Umfrage Naturbewusstsein: Gesellschaftliches Monitoring 'Natur und biologische Vielfalt'
Hintergrund
Die Naturbewusstseinsstudie 2011 stellt die zweite fokussierte Untersuchung des gesellschaftlichen Bewusstseins zum Themenbereich Natur und biologische Vielfalt dar. Die stetige Beobachtung des Naturbewusstseins in der Bevölkerung ist eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dass die Bundesregierung sowohl die in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) selbst gesteckten Ziele für das gesellschaftliche Bewusstsein als auch internationale politische Vorgaben mit Erfolg erfüllen kann. Die Studie "Naturbewusstsein 2011" stellt ein innovatives Instrument für die Optimierung der Naturschutzpolitik dar.
Das Projekt
Die zweite bundesweite Befragung zum Naturbewusstsein in Deutschland durch BMU und BfN wurde von November 2011 bis Januar 2012 durchgeführt und am 28.08.2012 veröffentlicht. Sie beruht auf den Aussagen einer repräsentativen Stichprobe von 2.031 Personen aus der deutschsprachigen Wohnbevölkerung im Alter ab 18 Jahren.
Die Studie setzt die Beobachtungen des gesellschaftlichen Bewusstseins der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2009 fort, wurde jedoch um naturschutzpolitisch besonders aktuelle Themen wie "Erneuerbare Energien" und "nachhaltiger Konsum" ergänzt.
Wichtige Ergebnisse und daraus abgeleitete Handlungserfordernisse sind unter anderem:
Die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger akzeptiert den Ausbau erneuerbarer Energien und ihre Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Umsetzung konkreter Maßnahmen vor Ort nicht ohne Konflikte ablaufen wird. Umso wichtiger sind entsprechende Beteiligungsprozesse und -formen, in denen Politik, Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam nach Wegen suchen. Hierzu ist eine offene Kommunikation darüber unerlässlich, was konkret auf die Menschen einer Region zukommt.
Das Interesse an Informationen zum nachhaltigen Konsum ist nach der vorliegenden Studie in weiten Kreisen der Bevölkerung hoch. Es bietet sich an, dies in der Naturschutzkommunikation aufzugreifen und z. B. den bewussten Einkauf von regionalen oder Bioprodukten verstärkt in einen Naturschutzkontext zu betten.
Das Interesse an Informationen zum nachhaltigen Konsum ist nach der vorliegenden Studie in weiten Kreisen der Bevölkerung hoch. Es bietet sich an, dies in der Naturschutzkommunikation aufzugreifen und z. B. den bewussten Einkauf von regionalen oder Bioprodukten verstärkt in einen Naturschutzkontext zu betten.
Positiv überraschend ist die hohe Bereitschaft der Bevölkerung, sich ganz aktiv für den Schutz der Natur einzusetzen. Das macht in der Bevölkerung ein großes Potential sichtbar, persönlich zur Gestaltung einer naturverträglichen Gesellschaft beizutragen.
Auch die aktuelle Naturbewusstseinsstudie macht wie die Vorgängerstudie deutlich, dass das Naturbewusstsein in der Bevölkerung ausgesprochen ungleich verteilt ist.Gesellschaftlich gut situierte Gruppen, mit höherem Einkommen und höherer Bildung, aber auch ältere Personen, zeigen auf vielen Ebenen ein stärker ausgeprägtes Naturbewusstsein. Aufgrund des hohen Konsumniveaus und der Einsicht in die eigene Verantwortung sind in diesen Gruppen Aktivitäten zum Schutz der Natur verstärkt einzufordern. Gesellschaftlich schlechter gestellte Personenkreise, und insbesondere auch jüngere Personen, äußern häufiger ein geringeres Naturbewusstsein. Hier sind in der Naturschutzarbeit in Zukunft deutlich stärkere Impulse zu setzen.
Ausblick
Im Herbst 2012 wurde auf der Internetplattform des Vorhabens zudem ein vertiefender Abschlussbericht zur Verfügung gestellt, der beispielsweise auf eine länderdifferenziertere Darstellung zur Akzeptanz der erneuerbaren Energien eingeht.
Die turnusmäßige Wiederholung der Studie ist mit der Erhebung „Naturbewusstsein 2013“ geplant.
Publikationen / weiterführende Links
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Projektträger
Bundesamt für Naturschutz
FuE-Vorhaben, FKZ 3511 82 1800; Laufzeit: 05.09.2011 bis 31.10.2012
Beteiligte Partner
in Zusammenarbeit mit:
Sinus-Institut (Heidelberg),
MARPLAN Media- und Sozialforschungsgesellschaft mbH (Offenbach)
Fachbetreuung
Fachgebiet I 2.2, Dr. Christiane Schell, Andreas Mues