Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Windenergie Onshore


Status des Windenergieausbaus

Die Windkraft hat den höchsten Anteil unter den erneuerbaren Energieträgern zur Stromversorgung. 2017 (Stand: Dezember 2017) wurden insgesamt gut 49 % der aus Erneuerbaren Energien erzeugten Bruttostrommenge (das heißt der gesamten Stromerzeugung ohne Berücksichtigung des Eigenverbrauchs der Erzeuger sowie ohne Im- und Exporte) durch Windkraft erzeugt. Die Stromerzeugung erfolgt derzeit überwiegend durch Windenergieanlagen (WEA) an Land. Eine aktuelle Übersicht zum Ausbau bietet die Webseite des DEWI.

Waren bis zur Jahrtausendwende noch Anlagen mit einer Leistung im kW-Bereich der Standard, haben die meisten Anlagen inzwischen eine Leistung von ca. 2 - 3 MW und es gibt bereits installierte Kraftwerke mit einer Leistung von 5 MW. Mit der Leistungssteigerung der Anlagen geht eine Zunahme des Rotordurchmessers und der Gesamthöhe der Anlagen einher, so dass inzwischen nicht mehr 100 - 150 m Gesamthöhe, sondern stattdessen Höhen bis zu 220 m vorkommen. Im Rahmen des sog. Repowering (Errichtung größerer, leistungsstärkerer Anlagen als Ersatz für leistungsschwächere, kleinere Anlagen) sollte aus BfN-Sicht der Anteil der Windkraft an der Energieversorgung ausgebaut werden und gleichzeitig sensible Landschaften und beeinträchtigte Lebensräume (z. B. von Vögeln) wieder hergestellt werden.


Mit dem Ausbau an Land können sich verschiedene Auswirkungen auf den Menschen, die Landschaft, das Landschaftsbild, die Flora und die Fauna ergeben, welche mittels geeigneter Standortwahl, entsprechender Planungskriterien und aktiver Maßnahmen zur Vermeidung gemindert werden können.


Das Risiko von Vögeln und Fledermäusen an WEA zu kollidieren, löst in der Planungs- und Genehmigungspraxis von WEA regelmäßig eine Prüfung im Hinblick auf das artenschutzrechtliche Tötungsverbot gemäß § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatschG aus (vgl. z. B. auch https://www.bfn.de/themen/planung/eingriffe/besonderer-Artenschutz/toetungsverbot.html).


Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten befinden sich im Anhang IV der FFH-RL und gelten somit als europarechtlich streng geschützt. In einer Vielzahl von Studien wurde bereits dokumentiert, dass jährlich eine beachtliche Zahl von Fledermäusen besonders in den Monaten Juli bis September an WEA´s zu Tode kommen.

Als wirksame Maßnahme hat sich inzwischen die Festlegung von Abschaltalgorithmen für den Betrieb von WEA´s in fast allen Bundesländern etabliert. Sie ist eine vielfach erfolgreich angewandte Möglichkeit, artenschutzrechtliche Konflikte beim Ausbau der Windkraft deutlich zu minimieren. Von der Universität Erlangen wurde 2014 die Software ProBat zur Berechnung eines standortspezifischen fledermausfreundlichen Betriebes zur Minderung des Kollisionsrisikos an Windenergieanlagen entwickelt. Das Update zur Version 6.0 wurde vom BfN unterstützt.






Letzte Änderung: 26.09.2018

 Artikel drucken