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Bundesamt für Naturschutz

Regionale blau-grüne Infrastruktur in Stadtregionen

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Landschaftsplanung
Naturräume größer denken und gemeinsam auf Starkregenereignisse und Dürreperioden reagieren: Städte und Kommunen im Regionalverband Großraum Braunschweig entwickeln ihre natürlichen und naturnahen Flächen sowie urbane Gebiete als blau-grüne Infrastrukturen weiter und setzen große Renaturierungsprojekte in dem ANK-Modellvorhaben um.
Programm
Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz
Bundesland
Niedersachsen
Laufzeit
bis
Finanzvolumen (Bundesmittel)
8.900.000 Euro
Projektfläche
5.090,0 Hektar
Luftaufnahme einer Landschaft mit Gewässer
Blau-Grüne Infrastruktur: zusammenhängendes System aus Wasser- und Grünflächen zur Förderung ökologischer und sozialer Funktionen

Die blau-grüne Infrastruktur im Großraum Braunschweig

Hintergrund 

Der Begriff „blau-grüne Infrastruktur“ beschreibt ein planerisches Konzept, bei dem durch Anlage und Wiederherstellung naturnaher Grün- und Wasserflächen die Klimaresilienz und die Biodiversität im urbanen Raum gefördert werden soll. Mit ganzheitlichen Strategien für den Schutz und die Weiterentwicklung bestimmter lebenswichtiger Freiräume werden Maßnahmen gemeinschaftlich umgesetzt. Das fördert die Biodiversität, verbessert die Luft- und Wasserqualität und auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort.

Der Großraum Braunschweig stellt sich mit seinen unterschiedlichen landschaftlichen Ausprägungen und einer Vielzahl von verschiedenen handelnden Personen sehr heterogen dar, was die Ausbildung eines regionalen Selbstverständnisses erschwert. Ein verbindendes Element in der Region ist jedoch das Wasser. Auch wenn der Wasserhaushalt und seine klimabedingten Änderungen räumlich sehr unterschiedlich ausgeprägt sind, ergeben sich durch die hydrologischen Kreisläufe und Wechselwirkungen grenzüberschreitende Bezüge.

Projekt

Mit dem fortschreitenden Klimawandel wird es für Städte und Gemeinden immer wichtiger, auf Starkregenereignisse und Dürreperioden wirksam reagieren zu können. Aber wie gehen die Verantwortlichen dabei am besten vor? Indem sie in größeren Naturräumen und Zusammenhängen denken und gemeinsam mit den anderen Akteurinnen und Akteuren in der Region handeln.

Eine blau-grüne Infrastruktur im Großraum Braunschweig zu entwickeln, ist das Ziel des ANK-Modellvorhabens „Regionale blau-grüne Infrastruktur in Stadtregionen“. Hierfür wurden vorab in einem kooperativen Prozess verschiedene Maßnahmenideen mit Menschen in der Region im Sinne einer blau-grünen Infrastruktur entwickelt. Die Beteiligten finden Lösungen für eine sichere Wasserversorgung, für einen nachhaltigen Naturhaushalt, für die Landschaftspflege und für die Naherholung. Die Projektpartner entwickeln durch kooperative Zusammenarbeit eine neue Raumvision, sorgen für eine neue Planungskultur und setzen gemeinschaftlich zum Beispiel Renaturierungsprojekte um. Sie bündeln Kräfte und Mittel, die ansonsten nur auf kleinem Raum wirken würden. Das Thema des Landschaftswasserhaushalts nimmt eine zentrale und die Region verbindende Rolle ein. Das gemeinsame und zielgerichtete Handeln zur Stabilisierung des Wasserhaushalts ist daher ein besonderes Anliegen bei der Entwicklung der blau-grünen Infrastruktur.

Dafür arbeitet der Regionalverband Großraum Braunschweig mit Städten, Kommunen, Naturschutz, Forst- und Landwirtschaft und Wasserverbänden zusammen. Beteiligt sind die Teilräume Südheide, die Allerniederung, Braunschweig und sein Umland, das nördliche Harzvorland und der Harz. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Universität Osnabrück begleiten die Umsetzung und helfen bei der Analyse und Anpassung der Maßnahmen. Am Ende entstehen Handlungsempfehlungen für andere Regionen und Verbände.

Maßnahmen

Mit den geplanten Maßnahmen wollen die Projektpartner Freiräume entwickeln, Landschaften an die Folgen des Klimawandels anpassen und das Bewusstsein für die Bedeutung einer blau-grünen Infrastruktur in der Region schärfen. Das sind die Maßnahmen:

  • „Wasserrückhalt im Wald“ – an grundwassernahen Standorten des Ise-Tals in der Südheide und im Steimker Bachtal im Harz
  • „Blau-Grüner Städtebund“ – wassersensible Stadtentwicklung in Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg
  • im südlichen Teil von Nordsteimke in Wolfsburg: Starkregen- und Überflutungsvorsorge
  • im Pocketpark „Bäckerklint“ in Braunschweig: entsiegeln, begrünen und Regenwasser angepasst managen
  • im Stadtpark Salzgitter-Lebenstedt: die Schölke renaturieren und Freiräume gestalten
  • „Blau-Grüner Biotopverbund in der Südheide“ – Flüsse- und Auen entwickeln, an Beberbach und Bruno
  • „Netzwerk Großes Moor im Landkreis Gifhorn“ – Netzwerke aufbauen für die Wiedervernässung und den Schutz des Moorgebiets
  • „Verbesserung des Wasserhaushalts im Wolfsburger Drömling“ – den Wasserhaushalt stabilisieren, Fließgewässer revitalisieren
  • „Die blaue Wabe im Landkreis Wolfenbüttel“ – wasserstabile Landschaft entwickeln durch Agroforstwirtschaft und Begrünung in Neuerkerode
  • „Gesteuertes Wassermengenmanagement Innerste“ – Hochwassergebiete entlasten und Wasserhaushalt verbessern, Auenökosystem revitalisieren

Projektleitung

Regionalverband Großraum Braunschweig, Stadt Braunschweig, Stadt Salzgitter, Stadt Wolfsburg, Aktion Fischotterschutz e.V., NABU Gifhorn e.V., Landschaftspflegeverband Wolfenbüttel e.V., Evangelische Stiftung Neuerkerode, Samtgemeinde Baddeckenstedt

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)

Kontakt im BfN

Fachgebiet II 4.1 Landschaftsplanung, räumliche Planung und Siedlungsbereich
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