschutz

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Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt (lang)

Transkript zum Video „Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt“

Die biologische Vielfalt der Erde ist nicht nur eine zentrale Grundlage für unser Leben, unsere Ernährung und unsere Gesundheit. Sie ist auch um ihrer selbst willen erhaltenswert. Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt fördert Projekte, die diese Vielfalt in Deutschland schützen oder nachhaltig nutzen. 

[Texteinblendung: Seit 2011 über 100 Millionen Euro / Über 60 geförderte Projekte]

Es hat vier Förderschwerpunkte: 

[Texteinblendung: Vier Förderschwerpunkte]

Erstens, Arten, für deren Erhalt Deutschland eine besondere Verantwortung hat, wie beispielsweise die Heilpflanze Arnika oder die europäische Wildkatze.

[Texteinblendung: Feuersalamander (Salamandra salamandra) / Rotmilan (Milvus milvus)]

Zweitens, Hotspots der biologischen Vielfalt. Also Regionen mit einem besonderen Reichtum an Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten.

[Texteinblendung: Isar]

Drittens, Ökosystemleistungen, wie zum Beispiel die Klimaregulation und das Filtern von Atemluft und Trinkwasser. Auch die Bestäubung von Gemüse- und Obstpflanzen durch Insekten zählt dazu. Viertens, weitere Maßnahmen, beispielsweise zur Umweltbildung oder zum Erhalt der biologischen Vielfalt im städtischen Umfeld.

[Texteinblendung: 1. Förderschwerpunkt „Verantwortungsarten“, Beispielsprojekt: Wildkatzensprung]

Die Wildkatze lebt in naturnahen Laub- und Mischwäldern.

[Texteinblendung: Waldkatzensprung, Finanzvolumen: 5,14 Millionen Euro]

Dort findet sie ausreichend Deckung, Nahrung und Rückzugsräume. In Deutschland sind diese Wälder oft voneinander isoliert. Der Sprung von einem Wald in den nächsten ist für die Wildtiere riskant. Um den Wildkatzensprung sicherer zu machen und die Lebensräume besser miteinander zu vernetzen, hat der BUND zusammen mit freiwilligen Helfern in elf Regionen grüne Korridore aus Sträuchern und Bäumen geschaffen.

[Texteinblendung: 16.000 neue Bäume und Sträucher]

Hunderte von Freiwilligen haben zudem Lockstöcke mit Baldrian-Tinktur aufgestellt und daran über 6.000 Haarproben gesammelt. Das Forschungsinstitut Senckenberg hat diese dann genetisch analysiert.

[Texteinblendung: Erste Gendatenbank der Europäischen Wildkatze]

So konnten erstmal Vorkommen und Wanderbewegungen der Tiere erfasst und mögliche Ausbreitungshindernisse identifiziert werden.

[Texteinblendung: Christiane Bohn, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland]

„Das Projekt Wildkatzensprung ist ein ganz einzigartiges citizen-science-Projekt und es gibt nichts Vergleichbares in Deutschland. Inzwischen scheinen sich die Wildkatzenbestände erholt zu haben, aber der BUND wird auf jeden Fall an dem Thema dranbleiben. Und wir wollen unsere Arbeit aus dem Projekt Wildkatzensprung fortsetzen.“

[Texteinblendung: 2. Förderschwerpunkt „Hotspots“, Beispielprojekt: Alpenflusslandschaften]

Vier Flüsse prägen die Landschaft zwischen Ammersee und Zugspitze: Lech, Ammer, Isar und Loisach.

[Texteinblendung: Alpenflusslandschaften, Finanzvolumen: 4,6 Millionen Euro / Projektregion: über 3.000 km²]

Wie Lebensadern durchziehen die Flusslandschaften das Projektgebiet, das auch zwei Hotspotregionen der biologischen Vielfalt umfasst.

[Texteinblendung: Ammer]

Mit vielfältigen Maßnahmen zum Arten- und Lebensraumschutz und zur Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, setzen sich die Partner des Projektes „Alpenflusslandschaften“ dafür ein, die biologische Vielfalt im Projektgebiet zu erhalten und zu verbessern. Eine Herausforderung ist dabei der Konflikt zwischen Naturschutz und Naturnutzung, zum Beispiel durch Freizeit oder Landwirtschaft. Einfache Botschaften sollen Anwohner und Besucher dazu bringen, selber Verantwortung für den Naturraum zu übernehmen, den sie nutzen wollen.

