Bundesamt für Naturschutz

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Rote Liste gefährdeter Pilze

Für die Roten Listen der Pilze und Flechten wurden von den ca. 14.000 in Deutschland beheimateten Arten 8.873 Arten (ca. 64 %) auf ihre Gefährdung hin untersucht und bewertet (s. Band 6 und Band 8 der Roten Listen).

Aktuelle Gefährdungssituation

Fast 18 % der untersuchten Pilze und Flechten sind bestandsgefährdet, etwas mehr als 2 % davon sind ausgestorben oder verschollen.

Gefährdungssituation der Pilze und Flechten, pdf-Datei

Pilze

Im Gegensatz zur weitverbreiteten Annahme ist das sachgerechte Sammeln der Fruchtkörper der Großpilze als Gefährdungsursache nur von untergeordneter Bedeutung. Wesentlich einschneidender wirken sich Kahlschlagbetrieb, Altersklassenwälder und Veränderungen des Baumartenbestandes aus. Besonders die Mykorrhizapilze scheinen zunehmend durch Luftschadstoffe und Nährstoffeintrag gefährdet zu sein. Waldkalkungen und die Nutzungsaufgabe von extensiv bewirtschaftetem Grünland führen zur Reduktion der Pilzvielfalt in den entsprechenden Habitaten. Phytoparasitische Pilze sind, außer durch den Rückgang der Wirtspflanzen, durch die Auswirkungen der Luftverschmutzung gefährdet. Schleimpilze scheinen vor allem durch den Mangel an Totholzangebot in Wirtschaftswäldern zurückzugehen. Bei den rindenbewohnenden Schleimpilzen wird zusätzlich Luftverschmutzung als Ursache des Rückgangs angenommen.

Flechten

Flechten leben z.T. unter sehr extremen klimatischen Bedingungen, zeichnen sich aber gleichzeitig durch eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Standortveränderungen aus. Hauptgefahren gehen von Immissionen, Düngung und Zerstörung der Substrate aus.

Letzte Änderung: 18.03.2019

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