Bundesamt für Naturschutz

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Tiere, Pflanzen und Pilze

Gefährdungssituation der Tiere, Pflanzen und Pilze in Deutschland

Fast ein Drittel der in den Roten Listen bewerteten Arten ist bestandsgefährdet

In den Roten Listen Deutschlands sind mehr als 32.000 heimische Tier-, Pflanzen- und Pilzarten hinsichtlich ihrer Gefährdung untersucht, davon knapp 11.000 Taxa (Arten und Unterarten) in den aktuellen Bänden 2009 ff. Von diesen Taxa sind rund 29 Prozent bestandsgefährdet und 5,6 Prozent ausgestorben.

Von den in der Roten Liste der Wirbeltiere 2009, in der Roten Liste der wirbellosen Tiere (Teil 1) 2011 und in der Roten Liste der Meeresorganismen 2013 bewerteten Tierarten sind über 30 Prozent bestandsgefährdet und 5 Prozent ausgestorben. Zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen mit über 40 Prozent bestandsgefährdeten und ausgestorbenen Taxa zählen unter anderem die Kriechtiere, Ameisen, Tagfalter, Wildbienen, Wespen und Langbein-, Tanz- und Rennraubfliegen. Dagegen sind bei den ökologisch wenig anspruchsvollen und sehr anpassungsfähigen Fransenflüglern weniger als 1 Prozent der Taxa bestandsgefährdet oder ausgestorben. Es ist geplant, weitere 21 Wirbellosen-Gruppen in Kürze zu aktualisieren.

Gefährdungssituation der Großalgen der Meere ist unverändert

Für die Pflanzen gibt es derzeit keine aktualisierte Fassung der Roten Listen – außer für die Großalgen der Meere (Makro-Grünalgen, Rotalgen und Braunalgen). Bei diesen ist die Gefährdungssituation unverändert. Allerdings liegen bei über 40 Prozent der Großalgen-Arten keine ausreichenden Kenntnisse hinsichtlich einer Gefährdung vor. Die aktualisierten Roten Listen der Gefäßpflanzen, Moose und Algen sollen 2016 fertig gestellt werden.

Viele Flechtenarten sind weiterhin bedroht

Die Rote Liste der Flechten im weiteren Sinne und Schleimpilze (Myxomyzeten) wurde 2011 publiziert. Bei den 1.946 gut untersuchten "echten" Flechten sind im Vergleich zu anderen Gruppen besonders viele Arten ausgestorben (7,8 Prozent) oder bestandsgefährdet (36,6 Prozent), obwohl sich die Belastung durch Luftverschmutzung (Immissionsbelastung durch Schwefeldioxyd und Folgekomponenten) deutlich verringert hat. Die Roten Listen zu Großpilzen erscheinen 2016.

Weiterführende Infos

Rote Listen Deutschlands (BfN-Themenseite)