[Texteinblendung: Dr. Wolfgang A. Hug, WWF-Büro Wildflüsse und Alpen]

„Das Besondere am Projekt ist, dass  es 18 Partnerorganisationen gemeinsam umsetzen. Wir kommen vom Naturschutz, von Bildungsorganisationen, von Tourismusverbänden und Behörden.“

[Texteinblendung: 3. Förderschwerpunkt „Ökosystemleistungen“, Beispielprojekt: Summendes Rheinland]

Die Landwirtschaft nutzt derzeit mehr als 50 Prozent der Fläche Deutschlands und trägt damit eine besondere Verantwortung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt.

[Texteinblendung: Summendes Rheinland, Finanzvolumen: 1,06 Millionen Euro]

Diese ist eine wichtige Grundlage für bestimmte Ökosystemleistungen der Natur, wie beispielsweise die Klimaregulation und das Filtern von Atemluft und Trinkwasser. Auch die Bestäubung von Gemüse- und Obstpflanzen durch Insekten zählt dazu. Das Projekt „Summendes Rheinland“ zeigt Wege auf, wie die Lebensbedingungen für Wildbienen und andere Bestäuber in der Agrarlandschaft verbessert werden können.

[Texteinblendung: Mehr Blüten für Insekten]

Durch das Anlegen von Blühstreifen, den Anbau von blühenden Zwischenfrüchten und das Aufstellen von Nisthilfen konnten die am Projekt beteiligten Landwirtinnen und Landwirte die Zahl der Bestäuber-Insekten spürbar erhöhen. 

[Texteinblendung: Landwirte setzen sich für Bestäuber ein]

[Texteinblendung: Dr. Heiko Schmied, Stiftung Rheinische Kulturlandschaft]

„Für uns bedeutet die Förderung des Bundesprogramms Biologische Vielfalt die Möglichkeit zusammen mit Landwirten Naturschutzmaßnahmen zum Schutz von Bestäubern zu entwickeln.“

[Texteinblendung: 4. Förderschwerpunkt „Weitere Maßnahmen“, Beispielprojekt: Natur in graue Zonen]

Wer sich in der Stadt aufhält, ist umgeben von Beton und Asphalt und vielleicht ein bisschen Einheitsgrün.

[Texteinblendung: Natur in graue Zonen, Finanzvolumen: 640.000 Euro]

Das Projekt „Natur in graue Zonen“ aus dem Förderschwerpunkt „Weitere Maßnahmen“ zeigt, dass sich das ändern lässt und auch auf kleinster Fläche Platz für die biologische Vielfalt ist. In enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Nachbarschaften, Bürgerstiftungen und Fachbetrieben für Naturgärten wurden in einigen Pilotstädten über 30 Flächen entsiegelt und naturnah umgestaltet. Bewusst veränderte man keine großen Areale, sondern schuf viele kleine, grüne Bereiche.

[Texteinblendung: Biodiversität auf kleinstem Raum]

Die neu angelegten Flächen werden nun von lokalen Akteuren gepflegt und erhalten, sodass sie weiterblühen und sich entwickeln können.

[Texteinblendung: Dr. Anke Valentin, Wissenschaftsladen Bonn e.V.]

 „Das Schöne an dem Förderprogramm ist, dass die fachliche Begleitung einfach hervorragend ist. Also man wird sehr schön immer wieder beraten während der Projektlaufzeit, während der Antragsstellung und das hilft wirklich sehr beim Projektverlauf.“

Eine Besonderheit des Bundesprogramms Biologische Vielfalt ist die lange Laufzeit. Projekte werden bis zu sechs Jahre gefördert.

[Texteinblendung: Laufzeit bis 6 Jahre]

Das bringt Planungssicherheit und ermöglicht einen hohen Wirkungsgrad. Gemeinnützige Organisationen, Verbände und Stiftungen kommen ebenso als Projektträger in Frage, wie Kommunen, Zweckverbände und Unternehmen.

[Texteinblendung: Fördersumme nicht begrenzt / Bewerbungen jederzeit möglich]

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt ist ein zentrales und erfolgreiches Instrument der Bundesregierung zur Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.

[Texteinblendung: Für das Leben. Für die Natur. Für die Vielfalt.]