Bundesamt für Naturschutz

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Monitoring gemäß FFH-Richtlinie

FFH-Monitoring Vorgehen

Mit der FFH-Richtlinie verpflichten sich die Mitgliedstaaten in Art. 11 zur Überwachung des Erhaltungszustandes (Monitoring) der Lebensraumtypen (Anhang I) und Arten (Anhänge II, IV und V) von europäischem Interesse.

In einem mehrjährigen Abstimmungsprozess haben Bund und Länder sich auf ein gemeinsames Vorgehen beim FFH-Monitoring geeinigt. Weiterhin wurden unter Einbeziehung weiterer ExpertInnen Bewertungsschemata erarbeitet BfN und BLAK FFH-Monitoring und Berichtspflicht 2017. Diese Bewertungsschemata enthalten Empfehlungen zum methodischen Vorgehen für die Erfassung und Bewertung des Erhaltungsgrades einzelner Vorkommen.


Bewertungsschemata für die Lebensraumtypen nach Anhang I

Der BfN-Skriptenband 481 enthält die zweite Überarbeitung (Stand 2017) der Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie (mit Ausnahme der marinen und Küstenlebensräume). Darin enthalten sind Bewertungsschemata zu folgenden Lebensraumtypen, die hier auch zum separaten Download angeboten werden.

•   Binnengewässer  (pdf-Datei: 1,3 MB, 42 S.)

•   Heiden und Gebüsche (pdf-Datei: 1,8 MB, 37 S.)

•   Grünland (pdf-Datei: 2 MB, 56 S.)

•   Moore, Sümpfe und Quellen (pdf-Datei: 0,8 MB, 34 S.)

•   Felsen und Schutthalden (pdf-Datei: 0,8 M, 35 S.)

•   Wälder (pdf-Datei: 1,3 MB, 70 S.)

•   Die Bewertungsschemata der Meeres- und Küstenlebensraumtypen (Stand 2008), (pdf-Datei: 1,6 MB, 70 S.) werden bisher getrennt geführt.


Bewertungsschemata für die Arten nach Anhang II und IV

Der BfN-Skriptenband 480: (Stand 2017) enthält die zweite Überarbeitung der Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie (mit Ausnahme der marinen Säugetiere). Darin enthalten sind Bewertungsschemata zu folgenden Artengruppen, die hier auch zum separaten Download angeboten werden.

•   Moose (pdf-Datei: 0,5 MB, 23 S.)

•   Gefäßpflanzen (pdf-Datei: 1 MB, 55 S.)

•   Mollusken (pdf-Datei: 0,6 MB, 24 S.)

•   Libellen (pdf-Datei: 0,6 MB, 27 S.)

•   Käfer (pdf-Datei: 0,7 MB, 35 S.)

•   Schmetterlinge (pdf-Datei: 8 MB, 37 S.)

•   Amphibien und Reptilien (pdf-Datei: 1 MB, 56 S.)

•   Säugetiere (ohne Fledermäuse(pdf-Datei: 0,5 MB, 23 S.)

•   Fledermäuse (pdf-Datei: 0,9 MB, 53 S.)

•   Fische und Rundmäuler (pdf-Datei: 2 MB, 76 S.)

•   Sonstige Arten (pdf-Datei: 0,5 MB, 11 S.)

•   Für die Marinen Säugetiere ist weiterhin die erste Version der Bewertungsschemata gültig. Siehe Schnitter et al. 2006: (pdf-Datei: 5,556 MB, 370 S.)

 


Hintergrundinformation

Die Länderfachbehörden und das BfN haben mit Unterstützung des F+E-Vorhabens Konzeptionelle Umsetzung der EU-Vorgaben zum FFH-Monitoring und Berichtspflichten in Deutschland (Sachteleben J.; Behrens M. 2010) einen Vorschlag für ein bundesweit einheitliches, stichprobenbasiertes Vorgehen beim FFH-Monitoring erarbeiten.

Die Umsetzung dieses Konzepts wurde auf der 97. Sitzung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) im März 2008 in Eltville beschlossen. Die Länder haben folgenden Eckpunkten des Konzeptes zugestimmt:

  • Methoden im Gelände: Für jede Art und jeden Lebensraumtyp werden bundesweit die gleichen Erfassungsmethoden und abgestimmte Zählgrößen (z.B. Vorkommen, Laichballen, Rufer usw.) angewandt. Grundlage der Erfassung und Bewertung sind die derzeit gültigen Bewertungsschemata.

  • Erfassungsintervall: Das Intervall wurde art- bzw. lebensraumspezifisch festgelegt (kompatibel zur Berichtsperiode entweder jährlich, drei, zwei oder nur einmal in 6 jahren). Bei Arten bzw. Lebensraumtypen mit hohen Bestandsschwankungen (z.B. Insekten) ist das Erfassungsintervall kürzer als bei solchen mit geringer Dynamik.

