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Bundesamt für Naturschutz

Coenonympha hero - Wald-Wiesenvögelchen

Geschützt nach
Anhang IV FFH-Richtlinie
EU-Code
1070
Artengruppierung
Schmetterlinge
Synonyme
Waldfeuchtrasen-Graskleinfalter, Scheinsilberauge
Status Rote Liste Deutschland
(Reinhardt & Bolz 2011): 2 (Stark gefährdet)
Status Rote Liste Europa
(van Swaay et al. 2010): VU (Gefährdet)

Beschreibung

Liebhaber von Waldwiesen

Das Wald-Wiesenvögelchen ist, wie der Name bei falscher Trennung (Waldwiesen-Vögelchen) schon erkennen lässt, eng an (meist ungemähte) Waldwiesen gebunden. Es benötigt sonnig-warme und geschützte Lebensräume mit hoher Luftfeuchtigkeit. Der standorttreue Falter besiedelt Auenlandschaften mit Flussschotterheiden, lichtungsreiche, feuchte oder wechselfeuchte Wälder und wärmebegünstigte Moorgebiete mit Gehölzen. Die Männchen patrouillieren entlang der verstreuten Sträucher und über der Grasschicht im Lebensraum, während die Weibchen häufiger im Gras oder in den Sträuchern ruhen. Zur Eiablage landen sie auf Grashalmen, drehen sich mit dem Kopf nach unten und krabbeln in einer Lücke zum Boden, wo sie das Ei meist an trockene Halme anheften.

Lebensraum

Die Lebensräume des Wald-Wiesenvögelchens sind besonnte Grasfluren im Bereich frischer, feuchter bis wechselfeuchter Standorte in Wäldern oder an Waldrändern. Dies können v.a. im Alpenvorland Moorwiesen-Brachen in den Randbereichen von Hoch- und Niedermooren, in Torfstichen bzw. lichtungsartige Bereiche in Feuchtwäldern sein, ansonsten aber auch Kahlhiebe, Sturmwurfflächen, Mittel- und Niederwälder, Brennen und Flussschotterheiden sowie andere standörtlich und nutzungsbedingt lichtungsreiche Wälder. Wichtig ist die Kombination von hoher Luftfeuchte, Wärmegenuss und Sonneneinstrahlung sowie geschützter Lage. Entscheidend ist auch der dreidimensionale Aufbau der Grasschicht: Die lebenden Halme müssen ein dreidimensionales Geflecht bilden, wo sich dichtere und lückige Stellen abwechseln. Im unteren Bereich der Pflanzendecke ist eine leichte bis mittlere Streuauflage notwendig, sie darf jedoch nicht stark verfilzt sein. Insgesamt sollte der Zustand der Grasschicht bracheartig sein, dabei jedoch deutliche Lücken aufweisen.

Fortpflanzung/Biologie

Ökologie der Art

Typische Lebensräume des Wald-Wiesenvögelchens sind z.B. wechselfeuchte Pfeifengraslichtungen in Mittel- und Niederwäldern, von Wald umgebene Streuwiesen(-brachen) in Nieder- und Übergangsmooren (bayerisches und württembergisches Alpenvorland), Kahlhiebe und Sturmwurfflächen mit einem abwechslungsreichen Aufbau aus Süß- oder Sauergräsern, z.B. Calamagrostis epigejos, Carex brizoides oder Molinia caerulea, (u.a. Schönbuch, Ostalb, Südlicher Steigerwald) sowie Brennen, Flussschotterheiden, Waldschläge und Lichtungen an den aus den Alpen kommenden Flüssen sowie der Donau. Das Wald-Wiesenvögelchen wird oft auch als typische „Lichtwaldart“ bezeichnet.

Schlüsselfaktor für die Eignung als Lebensraum zur Fortpflanzung ist eine grasige, zum Teil höherwüchsige Gras- und Krautschicht mit gut ausgeprägter Streuschicht aus Gräsern und abwechslungsreicher, oft bultiger Struktur. Das flächige Aufkommen von hochwüchsigen Stauden wie z.B. Wasserdost ist sehr nachteilig. Die Eiablage erfolgt im Bereich kleinerer Lücken oder Unregelmäßigkeiten in der Pflanzendecke und Streuschicht, wo das Weibchen an Grashalmen nach unten krabbelt und dort in Bodennähe das Ei ablegt. Diese Stellen befinden sich in der Regel in der Nähe von kleineren Gehölzen (Bräu & Dolek in Vorb.). Es ist allerdings nicht klar, ob Gehölze benötigt werden oder nur ein Nebeneffekt der Lebensraumentstehung sind.

