Bundesamt für Naturschutz

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Ergebnisübersicht - Nationaler Vogelschutz-Bericht

Brutvögel: Übersicht zu den Kurzzeitrends (12 Jahre) und Langzeittrends (36 Jahre)

Abb. 1: Trends der Brutvögel in Deutschland über 12 Jahre (Kurzzeittrend) bzw. 36 Jahre (Langzeittrend), jeweils mit Angabe der Arten und dem Prozentsatz.
Darstellung der Trends für die Brutvögel, wie im Text nachfolgend erläutert.

Bei den Brutvögeln hält sich der Anteil von Arten mit zunehmenden und abnehmenden Bestandstrends über einen Zeitraum von zwölf Jahren ungefähr die Waage: ca. ein Drittel der Vogelarten weisen zunehmende Bestandstrends auf, dazu gehören z.B. einige Großvogelarten wie Seeadler, Uhu und Schwarzstorch. Diese Arten haben von intensiven Schutzbemühungen profitiert. Beim Schwarzstorch wurden z.B. Erfolge durch die Sicherung der Horste und die Einrichtung von Ruhebereichen um die Brutplätze im Wald erzielt.

Gleichzeitig sind in den letzten 12 Jahren aber auch ca. ein Drittel der Vogelarten im Bestand zurückgegangen. Zu den Vogelarten mit deutlichen Bestandrückgängen gehören vor allem Arten der Agrarlandschaft, wie z.B. der Kiebitz und das Rebhuhn. Die Bestände dieser beiden Arten sind nicht nur in den letzten 12 Jahren, sondern auch während der letzten 36 Jahre zurückgegangen und haben in diesem Zeitraum über 90 % ihrer Bestände eingebüßt. Diese Bestandsrückgänge sind zu einem wesentlichen Anteil auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen, wobei insbesondere der Verlust und die Verschlechterung des Zustandes von Wiesen und Weiden als wichtigen Lebensräumen ausschlaggebend sind. Für die insektenfressenden Vogelarten hat auch der Insektenrückgang durch die Verringerung des Nahrungsangebotes negative Auswirkungen.

Ein weiteres Drittel der Brutvogelarten weist über den Zeitraum von 12 Jahren einen stabilen Trend auf, d.h. deren Bestände sind ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben.

Bei den Bestandstrends über einen Zeitraum von 36 Jahren liegt der Anteil der Brutvogelarten mit zunehmenden Bestandstrends bei ca. einem Drittel. Der Anteil an Vogelarten mit abnehmenden Bestandstrends beträgt über diesen Zeitraum nur ein Viertel.  Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Brutvögel mit abnehmenden Beständen in den vergangenen zwölf Jahren deutlich höher ausfällt als im Zeitraum der letzten 36 Jahre. Daraus, dass die kurzfristig negativen Bestandstrends stark zugenommen haben ist erkennbar, dass der Druck auf die Vogelbestände weiter gewachsen ist.

Überwinterer: Übersicht zu den Kurzzeittrends (12 Jahre) und Langzeittrends (36 Jahre)

Abb. 2: Trends der überwinternden Vogelarten in Deutschland über 12 Jahre (Kurzzeittrend) bzw. über 36 Jahre- (Langzeittrend), jeweils mit Angabe der Zahl der Arten und dem Prozentsatz.
Die verschiedenen Kurzeitrends werden wie im Text erwähnt dargestellt.

Die Ergebnisse zu den überwinternden Vogelarten zeigen, dass hier die Situation insgesamt etwas besser ausfällt als bei den Brutvögeln. So liegt der Anteil der Vogelarten mit zunehmenden Trends über den Zeitraum von 12 Jahren bei den Überwinterern bei ca. 43 %. Zu den Vogelarten mit zunehmenden Trends gehören viele Enten- und Gänsearten wie z.B. die Löffelente. Hierzu tragen unter anderem die milderen Winter in Mitteleuropa bei.

Der Anteil von Vogelarten mit abnehmenden Bestandstrends beträgt während des Zeitraumes von 36 Jahren 16 %, und liegt über den Zeitraum von 12 Jahren mit 33 % auch bei den überwinternden Vogelarten deutlich höher. So haben sich z.B. bei der vor allem in Russland brütenden Waldsaatgans, die in Norddeutschland  den Winter verbringt, die Bestände in Deutschland über die letzten zwölf Jahre mit 70 Prozent besonders gravierend verringert.

Für die durchziehenden Vogelarten werden die Ergebnisse aufgrund des hohen Anteils mit unbekannten Trendeinstufungen nicht extra dargestellt.

Letzte Änderung: 12.12.2019

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