Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Ostmongolische Steppe

Schutz für die weiten Steppen der Ostmongolei

Ostmongolische Steppe | Foto: Dr. Hans D. Knapp
Ostmongolische Steppe | © Dr. Hans D. Knapp

Putbus/Insel Vilm, 30. Januar 2020: Naturschutzexperten und -expertinnen aus Deutschland und der Mongolei haben vom 26. bis 27. Januar an der Internationalen Naturschutzakademie (INA) über die Perspektiven für eine Nominierung der mongolischen Steppe als UNESCO-Welterbe beraten. Zu Gast auf der Insel Vilm waren Vertreter und Vertreterinnen des mongolischen Ministeriums für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Sport sowie von deutschen und mongolischen Umweltschutzorganisationen. Im Rahmen eines Projekts, mit dem Ziel die ökologisch bedeutsamen Steppen der Ostmongolei langfristig zu sichern, hatte die Michael Succow Stiftung (MSF) zu diesem Expertenworkshop nach Vilm eingeladen.

Die gemäßigten Steppen der Ostmongolei sind bis heute in weitgehend naturnahem Zustand und beherbergen eine bedeutende Vielfalt einheimischer Arten. Gleichzeitig sind sie Lebensgrundlage für einen Großteil der mongolischen Bevölkerung, die als Nomaden ihr Vieh auf den Naturweiden hält. Die Naturschätze als auch die traditionelle und nachhaltige Landnutzung sind jedoch durch eine zunehmende Bedeutung der Rohstoffindustrie, ein Trend zur Urbanisierung und Überweidung bedroht.

„Mit unserem Projekt arbeiten wir darauf hin, dass die ostmongolische Steppe in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wird. Wir erwarten, dass die internationale Anerkennung zu einer größeren Sichtbarkeit und einem besseren Schutz der weltweit einmaligen Landschaft beiträgt“, sagte Nika Malazonia, Projektmanager bei MSF. „Mit dem Expertenworkshop haben wir den Grundstein für den Schutz eines der größten intakten Grasland-Ökosysteme der Welt gelegt“, betonte Chimed-Ochir Bazarsad, früherer WWF-Direktor in der Mongolei und derzeit Experte beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).

Die deutschen und mongolischen Experten und Expertinnen haben, umgeben von der unberührten Natur der Ostseeinsel, über mögliche Szenarien für die Welterbenominierung der Steppen diskutiert. Sie berieten unter anderen über eine Nominierung als „gemischte Stätte“ (Weltnaturerbe und Weltkulturerbe), um gleichzeitig die Nomadenkultur zu schützen.

Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms (BHP) für den Umweltschutz in den Staaten Mittel-und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie weiteren an die Europäische Union angrenzenden Staaten gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Umweltbundesamt begleitet. Das BfN unterstützt seit Jahren mit verschiedenen Vorhaben die Nominierung von Welterbestätten in Zentralasien.