Es wird zwar immer wieder berichtet, dass das Wald-Wiesenvögelchen kaum oder gar nicht Blüten zur Nektaraufnahme besuchen würde, dies wurde jedoch durch aktuelle Beobachtungen im Rahmen des bayerischen Artenhilfsprogramms widerlegt. Dabei wurden Weibchen an zahlreichen verschiedenen Pflanzenarten saugend beobachtet. Da von C. hero gut besiedelte Lebensräume aber auch nahezu blütenfrei sein können, folgert Hermann (2005), dass die Nektarversorgung der Falter keinen beschränkenden Einfluss auf die Vorkommen der Art ausübt. Vor dem Hintergrund dieser unterschiedlichen Beobachtungen ist unklar, inwieweit die Nektarversorgung die Eiproduktion beeinflussen kann, wie dies bei anderen Arten bekannt ist (Erhardt & Mevi-Schütz 2009). Hierzu besteht Forschungsbedarf.

Die Lebensräume müssen durch warmes Kleinklima und erhöhte Luftfeuchtigkeit geprägt sein. Lebensräume des Wald-Wiesenvögelchens sind stets flächig ausgeprägt. Lineare Pflanzensäume, z.B. entlang von breiten Forstwegen, können den Austausch von Individuen zwischen verschiedenen Lebensräumen eines Waldgebietes oder Moorkomplexes fördern, reichen alleine jedoch nicht zur nachhaltigen Sicherung der Vorkommen aus. Die ausreichende Besonnung hängt nicht nur von Form und Größe der Fläche, sondern auch sehr entscheidend von der Höhe des umgebenden Waldes ab.

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Die Flugzeit beginnt meist Ende Mai, (Anfang) Juni wird normalerweise das Maximum erreicht. Es gibt jedoch eine breite Streuung, die frühsten Beobachtungen liegen in der 1. Maihälfte, im Juli werden auch regelmäßig Falter beobachtet, zum Teil bis Anfang August. Innerhalb eines Gebietes wurden zwischen verschiedenen Jahren Schwankungen des Flugzeitbeginns von etwa zwei Wochen beobachtet (Bräu & Dolek, in Vorb.).

Für die Eiablage sucht das Weibchen in der Grasschicht, die ansonsten durch dreidimensional mehr oder weniger dicht mit einander verwobene Halme geprägt ist, bevorzugt lückige Stellen mit offener Streu auf (Bräu & Dolek in Vorb., Steiner & Hermann 1999). Die Eiablagestellen sind zudem gut besonnt und liegen meist in der Nähe von Gehölzen. Dort werden die blaugrünen Eier meist einzeln abgelegt, pro Weibchen lediglich 56 Eier im Durchschnitt (Bink 1992). Die Eiphase dauert nach Drews (2003) etwa 11 bis 16 Tage.

Die Raupe frisst vor und nach der Überwinterung an verschiedenen Gräsern und Seggen. Nach der Überwinterung werden die Raupen schon im zeitigen Frühjahr wieder aktiv. Zu dieser Zeit sind viele Gräser (insbesondere Pfeifengras) noch nicht ausgetrieben, eventuell sind die Raupen anfangs auf grün überwinternde Gräser und Seggen angewiesen.

Überwinterte Raupen wurden bisher nur selten gefunden und wenn, an eher lückigen Stellen auf bracheähnlichen Flächen. Zur Raupennahrung im Lebensraum und zum Entwicklungserfolg besteht noch erheblicher Forschungsbedarf.

Die meisten Lebensräume werden nicht bzw. nicht alljährlich gepflegt. Ausnahmen hiervon gibt es jedoch auf Flussschotterheiden in Südbayern, wo auch in jährlich gemähten Beständen individuenreiche Populationen bestehen. Allerdings werden dort immer Bereiche von der Mahd ausgenommen. Daher ist noch unklar, ob die Mahd hier den überwinternden Raupen nicht schadet oder ob sich alle Raupen auf den ungemähten Anteilen der Standorte entwickeln.

Grundsätzlich sind verschiedene Zusammenhänge denkbar: Die Mahd könnte direkt (durch den Schnitt und Abtransport des Mähguts) oder indirekt (durch die Öffnung der Pflanzendecke) zu einer hohen Sterblichkeit bei den überwinternden Raupen führen. Die Mahd könnte aber auch durch ihren die Höhe und die dreidimensionale Anordnung der Pflanzendecke vereinheitlichenden Einfluss dazu führen, dass die für die Fortpflanzung geeigneten Lücken in der Pflanzendecke verschwinden und der Lebensraum nicht mehr geeignet ist. Das in Bayern laufende Artenhilfsprogramm im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt versucht solche Fragen zu beantworten.

