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Bundesamt für Naturschutz

Spurensuche Gartenschläfer

Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Arten
Die Bestände des Gartenschläfers (Eliomys quercinus) sind in den letzten Jahrzehnten europaweit massiv zurückgegangen. Das Projekt zielt darauf ab, die Ursachen für den Bestandsrückgang zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um die Bestände des Gartenschläfers in einem großen Teil seines deutschen Verbreitungsgebietes zu sichern.
Programm
Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Förderschwerpunkt
Verantwortungsarten
Bundesland
Bayern
Hessen
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Thüringen
Laufzeit
bis
Finanzvolumen (Bundesmittel)
5.400.000 Euro
Gartenschläfer im Moos sitzend
Gartenschläfer (Eliomys quercinus)

Erarbeitung eines bundesweiten Schutzkonzepts für den Gartenschläfer

Hintergrund

Der Gartenschläfer ist bundesweit in unbekanntem Ausmaß gefährdet. Kenntnisse zu den Rückgangsursachen liegen kaum vor. Gartenschläfer kommen in Deutschland in zwei ökologisch sehr unterschiedlichen Gebieten vor: im westlichen  Tiefland, oft in Siedlungsnähe, mit stellenweise hohen Dichten und im Mittelgebirge in der Mitte und im Osten von Deutschland, mit nur lückenhafter Verbreitung und drastischen Arealverlusten. Deutschland ist für die weltweite Erhaltung des Gartenschläfers in hohem Maße verantwortlich,  da ein großer Anteil des Weltbestandes bei uns lebt.

Projekt

Die "Spurensuche Gartenschläfer" zielt darauf ab, die Ursachen für den Bestandsrückgang zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen, um die Bestände des Gartenschläfers in einem großen Teil seines deutschen Verbreitungsgebietes zu sichern. Durch Nahrungsanalysen, Anwendung von Telemetrie und Untersuchungen von Totfunden und Winterschlafquartieren werden die Biologie dieser Art, ihre Ansprüche an ihren Lebensraum und ihre Krankheiten näher untersucht.

Erstellung einer Gendatenbank

Mithilfe von eigens dafür hergestellten „Monitoring-Einheiten“ für Kleinsäuger werden Haarproben gesammelt, die genetisch analysiert werden und in eine bundesweite Gendatenbank für den Gartenschläfer einfließen. Dabei wird auch untersucht, ob die ökologischen Unterschiede der Vorkommen im Tiefland und in Mittelgebirgen im Zusammenhang mit genetischen Unterschieden stehen.

Citizen-Science Ansatz

Die Sammlung der Haarproben erfolgt mithilfe von freiwillig tätigen „Gartenschläferretter*innen“. Interessierten wird mithilfe umfassender Qualifizierungen die Möglichkeit gegeben, sich nicht nur bei der Probensammlung, sondern auch im Monitoring sowie bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen fachlich intensiv und langfristig als Bürgerwissenschaftler*innen („citizen scientists“) zu beteiligen. Ein öffentlicher Meldeaufruf und die Einrichtung eines bundesweiten Meldetools sollen neue Erkenntnisse über die bundesweite Verbreitung der Art liefern. 

Dialog

Durch Präsenz auf Veranstaltungen und zielgruppengerechte Ansprache soll die Öffentlichkeit über diese versteckt lebende Art und ihre Lebensweise informiert werden. Betroffene Akteursgruppen (z.B. aus Weinbau, Kleingärtnerei und Forstwirtschaft) werden zum Dialog eingeladen und an der Entwicklung und Umsetzung des Schutzkonzepts beteiligt. Wildtierauffangstationen werden durch fachliche Unterstützung und Handlungsempfehlungen qualifiziert, die Tiere artgerecht zu versorgen und möglichst schnell wieder in geeignete Lebensräume zu entlassen. 

Projektleitung

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., BUND Naturschutz in Bayern, BUND Hessen, BUND Niedersachsen, BUND Nordrhein-Westfalen, BUND Rheinland Pfalz, BUND Thüringen e.V., Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Justus-Liebig-Universität Gießen

Förderung durch

Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), Bayerischer Naturschutzfonds, Niedersächsische Bingo Umweltstiftung, Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, Stiftung Naturschutz Thüringen

Kontakt

Programmbüro Bundesprogramm Biologische Vielfalt
0228 3821-1809
Heinrich-Konen-Str. 1, 53227 Bonn
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