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Monitoring von Seevögeln


Abb: Das aktuell für die Erfassung von marinen Wirbeltieren verwendete Flugtransektdesign für das Wirbeltiermonitoring in Nord- und Ostsee unter Berücksichtigung der AWZ und des Küstenmeeres, sowie die Positionen der Klickdetektoren in der Ostsee.

Seevögel

Anforderungen:
EU-Vogelschutz-Richtlinie, OSPAR, HELCOM, MSRL

Wichtige Rast- und Zugvorkommen von Seevögeln in den küstenfernen Meeresgebieten von Nord- und Ostsee werden von Flugzeugen und Schiffen entlang von Transekten erfasst. Das aktuelle Programm erfasst insbesondere Seetaucher, Zwergmöwen, Alken und Meeresenten. Die Flugzählungen werden wie bei den Schweinswalen transektbasiert durchgeführt, aufgrund der geringeren Körpergröße der Seevögel allerdings in geringerer Flughöhe. Das BfN führt seit einiger Zeit flugzeuggestützte digitale Erfassung von Seevögeln in Nord- und Ostsee durch. Diese werden z.T. zur Evaluierung der so gewonnenen Daten noch durch analoge Flüge begleitet. Die so gewonnenen Daten dienen wie auch bei den Meeressäugetieren der Berechnung der Verbreitung, Abundanzen und Trends für die Bewertung des Zustands der Seevögel in der deutschen Nord- und Ostsee. Je nach Jahreszeit und/oder Ort stehen entweder Meeressäugetiere oder Seevögel im Fokus der Erfassungen. Basierend auf den Erfahrungen aus dem langjährigen Wirbeltiermonitoring wurden die Seegebiete der deutschen Nord- und Ostsee in für die Monitoringansprüche fachlich sinnvolle Untersuchungsgebiete unterteilt und diese Gebiete mit spezifischen Transektdesigns ausgestattet.

Schiffszählungen in repräsentativen Gebieten sind u.a. notwendig zur genauen Unterscheidung ähnlicher Arten wie Pracht- und Sterntaucher (zusammen als Seetaucher bezeichnet) und einiger Arten der Meeresenten.


Schiffszählungen der Seevögel, Foto: Nicole Sonntag
Schiffszählungen der Seevögel, Foto: Nicole Sonntag

Methoden abhängig von Jahreszeit und Gebiet

In der Nordsee werden bei allen Erfassungen mit dem Schwerpunkt auf den Schweinswal die Seevögel mit erfasst. In Teilbereichen des Vogelschutzgebiets „Östliche Deutsche Bucht“ aber auch anderen für Seevögel relevante Gebiete in der deutschen Nordsee werden diese Erfassungen verdichtet (s. Karte: Gebiete mit Annex _ext). Zusätzlich werden Teilgebiete der Nordsee mit Schwerpunkt auf die überwinternden Seevögel jeweils im Winter erfasst. Hinzu kommen schiffsgestützte Teilerfassungen der AWZ vor Helgoland, sowie von küstenfernen Gebieten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im Wechsel von Herbst und Sommer.


Flugzählung im Winter – Eisschollen auf dem Wasser, Foto Kai Borkenhagen (FTZ)
Flugzählung im Winter – Eisschollen auf dem Wasser, Foto Kai Borkenhagen (FTZ)

In der Ostsee wird das Vogelschutzgebiet „Pommersche Bucht“ im Bereich der Oderbank mit Schwerpunkt auf die überwinternden Seevögel jeweils im Winter erfasst. Darüber hinaus werden auch zu dieser Zeit schiffsgestützte Teilerfassungen im Bereich des Vogelschutzgebiets und küstennaher Schutzgebiete durchgeführt.

Einen Überblick bieten die Kartenanwendungen des BfN:

Zur Karte:
Erfassungskampagnen Sichtungen von Seevögeln

Zur Karte:
Populationsentwicklung von Seevögeln im 3-Jahresraster

Zur genauen Methodik und einem Überblick über die Ergebnisse siehe auch in der Rubrik Download die

Aktuellen Monitoringberichte zu Benthischen Lebensgemeinschaften, Seevögeln und Marinen Säugetieren.

Infos zum Wirbeltier-Monitoring