Die zum Teil ausgeprägten Bulten können an manchen Standorten eine wichtige Schutzfunktion für die Art bei hohem Wasserstand übernehmen.

Lokale Population

Abgrenzung der lokalen Population

Die Falter sind vergleichsweise standorttreu. Meist sitzen sie, vor allem bei stärkerer Bewölkung, mit geschlossenen Flügeln auf Gräsern oder Büschen. Bei Sonnenschein hingegen sind die Männchen sehr aktiv. Sie fliegen mit wenigen Pausen ununterbrochen patrouillierend über die Gras-, Kraut- und Strauchschicht, während die Weibchen häufiger sitzen, Blüten besuchen oder Eiablagestellen suchen. Das Ausbreitungspotential des Wald-Wiesenvögelchens wird als gering eingeschätzt, da geradlinige längere Flüge nicht beobachtet werden. Ein gelegentlicher Austausch zwischen benachbarten Lebensräumen ist jedoch nachweislich selbst über geschlossenen Hochwald hinweg möglich (kurzfristige Neubesiedlung von Lichtungen über Distanzen von 0,5 –1 km sind im Schönbuch belegt).

Fang-Wiederfang-Studien in einer Metapopulation in Schweden (Cassel-Lundhagen & Sjörgen-Gulve 2007) ergaben ebenfalls, dass die Art sehr standorttreu ist. Die Mehrheit der wieder gefangenen Falter blieb innerhalb der Teilfläche, in der sie markiert worden war. Die maximale Flugdistanz innerhalb einer Teilfläche betrug 275 m. Der Anteil wechselnder Tiere zwischen Teilflächen war gering, die maximale Flugdistanz zwischen zwei Flächen betrug 1.200 m. Auf größeren Flächen und in größeren Teilpopulationen wurden größere Strecken zurückgelegt. Größere Flächen erhielten mehr Zuwanderer, es wanderten jedoch nicht mehr Tiere aus größeren Flächen ab.

Aufgrund dieser geringen Mobilität der Art kann die lokale Population relativ eng abgegrenzt werden. Bei Entfernungen von 500-1.200 m zwischen Lebensrauminseln kann davon ausgegangen werden, dass eine Verbindung zwischen den Vorkommen besteht. Im Einzelfall müssen jedoch verschiedene Faktoren (z.B. Größe der Fläche, evtl. Anzahl und Dichte der Lebensrauminseln, etc.) berücksichtigt werden, die die Mobilität beeinflussen. Aktuell sind viele Bestände jedoch isolierte Restvorkommen. Bei diesen sollte die lokale Population so abgegrenzt werden, dass alle regelmäßig beflogenen Bereiche eingeschlossen sind. Bei Kernflächen > 2 ha sollten nicht besiedelte Bereiche zwischen den Lebensräumen eingeschlossen werden.

Gefährdung

Gefährdungsursachen

Die Lichtwaldart Coenonympha hero ist vor allem durch das Verschwinden ihrer Lebensräume im Rahmen der Land- und Forstwirtschaft stark gefährdet. Der Lebensraum widerspricht den aktuellen forstlichen Leitbildern für die Waldbewirtschaftung und entspricht keiner modernen landwirtschaftlichen Nutzung. Das Wald-Wiesenvögelchen ist sowohl gegenüber dem Fehlen von Nutzungseinflüssen im Wald, als auch gegenüber einer jährlichen, mehrschürigen oder sommerlichen Mahd oder starken Beweidung empfindlich. Im Wald erfordert es ein kontinuierliches Angebot ausreichend großer Lichtungen.

Land- und Forstwirtschaft

Folgende Gefährdungsursachen wirken sich nachhaltig negativ auf Vorkommen des Wald-Wiesenvögelchens aus:

