Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817)

Bechsteinfledermaus

mittelgroße, dunkelbraune Fledermaus

EU-Code: 1323, Anh. II, IV

Rote Liste Deutschland: 2 (2009)


Verbreitung

Die Bechsteinfledermaus ist in Europa mit Ausnahme des größten Teils von Skandinavien, der baltischen Republiken und Russlands weit verbreitet. Außerhalb von Mitteleuropa existieren nur inselartige Vorkommen. Deutschland ist bis auf größere Teile Norddeutschlands besiedelt. Die Art ist stark an Waldlebensräume gebunden.


Fortpflanzung/Biologie

Die Art hat eine ausgesprochen geringe Fortpflanzungsrate (0,63 Jungtiere pro Weibchen und Jahr). Paarungen finden wahrscheinlich vom Spätsommer bis ins Frühjahr hinein statt. Die Jungen kommen im Juni oder Juli zur Welt. Die Wochenstuben können 10-80 (durchschnittlich 30)Weibchen umfassen. Winterschlafende Tiere wurden zwischen November und März gefunden.


Gefährdung

Die Hauptgefährdung für die Bechsteinfledermaus ist die Forstwirtschaft. Durch die enge Bindung an Baumhöhlen, kommt die Art zumeist nur in naturnahen Waldbeständen vor. Die Anwendung von Pestiziden wirkt sich negativ auf die Nahrungsgrundlagen aus. Eine weitere Gefährdung der Art ist der Straßenverkehr (Kollisionen, Verlärmung).


Schutz

Eine Erhöhung des Totholzanteils in Wäldern begünstigt die Art, wobei Bäume und Äste mit Höhlenbildungen sowie mit abstehender Borke für die Tiere besonders wichtig sind. Auf den Neu- oder Ausbau von Verkehrstrassen in einem Umkreis von ca. 3 km um bekannte Quartiere und Wochenstuben sollte verzichtet werden.


Literaturhinweis

verändert nach:
Meinig, H.; Brinkmann, R. und Boye, P. (2004): Myotis bechsteinii (Kuhl, 1817). In: Petersen, B., Ellwanger, G., Bless, R., Boye, P., Schröder, E., und Ssymank, A. (Bearb.): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 2: Wirbeltiere. - Bonn-Bad Godesberg (Landwirtschaftsverlag) - Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 69(2): 469-476.


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