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Bundesamt für Naturschutz

Artenhilfsprogramm Strandbrüter

Arten
Nationales Artenhilfsprogramm
Im Projekt geht es um den Schutz der vom Aussterben bedrohten Strandvogelarten Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe.
Bundesland
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Hamburg
Schleswig-Holstein
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Laufzeit
01.03.2024 – 28.02.2027
Lage
Küste
Finanzvolumen
1.081.547,45 €
Eine Zwergseeschwalbe wird in der Hand gehalten. Sie trägt einen kleinen GPS-Datenlogger auf dem Rücken.
Zwergseeschwalbe mit GPS-Datenlogger, Beltringharder Koog, Nordfriesland, Schleswig-Holstein

Beschreibung

FKZ 3524150600

Hintergrund

Strandbrüter zählen weltweit zu den am stärksten bedrohten Vogelarten. Zu den bekannten Gefährdungen der Zielarten Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe in Deutschland zählen Beeinträchtigungen durch den Strandtourismus, Prädation der Gelege und Jungvögel durch Prädatoren sowie Brutverluste durch den Meeresspiegelanstieg. Obwohl Strandbrüter als attraktive Vogelarten eine Bedeutung für den Naturtourismus an Nord- und Ostsee besitzen, sind sie durch den Tourismus selbst vielerorts gefährdet. So entstehen Konflikte zwischen Artenschutz und Strandtourismus, obwohl Beispiele aus dem In- und Ausland Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Wissenslücken bestehen u. a. bezüglich der Gefährdungen und Schutzmöglichkeiten der Zielarten auf dem Zug und in den Überwinterungsgebieten.

Projekt

Das Vorhaben zielt auf die Schaffung der Grundlagen zur Verbesserung des Zustands der deutschen Brutpopulationen von Seeregenpfeifer, Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe ab. Konkrete Arbeitsziele sind der verbesserte Schutz der Brut- und Mauserplätze der Strandbrüter in Deutschland (Projektziel 1), die Erhöhung des öffentlichen Bewusstseins für den Strandbrüterschutz in Deutschland (Projektziel 2) sowie der verbesserte Schutz der deutschen Populationen der Strandbrüter auf dem Zugweg und in den Überwinterungsgebieten (Projektziel 3).

Dafür sollen in den Küstengebieten von Nord- und Ostsee konkrete Schutzmaßnahmen wie die Einrichtung von Schutzzonen um die Brut- und Mauserplätze der Zielarten umgesetzt, ein Betreuer*innen-Netzwerk aufgebaut und der Strandbrüterschutz insgesamt koordiniert werden. Die im Strandbrüterschutz Aktiven an Nord- und Ostsee sollen bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen fachlich beraten und praktisch unterstützt werden. Hierzu zählt die Erstellung eines „Handbuchs für den Strandbrüterschutz“, das auf einem Katalog erprobter Maßnahmen sowie Best-Practice-Beispielen aus dem In- und Ausland basieren soll.

Durch verschiedene Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit sollen eine Sensibilität gegenüber Strandbrütern geschaffen, die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen erhöht und Informationen zum Projekt und zu den Strandbrütern vermittelt werden.
Daneben sollen Schutzansätze für die Zugrouten und Aufenthaltsgebiete der deutschen Populationen der Strandbrüter außerhalb von Deutschland entwickelt werden. Dafür sollen Zwergseeschwalben und Sandregenpfeifer mit GPS-Datenloggern ausgestattet werden, um Gefährdungen zu analysieren. In den Rast- und Überwinterungsgebieten deutscher Seeregenpfeifer im Senegal sollen Gefährdungen durch Vor-Ort-Besuche und Fernerkundung analysiert und Ideen für den Schutz der Gebiete abgeleitet werden.

Ausblick

Durch das Projekt wird eine stärkere Koordination sowie eine Erhöhung der Qualität und Quantität der umgesetzten Maßnahmen für Strandbrüter erreicht werden. Ehrenamtlich Aktive werden durch Schulungen sowie digitale und analoge Hilfsmittel in die Lage versetzt, Strandbrüter effektiv zu schützen. Strandbrüterschutz an touristisch genutzten Stränden ist jedoch eine Daueraufgabe, da im Zuge des Klimawandels eine Zunahme des Tourismus an Nord- und Ostsee zu erwarten ist. Die Maßnahmen müssen daher über den Projektzeitraum hinaus fortgesetzt werden, dafür ist eine dauerhafte Koordination notwendig.

Zuwendung (bestimmt) für

Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V.
Charitéstr. 3, 10117 Berlin
030 284984-0

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz mit Fördermitteln aus dem Nationalen Artenhilfsprogramm

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 1.1
0228 8491-1411
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
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