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Bundesamt für Naturschutz

Bayerischer Wald

Bundesland
Bayern
Landkreis / Kreisfreie Stadt
Cham, Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau, Regen
Landschafts-ID
413
Naturraum
Hinterer Bayerischer Wald, Regensenke, Vorderer Bayerischer Wald, Passauer Abteiland und Neuburger Wald

Wertgebende Merkmale (Vielfalt, Eigenart und Schönheit)

Waldreiche Mittelgebirgslandschaft mit zahlreichen besonderen Lebensraumkomplexen wie Hochlagen-Fichtenwälder, Bergmischwälder, Latschengebüsche, Hoch- und Übergangsmoore, Borstgrasrasen, Felsen und Blockhalden, Fließgewässer mit Auwiesen und Auwaldstreifen zwischen etwa 450 und 1456 m ü. NN; ältester Nationalpark Deutschlands; charakteristische Kulturlandschaftsprägung in den verschiedenen Bereichen, z. B. zwischen Großem Arber, Kaitersberg und Künischem Gebirge rund um die Ortschaft Lam: „Künische Freibauern“-Siedlungen mit typischen Glockentürmen auf den Bauernhäusern; Silber- und Erzbergbau (bei Bodenmais) in Zwiesel, Lindbergmühle entlang früherer Handelswege nach Böhmen, erste Glashütten um den Arber im 15. Jh., Hochzeit im 17. und 18. Jh., bis heute bekannt für die Glasindustrie; Waldhufendörfer, z. B. Finsterau, Mauth, Kreuzberg, Grainet, mit charakteristischen Waldhufenfluren; zahlreiche Flüsse für die Holztrift genutzt, Handelswege am Goldenen Steig für Salzhandel, viele Burgen; Plansiedlungen in Form von Reihendörfern, Angerdörfern und Radialhufendörfern mit Breitstreifenfluren, Saumpfade/-steige, Blockfluren in Streusiedelbereichen, Wässerwiesen mit Ausleitungen aus Bächen, Quellfassungen und Gräben (Relikte in Finsterau, wiederhergestellt in Haidmühle und Bischofsreut), Meiler, Seifenhügelfelder (Abraum beim Goldwaschen)/Goldgrubenfelder; Lallinger Winkel und Umfeld als frühestes Rodungs- und Kolonisationsgebiet des Klosters Niederalteich, Obst- und Weinanbau, vorteilhaftes Klima (geschützte Lage und geringe Höhe, ca. 450 m ü. NN) und Lösslehm als Voraussetzung für die ackerbauliche Prägung; Haufendörfer und daraus entwickelte Ortschaften, Kleinweiler, Gewannfluren, Streuobstwiesen, Relikte des Weinanbaus, Tongruben (Ziegeleien bei Hengersberg und Winzer, z. T. Brennöfen), feuchte Extensivgrünländer; „Neue Welt“ mit planmäßiger Erschließung Ende des 17. Jh., bis dahin unbewohnter Teil des südlichen Bayerischen Waldes (Wegscheider Hochfläche), Streusiedlungen Grundlage heutiger Orte, z. B. Breitenberg, Thalberg und Gollnerberg

Landschaft mit hoher Bedeutung für das natürliche und kulturelle Erbe als

Naturlandschaft: v. a. Kernzone des Nationalparks
Historisch gewachsene Kulturlandschaft
Naturnahe Kulturlandschaft ohne wesentliche Prägung durch technische Infrastruktur
Sonstige besondere Einzellandschaft

Landschaft mit hoher Bedeutung für das Landschaftserleben/die landschaftsgebundene Erholung

Soweit nicht anders angegeben, haben die den obigen Landschaftsbestimmungen zugeordneten Landschaften per se auch eine hohe Bedeutung für das Landschaftserleben/die landschaftsgebundene Erholung.

Ausschließlich bedeutsam für das Landschaftserleben/die landschaftsgebundene Erholung: (gesamthaft/in Teilbereichen)

Abgrenzung

Übernahme der Kulissen „Lamer Winkel“, „Historische Bergbau- und Glasindustrielandschaften um Zwiesel“, „Hufen- und Streifenfluren des Inneren Bayerischen Walds“, „Lallinger Winkel“ und „Neue Welt“ aus dem Entwurf einer Auswahl bedeutsamer Kulturlandschaften in Bayern (Reinke et al. 2013); Erweiterung durch die Kernzone des Nationalparks Bayerischer Wald und die landesweite Landschaftsbildbewertung (Stufe 5) sowie zwischen Kötzing und Bodenmais bis zum Hangfuß (Naturraum-Untereinheit)
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