Bundesamt für Naturschutz

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Reaktion

In Abhängigkeit der Intensität von Störungen und der Störungsempfindlichkeit des Tieres variiert dessen Reaktionsstärke.

Wirken sich anthropogene Einflüsse beim Tier auf Verhaltens- oder physiologische Parameter aus, bezeichnet man dies als Reaktion.

Die Reaktionen können in Änderungen des Verhaltens bestehen, die von der erhöhten Aufmerksamkeit des Tieres bis zum gänzlichen Fernbleiben vom jeweiligen gestörten Lebensraum reichen können.

Tiere können auf einen Störreiz mit der Änderung ihres Raum- und/ oder Zeitnutzungsmusters reagieren. Man spricht in diesem Fall von Kompensation. Neben dem Kompensationsverhalten sind noch zwei weitere Mechanismen zu nennen, wodurch die Reaktionen der Tiere vermieden oder vermindert werden können: die Anpassung und die Gewöhnung.

Wenn Tiere aufgrund bestimmter Eigenschaften zum Überleben und zur Fortpflanzung geeigneter sind, wird von Anpassung gesprochen.

"Man unterscheidet zwischen phylogenetischer Anpassung durch Auslese von genetisch bedingten Eigenschaften und adaptiver Modifikation aufgrund von Erfahrung der Individuen. Solche Erfahrungen können tradiert werden"

(INGOLD 1996, 15; siehe Publikationen).

Reagiert ein Tier aufgrund von Erfahrungen auf ein Störereignis weniger stark oder gar nicht mehr, führt man diese Reaktionsabschwächung auf eine Gewöhnung zurück.

"Gewöhnung bedeutet nicht, dass Anpassung erfolgt ist"

(ebd.).

Um eine Störreaktion beim Tier feststellen zu können, ist neben der Beobachtung einer Verhaltensänderung auch die Messung physiologischer Parametern möglich, z.B. Änderung der Herzschlagrate, der Hormonkonzentration, des Blutdrucks. Damit lassen sich Auswirkungen des Störreizes beim Tier vor der augenscheinlichen Reaktion desselben bestimmen.

Bei der Erfassung der Verhaltensparameter sind aber nicht nur die Verhaltensreaktionen und physiologischen Parametern von Bedeutung, sondern auch die angestammten Verhaltensweisen des Tieres sowie die äußeren Faktoren.