Bundesamt für Naturschutz

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Gebietseigene Gehölze


Abb. 1: Einteilung Deutschlands in Vorkommensgebiete für gebietseigene Gehölze
Die Abbildung zeigt die Einteilung Deutschlands in Vorkommensgebiete für gebietseigene Gehölze.

Im Rahmen einer übergreifenden Arbeitsgruppe wurde im Jahr 2012 ein bundesweiter Leitfaden zum Thema „Gebietseigene Gehölze“ entwickelt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) veröffentlicht. Dieser Leitfaden enthält unter anderem die Abgrenzung von insgesamt sechs Vorkommensgebieten für die kommerzielle Produktion und Ausbringung von gebietseigenen Gehölzen. Zusätzlich wurden von Bayern, Baden-Württemberg und Brandenburg weitere Unterteilungen vorgenommen. Die räumlichen Abgrenzungen der sechs bundesweiten Vorkommensgebiete, sowie der länderspezifischen Unterteilungen, werden zukünftig in einem speziellen BfN-Kartendienst hinterlegt.

Für die Produktion und das Inverkehrbringen von Gehölzsaatgut forstlich genutzter Arten, die in Deutschland gebietseigen sind, gelten die Vorgaben des Forstvermehrungsgutgesetzes (FoVG). Bei Arten des FoVG empfiehlt sich zur Auslegung des Begriffs der Vorkommensgebiete im Sinne des § 40 Abs. 1 S. 1 BNatSchG eine Orientierung anhand der Hinweise im „Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze“. Für Forstarten mit mehr als sechs Herkunftsgebieten soll die oben dargestellte Einteilung für gebietseigene Gehölze gelten, während für Forstarten mit weniger als sechs Herkunftsgebieten die Herkunftsgebiete nach FoVG gelten sollen.

Dieser Leitfaden enthält außerdem Angaben dazu, welche der häufigen Gehölze in welchem Vorkommensgebiet gebietseigen sind. Darüber hinaus liegen in den meisten Bundesländern weitergehende Informationen bzw. Leitfäden vor, die Hinweise dazu geben, welche Art in einer bestimmten Region gebietseigen ist.

Für gebietseigene Gehölze waren im Jahr 2019 insgesamt acht verschiedene Zertifikate am Markt zu finden. Um eine Vergleichbarkeit und die Einhaltung von Mindeststandards zu garantieren, besteht seit Juni 2019 die Möglichkeit der Akkreditierung der verschiedenen Zertifizierungsstellen bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS). Für eine bessere Rückverfolgbarkeit der Waren wurden im Rahmen des Fachmoduls außerdem Vorgaben für eine bundesweit einheitliche Erntereferenznummer geschaffen. Diese Nummer wird zukünftig bei den Zertifizierern geführt und kann bei Bedarf dort eingesehen werden. Sie hat folgende Systematik:


Abb. 2: Systematik der Erntereferenznummer anhand eines Beispiels
Die Abbildung zeigt die Bedeutung der einzelnen Elemente der Erntereferenznummer anhand eines Beispiels..

Weitere Informationen dazu sind der Webseite des BMU und dem sogenannten Fachmodul zu entnehmen, das die fachliche Grundlage für die Akkreditierung bildet.

Letzte Änderung: 03.02.2020

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