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ID 174 - Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Gebietsnummer:

Wattenmeer ©usteen / PIXELIO
Wattenmeer ©usteen / PIXELIO

174

Gebietsname:

SPA Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und angrenzende Gebiete wie z.B. Halbinsel Eiderstedt

Schutzzeit:

Januar – Dezember

Gebietsfläche (in Hektar):

499.013


Kurzbeschreibung des Gebiets:

Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist mitsamt seinem zugehörigen Nationalpark als Europäisches Vogelschutz- und Ramsar Gebiet ausgewiesen. Einzigartige Lebensräume wie Wattflächen, Sandbänke, Halligen, Salzwiesen, Marschinseln, Geest-Inseln, Dünen und Heiden und das außergewöhnlich hohe Nahrungsangebot machen das Wattenmeer zum vogelreichsten Gebiet Europas. Allein im schleswig-holsteinischen Wattenmeer und den angrenzenden Gebieten wie der Halbinsel Eiderstedt rasten im Frühjahr und Spätsommer gleichzeitig um die 2 Millionen Vögel. 

Auf der Grenze von Nordfriesland und Dithmarschen gelegen, ragt die Halbinsel Eiderstedt weit nach Westen ins Wattenmeer. Die von zahlreichen Gräben und Sielzügen durchzogene flache Marschlandschaft wird noch überwiegend als Grünland genutzt. Charakteristisch sind die inmitten der einzelnen Fennen gelegenen Tränkekuhlen für das Weidevieh.

In kleinen Baumbeständen an den großen Einzelhöfen befinden sich fünf große Graureiherkolonien, die zusammen etwa 500 bis 600 Brutpaare beherbergen. Aufgrund des Nahrungsreichtums, den die zahlreichen Gewässer, das Grünland und das benachbarte Wattenmeer für die Vögel bereit halten, erreicht der Graureiher auf Eiderstedt die höchsten Siedlungsdichten Mitteleuropas. Brutverbreitungsschwerpunkte von nationaler Bedeutung haben auf Eiderstedt auch einige Wiesenvogelarten, wie Kiebitz und Uferschnepfe, Feldlerche und Wiesenpieper. An den Trinkkuhlen brütet etwa die Hälfte des schleswig-holsteinischen Landesbestandes der in ganz Westeuropa vom Aussterben bedrohten Trauerseeschwalbe.

Im Herbst und Frühjahr rasten regelmäßig große Mengen nordischer Goldregenpfeifer. Scharen von Nonnengänsen und Pfeifenten, die im Wattenmeer überwintern, nutzen die Halbinsel zur Nahrungssuche.



Luftfahrt-bedeutsame Vogelarten:

Gesamtpopulation (Durchschnittswert): 2.000.000


Links zu Biotop- und Arteninfodatenbanken:

Natursportinfo: Informationen zu Tierarten und Lebensräumen 


Gebietskarte (aus ICAO 2010):

ID 174 Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halbinsel Eiderstedt ICAO 2010 (© DFS)
Gebietsdarstellung aus ICAO Karte 2010: ID 174 Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halbinsel Eiderstedt (© DFS)

Luftbilder des Gebietes:


Strand bei St.Peter-Ording ©Hans-Peter Dehn / PIXELIO
Strand bei St.Peter-Ording ©Hans-Peter Dehn / PIXELIO

Luftbild des Strandes von St. Peter-Ording auf der Halbinsel Eiderstedt.


Insel Pellworm im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer ©Christian Ring
Bild der Insel Pellworm im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer

Blick auf die Insel Pellworm und die "Alte Kirche" am Westufer der Insel.

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Inselausläufer im Wattenmeer ©Christian Ring
Bild eines Inselausläufers im Wattenmeer

Inselausläufer im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. Mit Blick von Osten erkennt man den Leuchtturm Westerhever in den Salzwiesen.

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Hallig im Wattenmeer ©Christian Ring
Bild einer Hallig im Wattenmeer

Das Luftbild zeigt Hallig Hooge aus süd-östlicher Richtung im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. Im Bildhintergrund ist die Insel Amrum zu sehen.

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Hallig Langeness im Wattenmeer ©Christian Ring
Bild der Hallig Langeness im Wattenmeer

Aus nord-östlicher Richtung erkennt man die Kirchhofswarf auf der Hallig Langeness.

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Bilder von Arten & Lebensräumen:


Bläss- und Weißwangengänse ©Jannes Bayer
Bläss- und Weißwangengänse ©Jannes Bayer

Auch tausende Weißwangen- und Blässgänse suchen das Gebiet auf ihrem Zug auf. Ihr schwarz-weißer Kopf hat die Weißwangengans auch unter dem Namen Nonnengans bekannt gemacht. Ausgewachsene Blässgänse lassen sich u.a. anhand ihrer weißen Schnabelbasis von anderen grau-braunen Wildgänsen (wie der Saat- oder Graugans) unterscheiden.


Dünenlandschaft ©Jannes Bayer
Dünenlandschaft ©Jannes Bayer

Dünen stellen für verschiedene Vogelarten, insbesondere für Möwen, bevorzugte Brutplätze dar. Daneben bilden die Dünenketten mit ihren Strandhafern, Strandroggen und Stranddisteln einen natürlichen Küstenschutz.

Letzte Änderung: 28.03.2010

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