Bundesamt für Naturschutz

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Rote Liste

Einstufungsweg zu den Kategorien der Roten Liste

Rote Listen dokumentieren die Gefährdung der biologischen Vielfalt

Die Roten Listen Deutschlands geben Auskunft über den Gefährdungsstatus von Arten sowie Biotottypen. Bei den Roten Listen der Tiere, Pflanzen und Pilze wird die Gefährdung anhand der Bestandsgröße und der Bestandsentwicklung nach einem spezifischen Kriteriensystem bewertet. Jeder Art wird so eine bestimmte Rote-Liste-Kategorie zugeordnet. Die Roten Listen haben in Deutschland eine herausragende Stellung als Bewertungsgrundlage und Kommunikationsmittel im Naturschutz.


Die Roten Listen sind wissenschaftliche Fachgutachten, die Auskunft über das aktuelle Ausmaß der Gefährdung von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, Pflanzengesellschaften, Biotoptypen und Biotopkomplexen in Deutschland geben. Im Naturschutz und in der Landschaftsplanung dienen Rote Listen als wichtige Informationsquelle und Bewertungsgrundlage und sind heute aus der Naturschutzplanung, der Naturschutzpolitik und dem öffentlichen Bewusstsein nicht mehr wegzudenken.

In den Roten Listen wird die Gefährdungssituation von über 32.000 Tieren, Pflanzen und Pilze bewertet

In den Roten Listen Deutschlands sind mehr als 32.000 heimische Tiere, Pflanzen und Pilze hinsichtlich ihrer Gefährdung untersucht, davon knapp 11.000 Taxa (Arten und Unterarten) in der aktuellen Rote-Liste-Reihe (Bände ab 2009). Die Roten Listen der Tiere, Pflanzen und Pilze stellen den aktuellen Erhaltungszustand aller in Deutschland etablierten Arten der untersuchten Gruppen dar, indem sie jeder Art eine bestimmte Rote-Liste-Kategorie zuordnen: von „Ausgestorben oder verschollen“ bis hin zu „Ungefährdet“ oder auch „Daten unzureichend“.

Die Gefährdungssituation der bewerteten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wird in den Roten Listen anhand von vier Kriterien (aktuelle Bestandssituation, langfristiger und kurzfristiger Bestandstrend sowie Risikofaktoren) eingeschätzt. Mit Hilfe eines viergliedrigen Einstufungsschemas werden aus den Kriterien schließlich die Rote-Liste-Kategorien ermittelt. Zu jeder Kategorie der Rote Liste gehören Hinweise auf notwendige Schutz- oder Monitoring-Maßnahmen, die auch die Verantwortlichkeit im Bezugsraum für die weltweite Erhaltung von Arten berücksichtigen.

In etwa zehnjährigem Abstand werden die Gefährdungseinstufungen überprüft und aktualisiert und die bundesweiten Roten Listen neu herausgegeben.

Weiterführende Infos

Rote Listen (BfN-Themenseite)