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Bundesamt für Naturschutz

Nationale Langfrist-Gefährdung der Biotoptypen Deutschlands

Karten und Daten
Gebiete und Lebensräume
Mit Ausnahme der Meere hat sich der Anteil der langfristig gefährdeten Biotoptypen nur geringfügig gegenüber 2006 verändert. Bei den Küstenbiotopen ist er mit 87,9 % konstant geblieben. Bei den Wäldern/Gehölzen ergibt sich eine etwas verbesserte Situation während bei den offenen terrestrischen Biotoptypen und bei den Biotoptypen der Alpen eine Verschlechterung zu beobachten ist. Bei diesen Biotoptypengruppen hat der der Anteil langfristig gefährdeter Biotoptypen noch einmal um zwei (offene terrestrische Biotoptypen) bzw. sogar 4,8 Prozentpunkte (Biotoptypen der Alpen) zugenommen.
Diagramm Nationale Langfrist-Gefährdung der Biotoptypen Deutschlands

2/3 der Biotoptypen gelten als "gefährdet" oder "vollständig vernichtet"

Die „nationale Langfrist-Gefährdung“ (nG), als Beurteilung der langfristigen Entwicklung der Biotoptypen ist vergleichbar mit der Rote Liste-Einstufung für Deutschland (RLD) von 2006 und 1994. Entsprechend wird die nachfolgende Bilanzierung der Gefährdungssituation auf Grundlage dieser Werte vorgenommen. In allen Fällen werden die Biotoptypenanzahlen herangezogen. Eine Berücksichtigung von Bestandsflächen bzw. Flächenanteilen erfolgt nicht.

64,9 % der unterschiedenen Biotoptypen (ohne „technische“ Biotoptypen) müssen 2017 als mindestens „gefährdet“ oder bereits als „vollständig vernichtet“ gelten (Kategorien 3 bis 0); 3,5 % befinden sich auf der „Vorwarnliste“. Besonders auffällig ist, dass nunmehr 13 Biotoptypen (2006: 1) als „vollständig vernichtet“ anzusehen sind. Betroffen sind ausnahmslos Biotoptypen der Meere und hier insbesondere die, die einst von der Europäischen Auster (Ostrea edulis) oder von Sandkorallen (Sabellaria spec.) geprägt waren. Die „Sandkorallen“ sind keine Korallen im taxonomischen Sinne, sondern Röhren bauende Würmer (Polychaeten) der Gattung Sabellaria.

Im Binnenland oder an der Küste wird aktuell kein „vollständig vernichteter“ Biotoptyp verzeichnet. Der noch 2006 mit Kategorie 0 eingestufte Typ „naturnaher autochthoner Fichten-Tannenwald der planaren und collinen Stufe“ (44.03.06.01) ist aus der Biotoptypenklassifizierung entfallen, da die damals getroffene Unterscheidung zwischen naturnahen und degradierten Fichten-Tannenwäldern der planaren und collinen Stufe revidiert werden musste.

Änderung der Gefährdungseinstufung vor allem bei den Meeren

Im Vergleich zur Gefährdungseinstufung 2006 ist der größte Unterschied zwischen den Anteilen der langfristig gefährdeten Biotoptypen bei den Meeren festzustellen. Hier hat sich jedoch durch die Neubearbeitung die Zahl der zu bewertenden Biotoptypen deutlich erhöht. Diese Aufspaltungen haben aktuell zu einer deutlich höheren Zahl ungefährdeter Meeresbiotoptypen geführt, ohne dass es faktisch zu einer Änderung der Gefährdungssituation gekommen ist. Ihre Anzahl hat sich von 17 auf 136 um das 7-fache erhöht. Die gefährdeten Meeresbiotope haben jedoch im Vergleich zur Fassung 2006 „nur“ um 58 % (90:142) zugenommen. Auch findet sich in der aktuellen Liste ein Anteil von 8,3 % der Biotoptypen, bei denen eine Einstufung nicht sinnvoll ist. Insgesamt hat sich das Gewicht der Meeresbiotoptypen deutlich erhöht (2006: 14,0 % aller Biotoptypen; 2017: 29,6 %). Dies bildet sich auch beim Vergleich des Anteils der langfristig gefährdeten Biotoptypen insgesamt ab. Dieser sank von 72,5 % auf 64,9 %.

 In allen anderen Hauptgruppen hat sich der Anteil der langfristig gefährdeten Biotoptypen nur geringfügig gegenüber 2006 verändert. Bei den Küstenbiotopen ist er mit 87,9 % konstant geblieben. Bei den Wäldern/Gehölzen ergibt sich eine etwas verbesserte Situation während bei den offenen terrestrischen Biotoptypen und bei den Biotoptypen der Alpen eine Verschlechterung zu beobachten ist. Bei diesen Biotoptypengruppen hat der der Anteil langfristig gefährdeter Biotoptypen noch einmal um zwei (offene terrestrische Biotoptypen) bzw. sogar 4,8 Prozentpunkte (Biotoptypen der Alpen) zugenommen. Offenbar bilden sich die negativen Entwicklungen im Grünland und die zunehmende touristische Nutzung (Alpen) sowie die Folgen des Klimawandels bereits bei der Langfristbetrachtung ab.

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