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Bundesamt für Naturschutz

Auswirkungen des Insektenrückgangs auf Fledermäuse

Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
Am Beispiel der vom Aussterben bedrohten Fledermausart Graues Langohr wird der Insektenrückgang und seine Wirkung auf Fledermäuse thematisiert und für die Naturschutzpraxis praxisorientiert dargestellt.
Projektregionen
Europa
Bundesland
Hessen
Thüringen
Baden-Württemberg
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 1.1 Zoologischer Artenschutz
Laufzeit
10/2020 bis 31/2023
Lage
Ober-Mockstadt im Landkreis Wetterau (Hessen), Metzels im Landkreis Meinigen (Thüringen) und Rottenburg-Weiler (Baden-Württemberg)
Eine Gruppe Grauer Langohren hängen an der Decke eines Holzschuppens
Eine Gruppe Grauer Langohren (Plecotus austriacus)

Beschreibung

Hintergrund

Die insektenfressenden Fledermäuse sind Endglieder der Nahrungskette und auf eine ausreichende Dichte an Beutetieren angewiesen. Nur so können sie in den wenigen Sommermonaten genug Nahrung für sich und die Jungen finden und vor dem Winterschlaf ausreichend Depotfett speichern, um erfolgreich zu überwintern. Durch den Rückgang der Insekten in der Landschaft ist zu erwarten, dass sich die reduzierte Beutetierdichte ungünstig auf Fledermausvorkommen auswirkt. Untersucht werden soll dies am Beispiel des Grauen Langohrs (Plecotus austriacus), einer Fledermausart, die eng an die offene Kulturlandschaft gebunden ist. 

Das Projekt

Am Beispiel der vom Aussterben bedrohten Fledermausart Graues Langohr soll untersucht werden, wie sich der Insektenrückgang in der offenen Kulturlandschaft auf Fledermäuse auswirkt. Auf Grundlage der Ergebnisse sollen Schutzmaßnahmen empfohlen werden, durch deren Umsetzung in der Landschaft die Situation verbessert werden kann. Untersucht wird in drei Schwerpunktgebieten von Wochenstubenkolonien in Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg. 

Die Projektumsetzung erfolgt über vier Arbeitspakete:

  • Ermittlung der Gesamtverbreitung in Deutschland und Einrichtung eines (wiederkehrenden) Expertenworkshops.
  • Durchführung von Telemetriestudien in drei Wochenstubenkolonien zur Ermittlung von relevanten Kernjagdgebieten und deren Abhängigkeit von der Landschaftsausstattung. 
  • Ermittlung des Beutetierspektrums mittels manueller und DNA-Barcoding – Analysen von Kotpellets über die gesamte Saison hinweg. 
  • Berechnung des Mindestnahrungsbedarfs des Grauen Langohrs.

Im Ergebnis sollen in einem Leitfaden die Situation des Grauen Langohrs in Deutschland zusammengestellt und analysiert sowie Empfehlungen für Schutzmaßnahmen für die Art und für deren Umsetzung formuliert werden.

Ausblick

Im März tagte zum zweiten Mal der Expertenworkshop. Gegenwärtig laufen die Nahrungsanalysen. Im Juni beginnt die zweite Telemetriesaison. 

Auftragnehmende

Institut für Tierökologie und Naturbildung
Waldstr. 19, 35321 Laubach-Gonterskirchen
06405 50577-0

Projektpartnerschaft

Nachtaktiv Biologen für Fledermauskunde GbR
Häßlerstr. 99, 99099 Erfurt
0361 78977-06
Biologische Gutachten Dietz
Balinger Str. 15, 72401 Haigerloch
07474 9580933
Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie Radolfzell
Am Obstberg 1, 78315 Radolfzell
07732 1501-0
07732 1501-69
Dr. Irmhild Wolz
Kreuzstr. 5, 91077 Neunkirchen
Freiburger Institut für angewandte Tierökologie GmbH (FrInaT)
Dunantstraße 9, 79110 Freiburg
0761 208999-60

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV)

Fachbetreuung im BfN

Ruth Petermann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin FG II 1.1 Zoologischer Artenschutz
0228 8491-1428
Konstantinstr. 110, 53179 Bonn
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