Bundesamt für Naturschutz

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Internationaler Gebietsschutz

Meeresschutzgebiete (HELCOM MPAs), Vertragsstaaten und Konventionsgebiet der Helsinki-Konvention

Meeresschutzgebiete (HELCOM MPAs*) in den Vertragsstaaten der Helsinki Konvention in 2015

Netzwerk der HELCOM-Meeresschutzgebiete in der Ostsee weist trotz Vergrößerung noch Lücken auf

Die Helsinki Kommission (HELCOM) hat 1994 ein ökologisch zusammenhängendes Netzwerk von Meeresschutzgebieten (HELCOM MPAs) für die Ostsee initiiert. Die Zahl der ausgewiesenen Schutzgebiete hat sich bis 2015 von ursprünglich 62 auf 174 erhöht, was knapp 12 Prozent der Konventionsgebietsfläche entspricht. Allerdings ist das Schutzgebietsnetz noch lückenhaft.


In der Helsinki-Konvention von 1992 über den Schutz der Meeresumwelt der Ostsee wurden für alle neun Ostsee-Anrainerstaaten konkrete Zielvorgaben für den Naturschutz und die biologische Vielfalt vereinbart. Die Errichtung eines ökologisch kohärenten (zusammenhängenden) Netzwerkes von Meeresschutzgebieten (HELCOM MPAs) ist dabei eine prioritäre Naturschutzmaßnahme. In 2010, dem internationalen Jahr der Biodiversität, konnte HELCOM darauf verweisen, dass die Ostsee als erste Meeresregion unter anderem das internationale naturschutzpolitische Ziel des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) und des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung (World Summiton Sustainable Development, WSSD), bis 2012 zumindest 10 Prozent aller Ökoregionen der Welt effektiv zu schützen, anteilig erreicht hatte.

Insgesamt wurden bislang 174 HELCOM-Meeresschutzgebiete ausgewiesen (gegenüber 78 in 2007 und 62 in 1994). Diese umfassen eine Gesamtfläche von 54.367 Quadratkilometern und somit 11,9 Prozent des Konventionsgebietes. Diese Meeresschutzgebiete erstrecken sich auf 17,0 Prozent der Küstenmeere und 4,6 Prozent der ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ, 12 bis maximal 200 Seemeilen vor der Küste). Deutschland hat 12 HELCOM - Meeresschutzgebiete mit einer Fläche von 5.840 Quadratkilometern ausgewiesen.

Netzwerk der Meeresschutzgebiete zeigt noch Lücken

Der Anteil an HELCOM-Meeresschutzgebieten variiert in den unterschiedlichen Regionen der Ostsee sehr stark. Angesichts der zum Teil erheblichen räumlichen Distanzen zwischen den Gebieten ist deren Kohärenz noch nicht gewährleistet. Die ungleiche geografische Verteilung der HELCOM- Meeresschutzgebiete hat zur Folge, dass besonders küstenferne Meeresgebiete, aber auch bestimmte biogeografische Teilregionen der Ostsee noch nicht angemessen im Schutzgebietsnetzwerk repräsentiert sind.

Weiterführende Infos

HELCOM (BfN-Themenseite)

HELCOM data and map service