Bundesamt für Naturschutz

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Landschaftssteckbrief

61300 Ostfriesische Inseln und Watten


Landschaftstyp:

1.1 Wattenmeerlandschaft der Nordsee



Großlandschaft:

Norddeutsches Tiefland



Fläche:

1327 km²



Beschreibung:

Bestimmend für das Landschaftsbild ist die Weite des Wattenmeeres mit der Kette von Düneninseln an der Grenze zur offenen Nordsee. Der Gezeitenrhythmus diktiert den Wechsel von ausgedehnten Wattflächen und Wasserbedeckung. Das Wattenmeer ist aus schlickigen bis sandigen holozänen Sedimenten aufgebaut und von großen, verzweigten Prielsystemen durchzogen, im Untergrund zeugen Torflagen von der steten Verschiebung der Grenze zwischen Land und Meer. Die vorgelagerten Barriereinseln bestehen aus sandigem Material und weisen auf der Seeseite Dünenketten auf. Durch Bedeichung und Befestigungsmaßnahmen ist die Küstendynamik heute stark eingeschränkt. Die Inseln haben noch die Tendenzen einer Ostverlagerung und gelegentlich machen Sturmfluten des Menschen Werk zunichte. Die freien Watten, Priele und Sandplatten unterliegen weiterhin einer starken Morphodynamik und verlagern sich in Abhängigkeit von Wind und Strömung. Küstennahe Bereiche, die über Hochwasserniveau (MThw) aufgeschlickt sind, zeigen Salzwiesenvegetation, deren Artenzusammensetzung eng mit der Höhenlage, und damit dem Salzwassereintrag zusammenhängt. Ehemals säumten den gesamten Küstenstreifen Salzwiesen, heute sind nur noch wenige Gebiete auf den Inseln und am Festland naturnah erhalten. Charakteristisch für die Landschaft ist der Reichtum an Wat- und Wasservögeln, die besonders zur Zugzeit in großen Schwärmen das Wattenmeer bevölkern.
Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr, der besonders auf den Inseln prägend ist. Strandurlaub, autofreie Inseln, Reizklima, sowie das Erleben des Nationalparkes locken jährlich Tausende von Erholungssuchenden in die Landschaft. Hinzu kommen stark frequentierte Fluglinien zu den Inseln und nach Helgoland. Das Wattenmeer wird fischereilich genutzt, wobei Muschel- und Krabbenfischerei dominieren. Deiche und einige Salzwiesen werden mit Schafen beweidet.
Aufgrund der weltweiten Einmaligkeit des Lebensraumes sowie seiner Lebensgemeinschaften ist das Niedersächsische Wattenmeer als Nationalpark ausgewiesen. Es hat durch das reiche Nahrungsangebot eine außerordentlich hohe Bedeutung für den internationalen Vogelzug. Desweiteren ist es als Kinderstube für Robben und Fische bekannt. Die Landschaft ist als Rast-, Durchzugs- bzw. Überwinterungsgebiet von bundesweiter Bedeutung und großflächig als EU-Vogelschuzgebiet ausgewiesen, sowie als FFH-Gebiet gemeldet.



Schutzgebietsanteile
(% Gesamtlandschaftsfläche, Stand 2010)
FFH-Gebiete 87,65 %
Vogelschutzgebiete 85,55 %
Naturschutzgebiete 0,46 %
Nationalparke 82,43 %
sonst. Schutzgebiete 79,87 %
Effektiver Schutzgebietsanteil 89,16 %


Abgrenzung der Landschaft 'Ostfriesische Inseln und Watten' (61300)

Abgrenzung der Landschaft "Ostfriesische Inseln und Watten" (61300)
Kartengrundlage: (c) GeoBasis-DE / BKG 2007

Blick auf den Leuchtturm und die Salzwiesen von Wangerooge (Foto: U. Scherwaß)

Blick auf den Leuchtturm und die Salzwiesen von Wangerooge (Foto: U. Scherwaß)


Vorschläge für Ergänzungen oder Korrekturen zur vorliegenden Landschaftsbeschreibung bitten wir uns mitzuteilen.
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Letzte Änderung: 01.03.2012

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