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Bundesamt für Naturschutz

Entwicklung des Biosphärenreservats Indawgyi-See in Myanmar

Internationale Zusammenarbeit
Internationale Projekte
Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit deutscher Biosphärenreservate mit Biosphärenreservaten aus dem Weltnetz, hat sich eine Kooperation Brandenburgischer Biosphärenreservaten mit dem Biosphärenreservat Indawgyi-See in Myanmar entwickelt.
Projektregionen
Asien
Inhaltliche Schwerpunkte
UNESCO Biosphärenreservat
Nachhaltige Nutzung
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Laufzeit
2018 - 2021

Beschreibung

Hintergrund

Der Indawgyi-See ist der einzige Süßwassersee Myanmars und ist von internationaler Bedeutung für den Schutz der Biodiversität und der Lebensgrundlage mehrerer zehntausend Menschen. Das laufende Projekt beschäftigt sich mit der Unterstützung des Biosphärenreservats Indawgyi-See in den Bereichen Capacity Building, See-Monitoring, Durchgängigkeit von Fließgewässern und Umgang mit den Folgen des illegalen Goldbergbaus.

Der Indawgyi-See

Der Indawgyi-See und seine Region im Norden von Myanmar sind ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und wichtig für den Schutz von Wald und Biodiversität. Der Indawgyi-See ist der größte Süßwassersee in Myanmar. Mit einer Gesamtfläche von 133.715 ha besteht er aus einem großen offenen Seegebiet, schwimmenden Vegetationsflächen, Sumpfwald und saisonal überflutetem Grasland. Die Hügel, die den See umgeben, sind von subtropischen, feuchten Laubwäldern bedeckt, die eine Reihe bedrohter Waldvögel und Säugetiere, einschließlich Primaten, beherbergen. Das Gebiet stellt die Lebensgrundlage für ca. 50.000 Menschen dar. Die Bevölkerung am Indawgyi-See ist stark von den natürlichen Ressourcen der Region abhängig. Auch durch die politische Öffnung des Landes ändert sich die Ressourcennutzung und führt zu einer immer stärkeren Degradierung von Wäldern, Fischbeständen und Gewässern.

Das Projekt

Internationale Partnerschaften sind eine wichtige Aufgabe der UNESCO-Biosphärenreservate. Twinning-Partnerschaften sind mittel- oder langfristige Kooperationen, sie basieren auf einem echten Mehrwert für alle Partner. Besonders wertvoll – und zugleich ehrgeizig – sind Partnerschaften mit Biosphärenreservaten in Entwicklungsländern.

Schon 2014 bis 2017 unterstützte das BfN und BMU bei der Nominierung des Biosphärenreservates. Nachdem das Biosphärenreservat Indawgyi-See von der UNESCO im Jahr 2017 anerkannt wurde, haben Brandenburger Biosphärenreservate 2017 eine Absichtserklärung über eine fünfjährige Kooperation mit dem Biosphärenreservat Indawgyi-See unterzeichnet, um den Ausbau dieses Schutzgebietes weiter intensiv zu begleiten.

Das laufende Projekt „Zusammenarbeit im Weltnetz der UNESCO-Biosphärenreservate zwischen dem BR „Indawgyi-Lake und den BR Spreewald, Flusslandschaft Elbe und Schorfheide-Chorin (Brandenburg) in Deutschland“ startete 2018.

Das Projekt verfolgt ehrgeizige Ziele:

  • Weiterqualifizieung von Verwaltung und Management des Biosphärenreservates Indawgyi-Lake sowie von Vertreter*innen von NGOs in den Bereichen naturbezogener nachhaltiger Tourismus, Kommunikation, Bildung und partizipative Methoden
  • Entwicklung um Umsetzung einer Kampagne für nachhaltige Entwicklung in der Indawgyi-Region
  • Weiterführung und - entwicklung eines fortlaufenden See-Monitorings am Indawgyi-Lake
  • Recherche und Modellprojekte zur Erhaltung der Durchgängigkeit von Fließgewässern
  • Beratung zum Umgang mit den Folgen des illegalen Goldbergbaus

Zur Umsetzung der Ziele sind Aufenthalte von Vertreter*innen aus Myanmar in Deutschland für Weiterqualifizierungsprogramme geplant und Besuche vor Ort zur fachlichen Unterstützung der geplanten Maßnahmen. Als Ausgangspunkt einer breit angelegten Kampagne zur Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Indawgyi-Region soll ein Indawgyi-Lake Umweltbildungs- und Besucherinformationszentrum errichtet werden. Die Weiterführung und -entwicklung eines fortlaufenden See-Monitorings am Indawgyi-Lake wird fachlich und materiell unterstützt, damit die Beprobung des Sees zur Qualitätssicherung gewährleistet werden kann. Die zahlreichen den See speisenden Fließgewässer sind Lebensraum einiger stark gefährdeter Fische und ebenso Fortpflanzungsgebiet zahlreicher im See lebender Arten. Hier geht es vor allem um die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit vor dem Hintergrund der gegenwärtig rasant voranschreitenden Ausbaumaßnahmen im Gebiet. Eine bereits 2017 vom BMU finanzierte Vorstudie zur Prüfung der Möglichkeiten des Schwebstoffrückhalts an den Unterläufen der durch illegalen Goldabbau belasteten Zuflüssen wurde 2018 vorgelegt und während der Besuche mit Fachleuten diskutiert. Darauf aufbauend werden weitere Schritte zum Schutz der Flüsse und Seen vor den Folgen des illegalen Goldbergbaus geplant.

Projektpartner

Michael Succow Stiftung, Fauna und Flora International, Ministry of Environmental Conservation and Forestry (Myanmar)

Kontakt im BfN

Linda Eich
0228 8491-1783
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