  • Umfang: Um den Aufwand zu begrenzen, werden nur seltene Arten bzw. Lebensraumtypen vollständig erfasst (d.h. Erfassung aller bekannten Vorkommen, "Totalzensus"). Häufige Arten bzw. Lebensraumtypen werden stichprobenartig erfasst. Aufgrund statistischer Überlegungen wurde der Schwellenwert zur Differenzierung von „selten“ und „häufig“ bei 63 Vorkommen je biogeografischer Region festgelegt: Arten bzw. Lebensraumtypen mit mehr Vorkommen werden mit mindestens 63 Stichprobenvorkommen erfasst. Das Monitoring erfolgt sowohl innerhalb als auch außerhalb von FFH-Gebieten.

  • Verbundenes Design: Das Monitoring basiert auf einer verbundenen Stichprobe, d.h. es werden bei jedem Durchgang dieselben Vorkommen erfasst. Dieses Vorgehen reduziert den Auswahlaufwand und erhöht die Aussagegenauigkeit.

  • Auswahl der Vorkommen: Die Anzahl der zu erfassenden Vorkommen wird nach Areal- bzw. Vorkommensanteil gewichtet auf die beteiligten Bundesländer verteilt. Die zu erfassenden Vorkommen werden zufällig und damit repräsentativ aus allen dort bekannten Vorkommen ausgewählt.

  • Laut Beschluss der LANA werden die Anhang V-Arten nicht in das bundesweite FFH-Monitoring einbezogen.

  • Für bestimmte Artengruppen und Lebensraumtypen kann auf bestehende Monitoringsysteme zurückgegriffen werden (z.B. Erfassung der FFH-Fischarten im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie, Fischotter-Monitoring und Luchsmonitoring in den Ländern).

  • Wie im LANA-Beschluss vorgesehen wurde die 3. Bundeswaldinventur genutzt, um Daten für die Erfassung und Bewertung der häufigen FFH-Waldlebensraumtypen zu generieren. Dafür wurden bei der dritten Bundeswaldinventur zusätzliche Erhebungsmerkmale ergänzt: "Methode zur Erfassung und Bewertung der FFH-Waldlebensraumtypen im Rahmen der dritten Bundeswaldinventur (BWI-2012)" (siehe weitere Informationen).


Die Datenhaltung und -auswertung für die Bundesaufgaben erfolgt am Bundesamt für Naturschutz.

Die FFH-Monitoringdaten zum Erhaltungszustand von FFH-Arten und -Lebensraumtypen werden auch als Grundlage für verschiedene Politik-Indikatoren, z.B. im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie verwendet.


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Literatur

Bundesamt für Naturschutz, Bund-Länder-Arbeitskreis (BLAK) FFH-Monitoring und Berichtspflichten /Hrsg. (2017a): Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring. Teil I: Arten nach Anhang II und IV der FFH-Richtlinie (mit Ausnahme der marinen Säugetiere). Bundesamt für Naturschutz. Bonn. 2 Überarbeitung. 374 S. BfN-Skriptenband 480.

Bundesamt für Naturschutz, Bund-Länder-Arbeitskreis (BLAK) FFH-Monitoring und Berichtspflichten /Hrsg. (2017b): Bewertungsschemata für die Bewertung des Erhaltungsgrades von Arten und Lebensraumtypen als Grundlage für ein bundesweites FFH-Monitoring. Teil II: Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie (mit Ausnahme der marinen und Küstenlebensräume). Bundesamt für Naturschutz. Bonn. 2 Überarbeitung. 242 SBfN-Skriptenband 481.

Meschede A. /Hrsg. (2012): Ergebnisse des bundesweiten Monitorings zum Groβen Mausohr (Myotis myotis). Bonn. 71 SBfN-Skriptenband 325.

Sachteleben J., Behrens M. /Hrsg. (2010): Konzeptionelle Umsetzung der EU-Vorgaben zum FFH-Monitoring und Berichtspflichten in Deutschland.  Bundesamt für Naturschutz. Bonn. 180 S. BfN-Skriptenband 278.

Schnitter P., Eichen C., Ellwanger G., Neukirchen M., Schröder E., Bund-Länder-Arbeitskreis Arten (2006): Empfehlungen für die Erfassung und Bewertung von Arten als Basis für das Monitoring nach Artikel 11 und 17 der FFH-Richtlinie in Deutschland. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, 2(Sonderheft 2), 372 S.

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weitere Informationen

Abgeschlossene F+E-Vorhaben

Downloads

BfN-Skriptenband 481: (pdf-Datei: 4,8 MB, 243 S.)

BfN-Skriptenband 480: (Stand 2017), (pdf-Datei: 5,4 MB, 375 S.)

BfN-Skriptenband 325: (pdf-Datei: 6,22 MB, 72 S.)

BfN-Skriptenband 278: (pdf-Datei: 3,58 MB, 184 S.)

Schnitter P. et al 2006: (pdf-Datei: 5,75 MB, 372 S.)

Letzte Änderung: 23.11.2020

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