Bundesamt für Naturschutz

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Landwirtschaft

Anbauentwicklung gentechnisch veränderter Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften (Herbizidresistenz und Insektenresistenz)

Resistenzen in gentechnisch veränderten Pflanzen gefährden Tier- und Pflanzenwelt

Nahezu alle gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) sind resistent gegen Herbizide (Unkrautbekämpfungsmittel) und/oder gegen Insekten. Sie überstehen damit den Einsatz von Totalherbiziden beziehungsweise wehren sich durch die Einlagerung von Insektengiften gegen Fressfeinde. Weltweit werden zunehmend mehr Ackerflächen mit GVP bepflanzt – damit steigt auch die Gefahr einer Schädigung von Tier- und Pflanzenwelt.


Weltweit weisen fast alle gentechnisch veränderten Pflanzen bestimmte Resistenzen auf: Auf den meisten Ackerflächen mit GVP-Anbau (179,7 Millionen Hektar im Jahr 2015) kommen herbizidresistente Pflanzen zum Einsatz. Diese können auch dann wachsen, wenn sogenannte Totalherbizide zur Unkrautbekämpfung auf die Felder ausgebracht werden. Andere GVP sind insektenresistent und produzieren ein Insektengift, das sie vor dem Befall durch Schadinsekten schützt. Eine steigende Anzahl der Ackerflächen wird mit GVP bepflanzt, die sowohl herbizid- als auch insektenresistent sind. Im Jahr 2015 wiesen 99 Prozent der weltweit angebauten GVP eine (oder beide) dieser Eigenschaften auf.

Einsatz von Totalherbiziden schädigt die Ackerbegleitflora

Herbizidresistente Pflanzen kommen immer in Kombination mit einem Totalherbizid zum Einsatz. Diese Totalherbizide vernichten die gesamte Ackerbegleitflora und somit auch solche Pflanzen, die für viele Insekten eine wichtige Lebensgrundlage darstellen. Der Einsatz von Totalherbiziden wird von Ökologen daher sehr kritisch gesehen.

Insektenresistente Pflanzen produzieren giftigen Pollen

Viele insektenresistente Pflanzen produzieren ein Insektengift in allen Pflanzenteilen, so auch im Pollen. Bienen und andere bestäubende Insekten gelangen dadurch mit dem Gift in Kontakt. Darüber hinaus kann der Pollen mit dem Wind in Naturschutzgebiete gelangen, wo er sich an Blättern, Baumrinde und Gräsern ablagert. Pflanzenfressende Insekten, wie beispielsweise Schmetterlingsraupen, nehmen mit ihrer Nahrung das Insektengift auf und können gegebenenfalls in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden. Langfristig gesehen kann eine solche Beeinträchtigung einiger Arten eine Verschiebung in der Artenzusammensetzung nach sich ziehen und die biologische Vielfalt eines ganzen Gebietes beeinflussen.

Weiterführende Infos

Agro-Gentechnik (BfN-Themenseite)