  • Dauerhafte Aufgabe der Streunutzung im Alpenvorland, v.a. der Streumahd in mehrjährigen Turni
  • Die jährliche Mahd von Lebensräumen ist meist zerstörend, es gibt jedoch einzelne Gegenbeispiele aus südbayerischen Flussauen
  • Aufgabe der Beweidung (auch im Wald) mit sehr geringer Beweidungsstärke, die bracheartige Zustände belässt
  • Aufgabe der Nieder- und (oberholzarmen) Mittelwaldwirtschaft (v.a. Nordbayern, Baden-Württemberg)
  • Ausbleibende Neuentstehung von Lebensräumen als Folge der Vermeidung von Kahlhieben und des Gebotes der Wiederaufforstung von unbestockten Waldflächen in wenigen Jahren (§15, Waldgesetz für Bayern). Durch Plenterung, Femelhieb, Einzelstammentnahme u.ä. alternative Nutzungsprinzipien entstehen keine Lebensräume
  • Lebensraumverlust durch Aufforstung mit verschiedenen Baumarten; aktuelle Aufforstungen, meist mit Edellaubhölzern z.B. in Lebensräumen am Lech und im Schönbuch
  • Ungehinderte Entwicklung der Pflanzendecke; Flächen, auf denen keine Nutzung oder Pflege mehr erfolgt, verlieren ihre Lebensraumeignung mittelfristig durch Verbuschung und Baumbewuchs, in manchen Lebensräumen eventuell auch schon durch flächige, dichte Streufilzbildung
  • Aufwuchs der Pflanzendecke auf windgeschützten Wegseitenflächen (in Rheinland-Pfalz, Hunsrück, vermutlich deswegen ausgestorben)

Sonstige

Entwässerungsmaßnahmen in den Wäldern und Grundwasserabsenkung in den Auen ist aktuell nur noch selten von Bedeutung.

  • Fehlen naturschutzorientierter bzw. land- oder forstwirtschaftlicher Förderinstrumentarien (z.B. lässt der bayerische Erschwernisausgleich nur maximal 20 % Bracheanteil zu), die zu den spezifischen Lebensraumansprüchen des Wald-Wiesenvögelchens passen
  • Nach Modellrechnungen besteht ein sehr hohes Risiko durch den Klimawandel (Settele et al. 2008). Anhaltspunkte aus der Geländebeobachtung auf grundlegende Auswirkungen des rezenten Klimawandels liegen jedoch nicht vor, es sind jedoch auch keine gezielten Untersuchungen erfolgt
  • Die Anwendung aktueller forstlicher Leitbilder verhindert die Erhaltung und insbesondere Entwicklung von Lebensräumen des Wald-Wiesenvögelchens

Erhaltungsmaßnahmen

Landwirtschaft

  • Bei Nutzung oder Pflege sind kleine Bodenerhebungen und eine abwechslungsreiche, unterschiedlich dichte und dicke Streuschicht im Gras mit Lücken in der Pflanzendecke zu erhalten
  • In Gebieten mit mehreren und größeren Streuwiesen Schaffung von zeitlich befristeten Teilbrachen im Umfang von mindestens 30 % in räumlichem Wechsel, es dürfen jedoch keine Dauerbrachen entstehen! Empfohlen wird für betreffende Standorte gelegentliche Entbuschung oder Streumahd in mindestens 3-, besser 5-jährigem Turnus
  • Jährliche Streumahd oder Pflege von Flussschotterheiden in solchen Gebieten weiter praktizieren, in denen das Wald-Wiesenvögelchen damit in der Vergangenheit nachweislich gut zurecht kam (gilt in Südbayern). Dazu besteht Forschungsbedarf, da unsicher ist, ob die gemähten Flächen tatsächlich zur Fortpflanzung beitragen
  • Durchführung einer Kontrolle des Gehölzaufwuchses: Sträucher und Bäume sollen Gesamtdeckungsgrade von 30 % nicht überschreiten; regelmäßiges Ausstocken von Gehölzen ist auf den meisten Standorten unbedingt notwendig und fördert zugleich eine abwechslungsreiche Streuschicht
  • Abtransport des Mähguts: langfristig ist darauf zu achten, dass die (relativ) nährstoffarmen Bedingungen erhalten bleiben. Das Aufkommen von hohen Stauden (z.B. Wasserdost) ist sehr kritisch
  • An manchen Standorten ist die Bekämpfung der Goldrute notwendig
  • Erhaltung nährstoffarmer Bedingungen
  • Neben der Mahd ist die Beweidung mit sehr geringer Dichte (meist mit Rindern) eine Möglichkeit, die notwendigen Lebensraumelemente langfristig zu erhalten und zu schaffen. Eine gute Feinabstimmung der Intensität über die Jahre ist notwendig, nach Schweighöfer (2008) höchstens 0,25 GVE/ha.

