Bundesamt für Naturschutz

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Tiere, Pflanzen und Pilze

Relative Bedeutung der Gefährdungsursachen für wild lebende Tiere

Tierarten in Deutschland sind vor allem durch Einflüsse aus der Landwirtschaft gefährdet

Um effiziente Schutz- und Pflegemaßnahmen für gefährdete Arten ergreifen zu können, sind Kenntnisse über die Ursachen der Bestandsrückgänge unerlässlich. 2005 erfolgte eine in diesem Umfang für Deutschland erstmalige und bisher auch einmalige umfassende Analyse der Gefährdungsursachen für Tierarten durch Literaturrecherchen und eine bundesweite Expertenbefragung. Die Gefährdungsursachen aus dem Bereich Landwirtschaft erscheinen dabei am bedeutsamsten.


Insgesamt wurden die Gefährdungsursachen für 601 Arten der Roten Liste aus 10 Tiergruppen untersucht (Säugetiere, Brutvögel, Reptilien, Amphibien, Lauf- und Sandlaufkäfer, Wasserkäfer, Tagfalter und Dickkopffalter, Heuschrecken, Groß-Branchiopoden, Libellen).

Ein Überblick über die Ergebnisse für alle Tiergruppen zusammen zeigt, dass die Gefährdungsursachen aus dem Bereich Landwirtschaft am bedeutsamsten sind. Dies bezieht sich sowohl auf die Häufigkeit von Nennungen als auch auf die Anzahl betroffener Arten. Zu den Gefährdungsursachen zählen beispielsweise die Trockenlegung von Feuchtgrünland und Kleingewässern, die Düngung und Kalkung von Grünland sowie die Ausbringung von Gift und Tierfallen zum Pflanzen- oder Vorratsschutz. Danach folgen die Forstwirtschaft, Wasserbau/Schifffahrt, Baumaßnahmen/Rohstoffgewinnung sowie Sport- und Freizeitaktivitäten.