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Bundesamt für Naturschutz

Auf dem Weg zur grünen Stadt: Die Werte urbaner Biodiversität und Ökosystemleistungen in China und Deutschland

Internationale Zusammenarbeit
Internationale Projekte
Projektregionen
Asien
Inhaltliche Schwerpunkte
Ökosystemleistungen
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Laufzeit
2015-2017
Bau von Hochhäusern in China
Urbanisierungsprozesse gehen oftmals mit einer substantiellen Landnutzungsänderung einher - Flächen werden versiegelt

Beschreibung

Hintergrund

Schon heute lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten und diese Tendenz zur Urbanisierung ist weiter steigend. In China sollen bereits in 2025 etwa 70 Prozent der Bevölkerung in Städten leben, aber auch in Deutschland sind in den letzten Jahren wieder verstärkt Urbanisierungsprozesse zu beobachten. Diese Entwicklung sorgt für eine zunehmende Flächeninanspruchnahme an den Stadträndern und zu Verdichtungsprozessen im Stadtkern – urbane Ökosysteme verschwinden, Tier- und Pflanzenarten werden aus den eigentlich biodiversitätsreichen Städten verdrängt. Gleichzeitig sinkt die Lebensqualität aufgrund zunehmender Umweltbelastungen und das Risiko von negativen Klimawandelfolgen für die lokale Bevölkerung steigt.

Der Schutz und die Wiederherstellung städtischer Ökosysteme wie Stadtparks, Stadtwälder oder auch Brachflächen können hier entgegenwirken. Dies wird zunehmend auch von internationalen Initiativen und Zielvorgaben wie der 2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung (SDG’s) der internationalen Stadtentwicklungskonferenz „Habitat III" oder dem Edinburgh-Prozess erkannt und von nationalen Prozessen wie dem chinesischen „New-Type Urbanisation Plan" oder dem Stadtgrün-Prozess der Bundesregierung unterstrichen. Die konkrete Umsetzung muss aber letztlich auf kommunaler Ebene erfolgen.

Das Projekt

Die Ausgangslage des Projekts war die Einsicht, dass Grünflächen vor allem Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten darstellen. Daneben bieten sie wohnortnahe Möglichkeiten der Naturerfahrung, der Umweltbildung und sie fördern die Akzeptanz der Stadtbevölkerung auch für Naturschutz im ländlichen Raum. Aber auch für andere Herausforderungen der Stadtplanung stellen urbane Ökosysteme weitere Leistungen bereit: Sie regulieren das Mikroklima, verbessern die Luftqualität und können negative Folgen von Starkregenereignissen mindern. Ferner fördern begrünte Flächen ganz allgemein unser Wohlbefinden und tragen bspw. durch Stressabbau und Anregung zu Bewegung maßgeblich zu unserer psychischen und physischen Gesundheit bei.

Das zentrale Ziel des Projekts war daher, die Bedeutung urbaner Biodiversität und Ökosystemleistungen aufzuzeigen, eine erhöhte Akzeptanz für urbane Grünflächen beispielsweise in der Stadtplanung zu erreichen und darzulegen, wie grüne Infrastruktur in die Stadtplanung integriert werden kann. Dies geschieht anhand vielfältiger illustrierender Beispiele aus China und Deutschland.

Im Rahmen des Vorhabens wurden auch Möglichkeiten und Hemmnisse einer Realisierung von mehr naturschutzfachlich hochwertigen Grünflächen für Stadtplaner beleuchtet. Von funktionalen Ansätzen im Bereich regionaler Raumplanung, über Initiativen städtischer Revitalisierung oder der Schaffung grüner Naherholungsgebiete bis zu Umweltbildung im Stadtviertel wird aufgezeigt, wie es gelingen kann, grüne Infrastrukturen zu planen, zu finanzieren und erfolgreich umzusetzen.

Von 2015 bis 2018 arbeiteten wissenschaftliche Institute, Universitäten und Organisationen aus China und Deutschland an einer übergeordneten, explorativen Studie. Hierzu fanden Workshops sowie Studienaufenthalte in chinesischen und deutschen Großstädten statt, um ein tieferes Verständnis für die Herausforderungen dieser Städte sowie Einblicke in die Potenziale städtischer Grünräume zu bekommen. Teile der Ergebnisse wurden in Form eines Policy Briefs zusammengefasst.

Ergebnisse

Als Hauptergebnis des Vorhabens stellt ein Buch die gesammelten Ergebnisse in der „Cities and Nature"-Serie des wissenschaftlichen Springer-Verlags vor. In einem chinesischen Fachverlag für Umwelt-, Architektur- und Stadtentwicklung wird voraussichtlich in 2021 eine chinesische Übersetzung des Buches veröffentlicht.

Die Studie dient zudem als Ausgangspunkt weiterer Initiativen Deutsch-Chinesischer, aber auch internationaler Zusammenarbeit zu urbanen Ökosystemen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Praxis. Dies geschieht beispielsweise im Rahmen der Deutsch-Chinesischen Urbanisierungspartnerschaft oder im Projekt „Urbane Feuchtgebiete in China – Schutz und Wiederherstellung blau-grüner Infrastruktur für regenerative Stadtentwicklung".

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