Forstwirtschaft

  • Wiederaufnahme und gezielte Förderung von oberholzarmer Mittelwald- und Niederwaldwirtschaft in geeigneten Waldlandschaften sowie Kleinkahlschlag-Nutzung zur Schaffung grasiger, voll besonnter Lichtungen (auf wechselfeuchten bis nassen Standorten oder in luftfeuchten Bereichen der Auenlandschaften). Ziel ist ein dynamisches Nutzungssystem, in dem durch die Entwicklung der Pflanzendecke verloren gehende Lebensräume laufend durch neue Schläge ersetzt werden (Vorbild: aktive Mittel- und Niederwälder Nordbayerns, Details im download, S. 57 ff.)
  • Mindestflächengröße für Schläge ist 1 ha, oft sind größere Flächen anzustreben. Entscheidend ist zudem ein Flächenzuschnitt und umgebende Pflanzendecke (Höhe des Waldes!), der eine starke Besonnung möglichst großer Flächenanteile garantiert
  • Gehölzkontrolle: Sträucher und Bäume dürfen Gesamtdeckungsgrade von 30 % nicht überschreiten; regelmäßiges Ausstocken von Gehölzen ist auf den meisten Standorten unbedingt notwendig und fördert zugleich eine abwechslungsreiche Streuschicht

Sonstige Maßnahmen

  • Da die Lebensräume weder aus landwirtschaftlicher noch aus forstwirtschaftlicher Sicht gewinnbringend sind, müssen geeignete finanzielle Förderinstrumente entwickelt und angewandt werden
  • Im Wald wird in den Lebensräumen aufgrund der waldbaulichen Ziele meist eine Bestockung mit Edellaubholz angestrebt. Die zugrunde liegenden forstlichen Leitbilder und Ziele müssen in Vorkommensgebieten an die Lebensraumansprüche des Wald-Wiesenvögelchens angepasst werden
  • Da eine Reihe Vorkommen kleine, gefährdete Restbestände in kleinen Lebensräumen darstellen, ist das lokale Aussterberisiko sehr groß. Daher ist eine gezielte Vergrößerung des Lebensraumes oder eine Einbeziehung von weiteren Lebensrauminseln zur Verringerung des Aussterberisikos durch Bildung eines Populationsverbundes notwendig. Die Besiedlung dieser Lebensrauminseln muss mit geeigneten Maßnahmen (z.B. Verbindungen zwischen Lebensräumen, engmaschiges Netz von Lebensräumen) unterstützt werden
  • Nur noch selten von Bedeutung: keine Entwässerung in Wäldern, keine Grundwasserabsenkung in Auen

Programme und Projekte

Finanzierungsinstrumente für Maßnahmen und Umsetzung von Managementplänen

  • Internetseite des BfN zu Finanzierungsoptionen von Maßnahmen im Rahmen der FFH- und Vogelschutzrichtlinie
  • Finanzierungsinstrument der EU zur Förderung von Umwelt- und Naturschutz-Projekten in Europa, LIFE+

Vertragsnaturschutzprogramme der Länder

In den Bundesländern gibt es unterschiedliche Förderprogramme die genutzt werden können, nachfolgend werden Beispiele genannt.

  • Agrarumweltmaßnahmen in Bayern/ Förderwegweiser für Agrarumweltmaßnahmen in Bayern
  • Landschaftspflegerichtlinie (LPR) in Baden-Württemberg

Projekte im Internet

  • „Bayerns UrEinwohner“
    Mit „Bayerns UrEinwohner“ rücken die bayerischen Landschaftspflegeverbände die heimischen Arten und Lebensräume in den Blickpunkt. Sie wollen den Schutz der regionalen und bedrohten Arten verbessern und Lust auf Natur und Landschaft machen. Das Projekt unterstützt die Ziele der Bayerischen Biodiversitätsstrategie.
  • Bundesarbeitsgruppe (BAG) Schmetterlinge

Autoren

Kontaktinformationen für weitere Auskünfte und Hilfestellungen

Für weitere Hinweise zur Art und Hilfestellungen für die Bewirtschaftung der Lebensräume wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige Naturschutzbehörde in Ihrer Region.

Experten

Ralf Bolz
sbi - silvaea biome institut
Buchstr. 15
91484 Sugenheim

Dr. Matthias Dolek
Obere Dorfstr. 16
82237 Wörthsee

Holger Loritz
Büro ABL - Arten, Biotope, Landschaft
Nägeleseestrasse 8
79102 Freiburg (Brsg.)

Dr. Michael Meier
Schützenberg 3
72525 Münsingen

Dipl.-Biol. Andreas Nunner
BIOPLAN
Institut für angewandte Biologie und Planung
Grabenstraße 40
72070 Tübingen

Autoren

Matthias Dolek

Unter Mitarbeit von

Christian Anton, Burkhard Beinlich, Markus Bräu, Stefan Brunzel, Adi Geyer, Stefan Hafner, Kathrin Landsdorfer, Andreas Lange, Michael Meier, Andreas Nunner, Erwin Rennwald, Matthias Simon, Karola Szeder, Rainer Ulrich, Volker Wachlin, Thomas Widdig

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