Bundesamt für Naturschutz

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Öl- / Gasaufsuchung und -gewinnung


Gasförderplattform A6/B4 (ehemals A6-A) nahe der Doggerbank. Foto: BfN
Gasförderplattform A6/B4 (ehemals A6-A) nahe der Doggerbank. Foto: BfN

Die Nordsee ist eines der wichtigsten europäischen Fördergebiete der Offshore-Industrie. Hier befinden sich große Erdöl- und Erdgaslagerstätten, die wirtschaftlich genutzt werden. Insgesamt befinden sich knapp 500 Plattformen in der Nordsee, die meisten in britischen Gewässern, gefolgt von Norwegen, den Niederlanden und Dänemark. Der britische und norwegische Teil der Nordsee enthalten dabei mit Abstand die größten Ölreserven.

In der deutschen Nordsee befindet sich derzeit die einzige Ölförderplattform im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die einzige aktive deutsche Gasförderplattform liegt im so genannten „Entenschnabel“ der ausschließlichen Wirtschaftszone nahe der Doggerbank.

Die Ölförderung in der deutschen Ostsee wurde im Jahr 2000 eingestellt.

Obgleich die Sicherheitsvorkehrungen zur Unfallverhütung in den vergangenen Jahrzehnten stetig verbessert wurden, bleiben nach wie vor Risiken und Auswirkungen der Öl- und Gasaufsuchungen wie Leckagen oder gar Ölunfälle an den Förderplattformen, Pipelines oder Transportschiffen bestehen. Und schon die Vorerkundungen können die marine Lebensvielfalt beeinträchtigen.


Ölbohrinsel Mittelplate A, im schleswig-holsteinischen Nationalpark Wattenmeer. Foto: Ralf Roletschek (Wikimedia Commons)
Ölbohrinsel Mittelplate A, im schleswig-holsteinischen Nationalpark Wattenmeer. Foto: Ralf Roletschek (Wikimedia Commons)

Förderanlagen in deutschen Meeren

Das Feld Mittelplate ist das größte bekannte deutsche Erdölfeld. Es wurde 1987 durch die einzige aktive Ölbohrinsel der deutschen Nordsee, Mittelplate, erschlossen. Sie befindet sich in Küstennähe im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die Genehmigung hierfür wurde noch vor Einrichtung des Nationalparks erteilt und hat daher Bestandsschutz. Die Fördergenehmigung läuft bis zum Jahr 2041. Vor einigen Jahren erfolgten zusätzlich auch von Land aus Bohrungen in das Ölfeld hinein, so dass inzwischen sowohl landseitig als auch von der Bohrinsel aus Öl gefördert wird.

Nach wie vor ist dieses Erdölfeld das förderstärkste in ganz Deutschland: 2018 wurden aus dem gesamten Ölfeld Mittelplate/Dieksand aus den insgesamt 26 Förderbohrungen (von Land und von See aus) 1,1 Millionen Tonnen Erdöl gewonnen.

Explorationsbohrungen zur Erkundung dieses Feldes dürfen nur noch von Land aus oder von der Bohrinsel Mittelplate selbst erfolgen, nicht mehr von anderen Positionen innerhalb des Nationalparks Wattenmeer.

Das Wattenmeer mit seinem Artenreichtum reagiert sehr sensibel auf Ölverschmutzungen.


Kegelrobben auf einer Sandbank. Foto: Petra Boekhoff (lizenzfrei, Pixabay)
Kegelrobben auf einer Sandbank. Foto: Petra Boekhoff (lizenzfrei, Pixabay)
Säbelschnäbler im Wattenmeer. Foto: Petra Boekhoff (lizenzfrei, Pixabay)
Säbelschnäbler im Wattenmeer. Foto: Petra Boekhoff (lizenzfrei, Pixabay)

Das einzige deutsche Offshore-Erdgasfeld in der Nordsee, A6/B4 fördert seit dem Jahr 2000 auf der Doggerbank Erdgas. Die Plattform produzierte 2018 rund 35 Millionen m³, aufgrund des hohen durchschnittlichen Brennwertes lag die Reingasförderung jedoch umgerechnet bei 44 Mio. m3. Die Fördermenge ist seit mehreren Jahren rückläufig. Das Gas gelangt über eine Pipeline auf dem direkten Weg ans Festland.

Im Bereich der Emsmündung (Dukegat) wurde zwischen 1993 und 2009 auf der unbemannten Plattform Manslagt Z1 Erdgas gefördert. Von 2012 bis 2013 wurde die Plattform zurückgebaut.

Ölförderung in der deutschen Ostsee erfolgte von 1984 bis 2000 auf den ca. 4 km vor der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gelegenen Plattformen Schwedeneck A und Schwedeneck B. Beide Plattformen sind inzwischen zurückgebaut.

Eine Vielzahl von Pipelines durchzieht auch die deutschen Meere, insbesondere zur Beförderung von Erdgas. 

Die Lage der Pipelines ist auch in den Nutzungskarten des BSH verzeichnet.