Bundesamt für Naturschutz

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Erneuerbare Energien

Status des Windenergieausbaus an Land

Windenergie an Land wird weiterhin ausgebaut

Der Ausbau der Windenergie an Land ist in den vergangenen Jahren weiter vorangeschritten, insbesondere in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg. Dies kann zu Konflikten mit dem Natur- und Landschaftsschutz führen: Vor allem Vögel und Fledermäuse sind durch Windenergieanlagen gefährdet. Zudem kann das Landschaftsbild beeinträchtigt werden.


Aufgrund der politischen Rahmenbedingungen (zum Beispiel Erneuerbare-Energien-Gesetz) und der Ausbauziele auf Bundes- und Bundesländerebene wird sich zumindest in den kommenden Jahren die insgesamt installierte Kapazität für Windkraftanlagen an Land erhöhen.

In Deutschland waren Ende 2015 insgesamt 25.982 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 41.651,5 Megawatt installiert. Der Ausbau verlief in den Bundesländern sehr unterschiedlich: Hohe Ausbauraten sowie ein bereits hoher Bestand an Windenergieanlagen sind in den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Brandenburg zu verzeichnen. Die maximale Nabenhöhen von angebotenen Windenergieanlagen beträgt 159 Meter. Der maximale Rotordurchmesser beträgt 141 Meter. Daraus ergibt sich eine maximale mögliche Anlagenhöhe von 220 Metern.

Der Windenergieausbau gefährdet vor allem Vögel und Fledermäuse

Mögliche Konflikte im Bereich Windenergie an Land ergeben sich unter anderem durch das Kollisionsrisiko von Vögeln und Fledermäusen an Rotoren und Anlagenmasten sowie durch die Scheuchwirkung der Rotorbewegung. Einige Arten sind stärker gefährdet, da sie sich zum Beispiel auf ihren Jagdflügen in Rotorhöhe bewegen. Dazu gehören beispielsweise Rauhautfledermäuse, Großer und Kleinee Abendsegler sowie Zwergfledermäuse. Greifvögel wie Rotmilan, Mäusebussard und Seeadler sind unter den Totfunden besonders häufig vertreten, da sie ein geringes Meideverhalten aufweisen und den Windenergieanlagen daher nicht ausweichen. Zunehmend werden Windenergieanlagen auch auf Waldstandorten errichtet. Durch die notwendigen Waldrodungen und die Erschließung gehen Lebensräume von Tieren und Pflanzen verloren. Für eine umfassende Bewertung besteht noch Forschungsbedarf, unter anderem zum Jagdverhalten einiger Fledermausarten über den Baumkronen.

Windenergieanlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild

Zusätzlich wird durch die Errichtung der Windenergieanlagen das Landschaftsbild gegebenenfalls beeinträchtigt, was zu erheblichen Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung führen kann. Eine gute Standortplanung auf Regionalplanebene zur Minimierung der Auswirkungen ist daher aus Naturschutzsicht wesentlich.

Weiterführende Infos

Windenergie (BfN-Themenseite)

Windenergie an Land  (energiewende-naturverträglich.de)