Bundesamt für Naturschutz

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Hintergrundinformationen zur Sachverständigenrecherche

1. Rechtlicher Rahmen

Rechtlicher Rahmen für die Gutachten sind das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA), die EU-rechtlichen Artenschutzbestimmungen (vor allem die Verordnung (EG) Nr. 338/97) sowie das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung. 

2. Gutachtenerstellung durch die sachverständige Person/Institution

Sachverständige haben den vorgegebenen Sachverhalt unparteiisch, unabhängig und objektiv in einem Gutachten festzustellen und zu beurteilen. Die Sachverständigen müssen ihr Gutachten möglicherweise bei gerichtlichen Streitigkeiten vertreten können. Entsprechend muss es in Form und Inhalt vor Gericht Bestand haben. Eine rechtliche Bewertung des jeweiligen Sachverhalts ist nicht Aufgabe der Sachverständigen und ist somit kein Bestandteil des Gutachtens.

3. Beauftragung der sachverständigen Person/Institution und Kosten

Die Person, die eine Begutachtung durch eine sachverständige Person/Institution wünscht, beauftragt den Sachverständigen im eigenen Interesse und auf eigene Kosten. Die sachverständigen  Personen und sachverständigen Stellen dürfen Kosten für die Erteilung der Gutachten erheben. 

4. Wie werde ich sachverständige Person/Institution?

Die Antragstellung erfolgt über das Bundesamt für Naturschutz. Je nachdem, ob man sich als sachverständige Person (Antragsformular privat) oder Institution (Antragsformular Institut) anerkennen lassen möchte, wird das jeweilige Antragsformular ausgefüllt postalisch an das Bundesamt für Naturschutz, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn oder per E-Mail an citesma@bfn.de gesendet. Es erfolgt eine Prüfung auf Geeignetheit. Fällt das Urteil positiv aus, so erfolgt eine offizielle Ernennung durch das Bundesumweltministerium gemäß § 51 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz. Anschließend werden die Kontaktdaten und Themengebiete in die öffentlich einsehbare Sachverständigen-Datenbank übernommen. Die Ernennung erfolgt befristet für zwei Jahre.

Forensik

Es können verschiedene analytische Methoden verwendet werden, um bestimmte Fragen im Zusammenhang mit dem Schutz von Tieren und Pflanzen zu beantworten.

Folgende Fragen werden von Behörden, Züchter*innen und Halter*innen immer wieder gestellt:

  • Kann ein Tier oder eine Pflanze durch bestimmte Methoden sicher bestimmt werden?

  • Können in Produkten Inhaltsstoffe von bestimmten Tieren oder Pflanzen ermittelt werden?

  • Können nachgezüchtete Tiere den Elterntieren sicher zugeordnet und damit die Zucht bestätigt werden?

  • Kann geklärt werden, ob die Tiere oder Pflanzen der Natur entnommen wurden?

  • Kann das Alter oder die geographische Herkunft ermittelt werden?

  • Gibt es außer den üblichen Kennzeichen wie Ringen oder Transpondern Möglichkeiten, Tiere sicher zu identifizieren?

  • Für welche Arten können welche Untersuchungen durchgeführt werden?

  • Welches Probenmaterial ist dazu erforderlich?

  • Wer darf solche Proben nehmen?

  • Wie lange dauern die jeweiligen Untersuchungen und welche Kosten entstehen?

Grundsätzlich eignet sich nicht jede Methode für jede Fragestellung. Durch eine DNA-Analyse können unter bestimmten Voraussetzungen Tier- oder Pflanzenarten oder die Elterntiere von gezüchteten Tieren sicher bestimmt werden. Durch die Untersuchung radioaktiver Isotope kann das Alter von bestimmten Produkten relativ genau bestimmt werden. Diese Methode kann wie die DNA-Analyse auch für die Festlegung der geographischen Herkunft genutzt werden. Die Verfügbarkeit von Referenzproben ist jedoch in vielen Fällen die Voraussetzung für eine sichere Durchführung der Untersuchung. 

In der Liste der anerkannten Sachverständigen sind entsprechende Labore aufgeführt. Diese können Interessierten auch mitteilen, ob eine entsprechende Untersuchung möglich ist, welches Material dafür erforderlich ist und wie viel eine entsprechende Untersuchung kosten wird. 

Für bestimmte Fragestellungen kann eine sichere Methode noch nicht genannt werden.

Letzte Änderung: 02.03.2021

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