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Bundesamt für Naturschutz

Krautsand

Gebiete und Lebensräume
Naturschutzgroßprojekt
Bundesland
Niedersachsen
Zuständiges Fachgebiet
Fachgebiet II 2.4 Gewässerökosysteme, Wasserhaushalt, Blaues Band
Laufzeit
Projekt I: 2020 - 2023 (Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans)
Fläche in Hektar
Fördergebiet: 2.800 ha
Lage
Niedersachsen, Landkreis Stade, Naturraum: Untere Elbeniederung (Elbmarsch)
Finanzvolumen
Projekt I: 1.100.090 €

Beschreibung

Gegenstand des Projektes sind Erhalt und Entwicklung von Ästuar-Lebensräumen an der niedersächsischen Tideelbe auf der Elbinsel Krautsand (Landkreis Stade, Niedersachsen). Der 2.800 ha große Planungsraum wird von landwirtschaftlich genutzten Flächen – überwiegend Grünland – dominiert und von Prielen und Gräben durchzogen. Der Planungsraum ist fast vollständig Natura-2000-Gebiet (Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet). Von den gebietstypischen Lebensräumen sind auf einer Fläche von insgesamt 300 ha vegetationsfreie Wattflächen, Süß- und Brackwasserröhrichte sowie Fragmente von tidebeeinflussten Auen- und Marschenwäldern noch erhalten geblieben. Es handelt sich dabei um Lebensräume, die typischerweise in Ästuaren (Flussmündungen ins Meer) vorkommen und dort am Flussufer und im Uferbereich der Auengewässer entstehen soweit der Tideeinfluss reicht. Da im Planungsraum viele Gewässer vom Tideeinfluss abgeschnitten sind, soll durch wasserbauliche Maßnahmen und teilweise Wiederanbindung an die Tide eine Vergrößerung der Fläche der ästuartypischen Lebensräume und für das angrenzende Grünland ein naturnäherer Zustand erreicht werden. Bereits laufende Kompensationsmaßnahmen im Planungsraum sollen durch das Vorhaben weiter optimiert werden. Der Gesamtkomplex soll als Lebensraum für die naturraumtypischen Pflanzen- und Tierarten erhalten und entwickelt werden.

 

 Es werden folgende Ziele verfolgt:

  • Wiederherstellung ästuartypischer Dynamik 
  • Erhalt, Verbesserung und Ausweitung ästuartypischer Lebensräume und artenreicher Grünländer
  • Steuerung des Sedimenthaushaltes im Gewässernetz auf Krautsand
  • Gezielte Entwicklung geeigneter Habitatstrukturen für ästuartypische Arten (z.B. Schierling-Wasserfenchel und Rohrdommel) und Verbesserung der Brut- und Rastgebiete für Vögel
  • Entwicklung eines naturnahen Wassermanagements im Einklang mit den Interessen der Landwirtschaft


Zur Umsetzung der Ziele sind u.a. folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Anlage tidebeeinflusster Gewässer mit ästuartypischer Zonierung
  • naturnahe Umgestaltung der Prielsysteme 
  • Umbau oder Umrüsten der Sielbauwerke
  • Anlage von Gewässeraufweitungen im Bereich der Priele und von Kleingewässern im Grünland
  • Rückbau von Uferbefestigungen
  • extensive Grünlandbewirtschaftung
  • extensive Gewässerunterhaltung
  • Besuchersteuerung

Zuwendungsempfänger

WWF Deutschland
Reinhardtstr. 18, 10117 Berlin

Fördergeber

BMU/BfN, Niedersachsen, WWF Deutschland
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